Kommentar

Abgeordneter aus dem Allgäu geht den falschen Weg

Kerzen vor dem Landratsamt

Bei manchen Corona-Demos werden rote Kerzen für geimpfte und weiße Kerzen für ungeimpfte Menschen aufgestellt. So auch jetzt bei einer Veranstaltung im deutsch-österreichischen Grenzgebiet nahe Pfronten.

Bild: Benjamin Liss

Bei manchen Corona-Demos werden rote Kerzen für geimpfte und weiße Kerzen für ungeimpfte Menschen aufgestellt. So auch jetzt bei einer Veranstaltung im deutsch-österreichischen Grenzgebiet nahe Pfronten.

Bild: Benjamin Liss

Wenn Leopold Herz etwas gegen die "Spaltung der Gesellschaft" tun will, sollte er nicht an einer Demo mit "Querdenkern" teilnehmen, findet unser Autor.
20.12.2021 | Stand: 19:15 Uhr

Wenn Leopold Herz von seiner Motivation erzählt, an der Corona-Demo bei Pfronten teilzunehmen, dann klingt das ehrenwert: Der Oberallgäuer Landtagsabgeordnete wollte etwas gegen die „Spaltung unserer Gesellschaft“ unternehmen. Aber warum hat sich der Freie Wähler dann ausgerechnet für eine Veranstaltung entschieden, die nicht einmal angemeldet war und an der auch Menschen aus der "Querdenker"-Szene teilgenommen haben?

Warum spricht er nicht im Landtag?

Herz hat als Abgeordneter eine privilegierte Position: Er kann sich jederzeit in die öffentliche Diskussion einschalten oder beispielsweise mit einer klugen Rede im Landtag dazu beitragen, die Spaltung dieser Gesellschaft zu überwinden. Stattdessen wählt er einen Weg, der Kopfschütteln auslöst: Er ist mit "Querdenkern" unterwegs, die teilweise mit kruden Thesen versuchen, die Menschen vom Impfen abzubringen und die sich klar gegen die Corona-Politik stellen. Gleichzeitig aber sitzt Herz für die mitregierenden Freien Wähler im Landtag. Für welche Haltung in der Corona-Politik steht er also? Und ist er sich bewusst, dass er "Querdenker" hoffähig macht, wenn er mit ihnen auf eine Demo geht?