Allgäu

60 Prozent weniger Fluggäste am Allgäu Airport

Die Corona-Pandemie hat dem Allgäu Airport in Memmingerberg die Bilanz 2020 verhagelt.

Die Corona-Pandemie hat dem Allgäu Airport in Memmingerberg die Bilanz 2020 verhagelt.

Bild: Matthias Becker

Die Corona-Pandemie hat dem Allgäu Airport in Memmingerberg die Bilanz 2020 verhagelt.

Bild: Matthias Becker

Corona verhagelt die Bilanz 2020. Der Chef sagt dennoch: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“
19.01.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Das war nicht anders zu erwarten: Die Corona-Pandemie hat dem Allgäu Airport in Memmingerberg die Bilanz 2020 verhagelt. Zählte der Flughafen 2019 mit über 1,7 Millionen Passagieren ein Rekordergebnis, ging die Zahl der Fluggäste im vergangenen Jahr um etwa 60 Prozent auf knapp 700 000 zurück. Was dieses Minus in Euro bedeutet, war am Montag vom Airport nicht zu erfahren. Die genaue finanzielle Abrechnung des Geschäftsjahres werde erst im Frühjahr vorgelegt.

Begonnen hatte das Jahr 2020 sehr gut. Dann folgte wegen Corona im April ein vierwöchiger Stop aller Linien- und Charterflüge. Anschließend ging es vor allem mit der ungarischen Wizz Air – wenn auch gedrosselt – wieder los. „Bis heute bilden wir eine wichtige Luftbrücke für Pfleger, Krankenschwestern und Erntehelfer zwischen Osteuropa und Süddeutschland“, sagt dazu Airport-Geschäftsführer Ralf Schmid. Jederzeit habe der Flugplatz Memmingen seine Betriebspflicht erfüllt und sei für Ambulanz-, Militär- und Polizeiflüge sowie für sogenannten hoheitlichen Verkehr geöffnet gewesen. So seien 98 Menschen in medizinischen Notfällen befördert worden. Spektakulärster Einsatz sei die Landung eines Airbus A 310 gewesen. Diese fliegende Intensivstation der Bundeswehr habe schwer verletzte ukrainische Soldaten zur weiteren Behandlung im Bundeswehrkrankenhaus Ulm gebracht.

Interessanterweise gingen die Flugbewegungen mit Minus 25 Prozent gegenüber 2019 deutlich geringer zurück als die Passagier-Zahlen. 2020 waren es gut 17 400, im Jahr davor 23 300. Die Erklärung: In den Maschinen saßen im Schnitt deutlich weniger Reisende als in 2019.

Krist hat „keine existenziellen Auswirkungen“

Die Corona-Krise habe laut Schmid bisher „keine existenziellen Auswirkungen“ auf den Flughafen gehabt. Für die Flughafen GmbH und die Tochter ALLgate GmbH (hauptsächlich für das Gepäck zuständig) habe man für die zusammen rund 160 Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt. Außerdem seien geplante Investitionen verschoben worden.

„Vergleicht man unsere Zahlen mit denen anderer deutscher Airports, so sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, resümiert Schmid. Memmingen habe 2020 nach Dortmund den zweitgeringsten Rückgang aller Flughäfen bei den Passagieren zu verzeichnen gehabt.

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