9-Euro-Ticket

Was muss man beachten, wenn man Bus und Bahn mit dem Fahrrad nutzen will?

Am Pfingstwochenende war wegen des 9-Euro-Tickets der Andrang auf Bus und Bahn besonders groß. Erwartet uns das gleiche an Fronleichnam erneut?

Am Pfingstwochenende war wegen des 9-Euro-Tickets der Andrang auf Bus und Bahn besonders groß. Erwartet uns das gleiche an Fronleichnam erneut?

Bild: Thomas Banneyer (Symbolbild)

Am Pfingstwochenende war wegen des 9-Euro-Tickets der Andrang auf Bus und Bahn besonders groß. Erwartet uns das gleiche an Fronleichnam erneut?

Bild: Thomas Banneyer (Symbolbild)

Wer mit dem 9-Euro-Ticket mit der Bahn und seinem Fahrrad durch das Allgäu und Deutschland reisen will, muss einiges beachten. Wir haben beim ADFC nachgefragt.
13.06.2022 | Stand: 16:27 Uhr

Volle Bahnsteige, Passagiere, die wieder aussteigen mussten - und Radfahrerinnen und Radfahrer, die mit ihrem Fahrrad nicht mehr einsteigen durften: Am Pfingstwochenende hat es "krachend volle Züge" gegeben. Auch am kommenden Wochenende könnte uns mit dem verlängerten Wochenende an Fronleichnam wieder ein ähnliches Szenario im Allgäu und in ganz Deutschland drohen. Was sollten Radfahrerinnen und Radfahrer bei der nächsten Bahnfahrt mit dem 9-Euro-Ticket wissen? Diese Tipps hat der ADFC Bayern.

Was sollten Radfahrer mit dem 9-Euro-Ticket in Bus und Bahn beachten?

  • Stoßzeiten vermeiden: Grundsätzlich empfiehlt es sich, an Feiertagen und an Wochenenden ohne Fahrrad mit Bus und Bahn zu fahren. Falls man das Fahrrad doch an hochfrequentierten Tagen mitnimmt, sollte man nicht während der Stoßzeiten fahren und eher auf Halbtagestouren setzen, so Petra Husemann-Roew, Landesgeschäftsführerin des ADFC Bayern. Lieber als "Early Bird" in der Früh fahren und am Mittag wieder zurück. "So, wie man es auch beim Skifahren macht", so Husemann-Roew. Außerdem solle man sich im Vorhinein darauf einstellen, dass auch mal ein Zug ausgelassen werden muss. (Lesen Sie auch: Bitte ohne Fahrrad: Sorgt das Neun-Euro-Ticket weiter für überfüllte Züge?)
  • Schnelles Ein- und Aussteigen: Besonders zur jetzigen Zeit kann das Bus- und Bahnfahren nervenaufreibend und anstrengend sein - für alle Beteiligten. Um die Fahrt so unkompliziert wie möglich zu machen, sollten Radfahrerinnen und Radfahrer darauf achten, möglichst schnell ein- und auszusteigen, sagt Petra Husemann-Roew. Heißt: Sich im Vorfeld darüber informieren, in welchen Waggons sich Fahrradstellplätze befinden und im Zug mit anderen Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern kommunizieren. Wer steigt früher aus und wer später? Werden die Fahrräder der Reihe des Ausstiegs nach sortiert, kommt man schneller aus der Bahn. So werden unnötige Wartezeiten reduziert.
  • Gepäck abnehmen: Fahrrad-Taschen und sperrige Körbe sollten in jedem Fall vom Rad genommen werden, da so mehr Räder Platz in dem ohnehin schon beengten Zug haben, rät Husemann-Roew vom ADFC. Zudem ist es ohne Gepäck auch möglich, die Aufhänger und Halterungen in Bahnen zu nutzen.

(Lesen Sie auch: Diese Ziele sind vom Allgäu aus mit dem 9-Euro-Ticket schnell erreichbar)

Fahren seit der Einführung des 9-Euro-Tickets mehr Radfahrerinnen und Radfahrer mit der Bahn?

