Vor Gericht

19-Jähriger drückt Zigaretten auf Gesicht von Opfer aus

Weil er seinem Opfer Zigaretten im Gesicht ausgedrückt hat, wurde ein 19-Jähriger angeklagt. Außerdem soll er im Besitz von Drogen gewesen sein und Nazivideos auf WhatsApp verschickt haben.

Weil er seinem Opfer Zigaretten im Gesicht ausgedrückt hat, wurde ein 19-Jähriger angeklagt. Außerdem soll er im Besitz von Drogen gewesen sein und Nazivideos auf WhatsApp verschickt haben.

Bild: Alexander Kaya

Weil er seinem Opfer Zigaretten im Gesicht ausgedrückt hat, wurde ein 19-Jähriger angeklagt. Außerdem soll er im Besitz von Drogen gewesen sein und Nazivideos auf WhatsApp verschickt haben.

Bild: Alexander Kaya

Ein 19-Jähriger wurde angeklagt, weil er seinem Opfer Zigaretten im Gesicht ausgedrückt hat. Zudem soll er Nazivideos verbreitet und Drogen konsumiert haben.

Weil er seinem Opfer Zigaretten im Gesicht ausgedrückt hat, wurde ein 19-Jähriger angeklagt. Außerdem soll er im Besitz von Drogen gewesen sein und Nazivideos auf WhatsApp verschickt haben.
Von Philipp Kinne
28.08.2020 | Stand: 07:00 Uhr

Ein „dämlicher Spaß“, sei das gewesen, erklärte der Verteidiger des jungen Mannes. Mit Spaß habe das, was dem 19-Jährigen vorgeworfen wird, aber rein gar nichts zu tun, stellte Richterin Angela Friehoff vor dem Augsburger Amtsgericht klar. Der Mann aus dem südlichen Landkreis hatte bei einer Party mehrere Zigarettenkippen auf dem Gesicht seines Opfers ausgedrückt. Vor Gericht stand er außerdem, weil er bei WhatsApp Nazivideos verschickte und mit Drogen zu tun hatte. Das hat ihm nun eine ganze Menge Ärger eingebracht.

Polizei durchsucht Handy des Täters

Zum Vorschein kamen die Taten des jungen Mannes offenbar, weil die Polizei dessen Handy durchsuchte. Weshalb die Beamten sein Smartphone auswerteten, wurde vor Gericht nicht klar. Darauf fanden sich Aufnahmen von einer Geburtstagsfeier in einem Musikerheim.

Darauf zu sehen ist laut Anklage ein völlig Betrunkener, auf dessen Gesicht mehrere Zigarettenkippen ausgedrückt wurden. Wie Staatsanwältin Katrin Wegele berichtete, hatte das Opfer schwere Verbrennungen erlitten, seine Haare seien außerdem teils abgebrannt. Der Angeklagte räumt die Vorwürfe vollumfänglich ein. „Wenn ich es rückgängig machen könnte, würde ich es tun“, sagte er im Gericht. An diesem Abend sei eine Menge Alkohol geflossen, auch der Angeklagte habe „ein paar Schnäpse und Bier“ getrunken. Mittlerweile habe sich der 19-Jährige bei dem Opfer entschuldigt.

Nazivideos auf WhatsApp geteilt

Außerdem fanden sich auf dem Handy des jungen Mannes offenbar mehrere Nazivideos. Die hatte er in eine WhatsApp-Gruppe mit neun Mitgliedern geschickt. „Sie sind keine 14 mehr, da kann man mehr Verstand erwarten“, stellte Richterin Friehoff klar. Weshalb er die Aufnahmen verschickte, konnte der Angeklagte vor Gericht allerdings nicht erklären.

Strafe: Zwei Wochen Freizeitarrest und 56 Sozialstunden

Angeklagt war er außerdem wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln. Mehrmals ist er mit kleineren Mengen an Marihuana aufgefallen. Letztlich verurteilte Richterin Friehoff den Mann zu einem Freizeitarrest von zwei Wochen. Außerdem muss er 56 Sozialstunden ableisten, Beratungsgespräche führen und ein Jahr lang drogenfrei leben. „Das heißt aber nicht, dass sie danach weiter munter Drogen nehmen können“, stellte die Richterin klar. Weil der Konsum von Drogen in Deutschland nicht verboten ist, müsse das Gericht dem jungen Mann diesen allerdings ausdrücklich verbieten.