Aussterbende Innenstädte

81 Bewerber, 5 ausgewählt: Kempten wird zum Modellprojekt gegen das Ladensterben

Kempten Klostersteige

Lebendige Innenstädte – das ist das Ziel des Programms „Starke Zentren“ des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Mit dabei: Kempten.

Bild: Ralf Lienert

Lebendige Innenstädte – das ist das Ziel des Programms „Starke Zentren“ des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Mit dabei: Kempten.

Bild: Ralf Lienert

Kempten soll mit vier weiteren bayerischen Städten zeigen, wie es gelingen kann, dem Ladensterben entgegenzuwirken.
11.07.2021 | Stand: 20:28 Uhr

81 bayerische Städte hatten sich beworben, fünf erhielten den Zuschlag – eine davon ist Kempten: Das Wirtschaftsministerium hat die Allgäuer Stadt neben Coburg (Oberfranken), Rothenburg ob der Tauber (Mittelfranken), Schwandorf (Oberpfalz) und Beilngries (Oberbayern) als Modellkommune für das Programm „Starke Zentren“ ausgewählt. „Wir wollen zeigen, wie die Akteure vor Ort Ladensterben, Leerstand oder Verödung in den Griff bekommen und die Innenstädte aufblühen können“, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger jüngst beim Start des Programms.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie kämpfen Kommunen gegen aussterbende Innenstädte. Doch das Virus hat eine Entwicklung beschleunigt, die das Internet-Shopping in Gang gesetzt hat. Hier setzt das Programm des Wirtschaftsministeriums an: Was ist nötig, um dem Trend entgegenzuwirken? Wie gelingt es, die Zentren nach dem monatelangen Lockdown aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken und langfristig lebendig zu halten?

Kempten wird Modellkommune für "Starke Zentren": Bereits viele Ideen

Dass Kempten Teil des Programms ist, „sehen wir als gewisse Auszeichnung“, sagt der städtische Wirtschaftsreferent Dr. Richard Schießl. Aber warum gerade Kempten? Wie das Ministerium mitteilt, habe die Stadt in ihrer Bewerbung aufgezeigt, dass vor Ort das Bewusstsein für einen „vielschichtigen Transformationsprozess“ stark ausgeprägt sei. Es lägen bereits vielfältige Ideen vor, wie man die Leerstandsproblematik angehen kann. Niklas Ringeisen, Geschäftsstellenleiter des City-Managements Kempten, bezeichnet das Programm als „riesen Chance, die Innenstadt neu zu denken“. Leerstandsmanagement, Kampagnen – in Kempten sei dazu einiges geplant. Nun gehe es darum, die passenden Lösungen für den künftigen Funktions- und Nutzungsmix in der Innenstadt zu finden.

Empfehlungen für andere Städte

Dabei wird Kempten wie die anderen Modellkommunen von Planern und einem Projektbeirat unterstützt. Am Ende soll es in dem Handbuch „Starke Zentren in Bayern“ Empfehlungen für andere Städte geben. „Ziel ist es, jetzt die besten Ideen und Strategien für zukunftsfähige Ortszentren herauszuarbeiten und möglichst schnell in die Umsetzung zu bringen“, sagt Aiwanger.

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