Schnee in den Allgäuer Alpen

Noch bis zu zwei Meter Schnee! Was Wanderer in den Allgäuer Bergen wissen sollten

Der Frühling ist mittlerweile in den Allgäuer Tälern angekommen. Aber auf den Bergen liegt zu dieser Jahreszeit noch ungewöhlich viel Schnee, wie der Blick vom Gipfel des Aggensteins bei Pfronten im Ostallgäu zeigt.

Der Frühling ist mittlerweile in den Allgäuer Tälern angekommen. Aber auf den Bergen liegt zu dieser Jahreszeit noch ungewöhlich viel Schnee, wie der Blick vom Gipfel des Aggensteins bei Pfronten im Ostallgäu zeigt.

Bild: Benedikt Siegert

Der Frühling ist mittlerweile in den Allgäuer Tälern angekommen. Aber auf den Bergen liegt zu dieser Jahreszeit noch ungewöhlich viel Schnee, wie der Blick vom Gipfel des Aggensteins bei Pfronten im Ostallgäu zeigt.

Bild: Benedikt Siegert

Im Tal Frühling, auf den Bergen Winter: In den Hochlagen im Allgäu liegen teils noch zwei Meter Schnee, auch Lawinen sind möglich. Was das für Wanderer heißt.
31.05.2021 | Stand: 19:57 Uhr

Nach einem langen, zähen Anlauf kommt der Frühling im Allgäu endlich in Fahrt. Im März herrschte quasi noch Winter und der April war der kälteste seit 20 Jahren im Allgäu. Doch die zweite Pfingstferienwoche lockt mit Sonnenschein und milden Temperaturen um die 20 Grad. Am vergangenen Wochenende waren deshalb schon viele Menschen an Seen und in den Bergen unterwegs.

Doch gerade in den Allgäuer Alpen ist aktuell noch Vorsicht geboten, wie Jefferson Urban, stellvertretender Leiter der Stabstelle Alpin von der Alpininfo Oberstdorf, sagt. Der Grund: die Schneesituation in den Bergen. Denn bis Mitte Mai hat es noch bis auf 1.000 Meter runtergeschneit. In den Hochlagen herrschen nach wie vor winterliche Verhältnisse. Das zeigen auch die Bilder der Webcams der Alpininfo Oberstdorf: Die Gipfel von Nebelhorn (Gipfestation auf 2.224 Metern), Fellhorn (Gipfelstation auf 1.967 Metern) und Walmendingerhorn (Bergstation auf 1.946 Metern) sind schneebedeckt.

Schnee in den Allgäuer Bergen: Was das für Wanderer bedeutet

"Ab 1.500 Metern muss vor allem auf Nord- und Schattenseite mit Schnee gerechnet werden. Dort können teilweise noch zwischen ein bis zwei Meter Schnee liegen", sagt Urban. Das bedeutet, dass auch die meisten Wanderwege ab dieser Höhe noch schneebedeckt sind. Und selbst weiter unten gibt es stellenweise noch Altschnee-Reste.

Das heißt: Nur trittsichere Wanderer oder Tourengeher mit einem hohen Maß an Erfahrung, Ortskenntnis und entsprechender Winter- und Sicherheitsausrüstung (knöchelhohe Bergschuhe, Grödel, Stöcke), die ihre Tour im Vorfeld sorfgältig planen, sollten sich aktuell in alpine Hochlagen wagen. "Allen anderen raten wir von hochalpinen Touren derzeit ab." (Lesen Sie auch: Das war der frostigste April seit 20 Jahren in der Region)

Nur erfahrene Wanderer oder Tourengeher mit entsprechender Ausrüstung sollten sich aktuell in alpine Hochlagen wagen. Unser Foto zeigt von rechts Sonnenkopf (1712 Meter), Schnippenkopf (1833 Meter) und Entschenkopf (2043 Meter) im Oberallgäu.
Nur erfahrene Wanderer oder Tourengeher mit entsprechender Ausrüstung sollten sich aktuell in alpine Hochlagen wagen. Unser Foto zeigt von rechts Sonnenkopf (1712 Meter), Schnippenkopf (1833 Meter) und Entschenkopf (2043 Meter) im Oberallgäu.
Bild: Christof Paulus

Lawinenwarndienst Bayern: Lawinen in den Allgäuer Alpen sind möglich

Denn neben einer erhöhten Absturzgefahr ist durch die große Schneemenge in den Allgäuer Alpen, verbunden mit den nun steigenden Temperaturen, auch die Lawinengefahr nach wie vor nicht zu unterschätzen. Der Lawinenwarndienst Bayern warnt auf seiner Internetseite im Lawinenlagebericht vor Nassschneelawinen in der zweiten Tageshälfte, die mancherorts auch Wanderwege bedrohen.

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Nach Neuschneefällen können laut Lawindenwarndienst im Hochgebirge zudem kammnah kleinere Schneebrettlawinen von Personen ausgelöst werden. Auch Wechtenbrüche stellen eine potenzielle Gefahrenquelle dar.

So ist die aktuelle Schneesituation in den Allgäuer Bergen

Wer sich doch in hochalpinge Gefilde wagt, der sollte wissen, dass wegen der Schneelage die meisten großen Schutzhütten in den Allgäuer Alpen noch gar nicht geöffnet sind. "Der Saisonstart hat sich bis Mitte Juni, teilweise sogar bist Ende Juni, nach hinten verschoben", sagt Jefferson Urban von der Alpininfo Oberstdorf. Immerhin: Die Alpen haben laut Urban weitgehend geöffnet. (Lesen Sie auch: Ende Mai und zu viel Schnee - Zehntausende Kühe dürfen erst später auf die Allgäuer Alpen)

Die meisten höher gelegenen Alpenvereinshütten sind noch geschlossen. Einige, wie die Bad Kissinger Hütte bei Pfronten im Ostallgäu, haben bei winterlichen Bedingungen in den Allgäuer Alpen über Pfingsten in die Saison gestartet.
Die meisten höher gelegenen Alpenvereinshütten sind noch geschlossen. Einige, wie die Bad Kissinger Hütte bei Pfronten im Ostallgäu, haben bei winterlichen Bedingungen in den Allgäuer Alpen über Pfingsten in die Saison gestartet.
Bild: Benedikt Siegert

Für alle Wanderlustigen gibt es aber doch ein wenig Hoffnung: Die milden Temperaturen sorgen dafür, dass der Schnee schmilzt. "Mal sehen, wie es sich zum Wochenende hin entwickelt", sagt Urban und fügt hinzu: "Diese Woche wird es auf jeden Fall noch dauern, aber vielleicht ist in der kommenden Woche wieder mehr in den Hochlagen möglich." (Lesen Sie auch: Endlich schönes Wetter! In der zweiten Pfingstferien-Woche soll es im Allgäu sogar "frühsommerlich" werden)

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