Petra Husemann-Roew vom ADFC Bayern liegen keine Informationen darüber vor, ob wegen des 9-Euro-Tickets tatsächlich mehr Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer die Bahn oder den Bus nehmen. In den Sommermonaten komme es jedoch immer zu mehr Radreisenden als in der kalten Jahreszeit.

Gibt es ein Mitnahmeverbot für Fahrräder im ÖPNV?

Manche Verkehrsgesellschaften in Deutschland untersagen wegen der vielen Reisenden die Fahrradmitnahme auf manchen Strecken. So etwa "metronom", die Eisenbahngesellschaft, die für den Verkehr zwischen Hamburg, Hannover, Bremen, Göttingen, Wolfsburg und Braunschweig zuständig ist. Laut Rheinische Post hat sich der Fahrgastverband "Pro Bahn" bereits vor Start des 9-Euro-Tickets für ein Minahmeverbot für Fahrräder ausgesprochen.

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In Bayern braucht man allerdings keine Angst davor zu haben, dass die Fahrradmitnahme untersagt wird, sagt Petra Husemann-Roew vom ADFC.

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Fahrradmitnahme in Bus und Bahn kann nicht garantiert werden

Wer ein Ticket für sein Fahrrad gekauft hat, kann nicht automatisch davon ausgehen, auch mitfahren zu können. Wenn die Bahn voll ist, ist sie nunmal voll. Menschen im Rollstuhl, mit Rollator oder mit Kinderwagen kämpfen mit ähnlichen Problemen, jedoch haben "Menschen Vorrang", schreibt die Deutsche Bahn auf ihrer Website. Wer ein Klapprad hat, kann dies in der Regel problemlos mitnehmen, weil Klappräder als Gepäckstücke angesehen werden. In diesem Fall muss man auch kein zusätzliches Ticket kaufen.

Fahrradmitnahme in Allgäuer Bussen

  • Verkehrsbetrieb Mona
    • Kempten und nördliches Oberallgäu: Fahrräder sind von der Beförderung ausgeschlossen.
    • Südliches Oberallgäu: Fahrräder können nach Absprache mit dem Busfahrer bei ausreichend Platz mitgenommen werden. Kosten: 4 Euro.
    • Ostallgäu: Fahrräder können kostenfrei mitgenommen werden, soweit ausreichend Platz vorhanden ist.
  • Verkehrsverbund Mittelschwaben
    • Beförderung eines Fahrrads kostet 2,50 Euro.
  • Verkehrsverbund bodo (Bodense-Oberschwaben)
    • An Wochenenden und an Feiertagen sowie an Werktagen vor 6 Uhr und nach 9 Uhr ist die Fahrradmitnahme kostenlos.
    • Sonstige Tickets: 3,40 Euro

Wo kann man in Deutschland das Fahrrad im ÖPNV kostenfrei mitnehmen?

In vielen deutschen Bundesländern und Verkehrsverbunden ist es bereits möglich, sein Fahrrad kostenfrei in der Bahn oder im Bus mitzunehmen. In Bayern ist dies jedoch nicht der Fall. In folgenden Bundesländern ist es bereits (teilweise) kostenlos: (Lesen Sie auch: „Der Zug ist überfüllt“: Dichtes Gedränge an Allgäuer Bahnhöfen)

  • Baden-Württemberg: von montags bis freitags vor 6 und nach 9 Uhr sowie an Wochenenden und an Feiertagen mit verbundübergreifenden Fahrscheinen kostenfrei
  • Hamburg: teilweise kostenfrei
  • Hessen: teilweise kostenfrei
  • Rheinland-Pfalz: ab 9 Uhr kostenfrei
  • Saarland: ab 9 Uhr kostenfrei
  • Sachsen: teilweise kostenfrei
  • Sachsen-Anhalt: kostenfrei
  • Thüringen: kostenfrei

Vor der Fahrt sollten Sie sich stets bei der Deutschen Bahn oder den entsprechenden Verkehrsverbünden informieren, welche Regelungen für die Fahrradmitnahme gelten.

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