Squash-Bundesliga

1. SC Kempten muss weiter auf Saisonstart der Squash-Bundesliga warten

Johannes Herz (links) und der 1. SC Kempten müssen sich weiter gedulden: Der Auftakt der Squash-Bundesliga ist erst Ende März geplant.

Johannes Herz (links) und der 1. SC Kempten müssen sich weiter gedulden: Der Auftakt der Squash-Bundesliga ist erst Ende März geplant.

Bild: Peter Hausner

Johannes Herz (links) und der 1. SC Kempten müssen sich weiter gedulden: Der Auftakt der Squash-Bundesliga ist erst Ende März geplant.

Bild: Peter Hausner

Frühestens am 20. und 21. März soll der erste Doppelspieltag in der Squash-Bundesliga stattfinden. Warum Kemptens Vorsitzender Dietmar Jürschik daran zweifelt, dass dieser Plan aufgeht.
14.02.2021 | Stand: 06:30 Uhr

Diese Nachricht der Deutschen Squash-Liga (DSL) kommt nicht überraschend: „Wegen der weiterhin aufrechterhaltenen Schließung der Sportstätten nahezu im gesamten Bundesgebiet ist die DSL gezwungen, den für den 20. Februar anvisierten Saisonstart erneut zu verschieben. Es wird nun der 20. März als erster Spieltag terminiert.“ Damit muss nicht nur der Bundesligist 1. SC Kempten um den Vorsitzenden Dietmar Jürschik (62) weiter im Trüben fischen, was die Saison 2020/2021 angeht. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese nicht wie gewohnt zu Ende gebracht werden kann, wird größer. Für Jürschik kommt die erneute Verschiebung nicht gerade aus heiterem Himmel. „Bis zum Jahresanfang war ich noch optimistisch, dass im Februar wieder gespielt werden kann. Doch dann kamen die Corona-Mutationen und damit ist es wohl nicht mehr kalkulierbar, wie sich die Situation in Deutschland entwickelt.“

Ursprünglich war der Saisonauftakt schon Ende September 2020 geplant

Ursprünglich hätte die Saison Ende September 2020 beginnen sollen. Nun wird es halbes Jahr später werden, es sei denn, es kommt nicht noch mal anders. Aktuell hat die DSL die Vorstellung eines äußerst dicht gedrängten Terminplans, der Doppelspieltage im Wochenrhythmus bis in den Mai vorsieht. Jürschik: „Das halte ich für unrealistisch. Nicht nur für uns, auch für andere Vereine, wäre dieser Modus nicht machbar. Zudem würde es zu Kollisionen mit Profi-Turnieren in dieser Zeit kommen.“

Liga-Vorstand: "Wir werden die Entwicklung im Auge behalten"

Dem DSL-Vorstand ist bewusst, „dass die erneute Verschiebung für eine Saisonplanung der einzelnen Klubs nicht hilfreich ist, sieht aber wegen der anhaltenden Pandemie-Situation keine andere Möglichkeit. Wie und ob es dann dabei bleibt, werden die nächsten Wochen zeigen, denn eine erneute Verlängerung des Lockdown ist wohl nicht auszuschließen.“ DSL-Manager Peter Schmidl kann und will keinen Optimismus in dieser ungewissen Phase verbreiten: “Wir werden die Entwicklung im Auge behalten und über ein Szenario nachdenken, um einen Fahrplan zu erstellen. Dieser Fahrplan soll Anhaltspunkte aufzeigen, was wir tun wollen beziehungsweise können, wenn wir zum Beispiel nicht in der Lage sind im März, April oder Mai zu starten.”

Möglicherweise gibt es wieder keinen deutschen Squash-Meister

Mit anderen Worten: Kann gut sein, dass – wie schon in der Saison 2019/2020 – kein deutscher Meister in dieser Sportart ausgespielt wird. Doch daran glaubt Jürschik nicht. „Ich kann mir vorstellen, dass die Saison in einem anderen Modus zu Ende gespielt wird. Dass eventuell nur die Vorrunde absolviert und danach die Endrunde mit den vier besten Mannschaften gespielt wird. Es könnte auch sein, dass die Saison an zwei Wochenenden im Turnier-Format stattfindet.“ Wie und wann und wo hänge letztlich davon ab, wann die Politik die Öffnung der Sportstätten wieder erlaube. „Es geht auch nicht von null auf 100. Die Spieler brauchen vier Wochen für die Saisonvorbereitung.“

Finanzieller Nachteil würde dem 1. SC Kempten nicht entstehen

Etwas verwundert zeigt sich der Vorsitzende über die DSL, die den Modus beschlossen hat, ohne die Bundesliga-Vereine darüber zu informieren oder zu befragen. Da er die Hintergründe nicht kenne, will er das Vorgehen der DSL „nicht kommentieren.“ Er denke, dass sich die DSL derzeit „einfach unsicher“ sei, wie es weitergehe und daher wenig kommuniziert würde. Von der Idee, die Saison 2020/21 zu streichen und im Frühherbst mit der Saison 2021/2022 zu beginnen, hält Jürschik wenig. „Wenn im Mai oder Juni gespielt werden kann, wäre das immer noch ein Ersatz und eine Entschädigung. Ganz kippen würde ich die es nicht. Dann wäre die Saison verloren. Wir werden mit der DSL sprechen müssen.“ Ein finanzieller Nachteil würde zumindest dem 1. SC Kempten bei einer Absage der Saison nicht entstehen. „Wir bezahlen unsere Profis nach Einsätzen“, sagt Jürschik. Heißt: Wird nicht gespielt, fallen auch keine derartigen Ausgaben an. Jürschik ist in Kontakt mit einem Großteil seiner Spieler. Da einige der Profis aus England, Schottland oder Wales kommen, würde diesen nach dem aktuellen Stand der Dinge keine Einreise nach Deutschland gewährt werden.

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