Gastronomie in Zeiten von Corona

Wenn Biergärten im Allgäu öffnen dürfen, aber nicht können

Einige Biergärten im Allgäu bleiben geschlossen, obwohl sie hinsichtlich der Inzidenzwerte öffnen dürften. Grund ist der Personalmangel. Unser Archivbild zeigt den Landgasthof Mariaberg in Kempten, der mittlerweile wieder Gäste bewirtet.

Einige Biergärten im Allgäu bleiben geschlossen, obwohl sie hinsichtlich der Inzidenzwerte öffnen dürften. Grund ist der Personalmangel. Unser Archivbild zeigt den Landgasthof Mariaberg in Kempten, der mittlerweile wieder Gäste bewirtet.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Einige Biergärten im Allgäu bleiben geschlossen, obwohl sie hinsichtlich der Inzidenzwerte öffnen dürften. Grund ist der Personalmangel. Unser Archivbild zeigt den Landgasthof Mariaberg in Kempten, der mittlerweile wieder Gäste bewirtet.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Die Inzidenz-Zahlen sinken, die meisten Biergärten im Allgäu dürften öffnen - eigentlich. Trotzdem werden wohl einige zu bleiben. Die Mitarbeiter fehlen.
02.06.2021 | Stand: 16:23 Uhr

Endlich fallen die Corona-Zahlen, Biergärten machen im Allgäu auf. Mancherorts werden die Menschen allerdings vergeblich einen Platz reservieren wollen. Einigen Betrieben fehlt nach dem langen Lockdown schlichtweg das Personal.

Dass Betriebe aus Personalmangel nicht öffnen können, kommt laut Armin Hollweck, Oberallgäuer Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA, sowohl bei Hotels als auch Restaurants vor. "Manche Hotels mit Restaurant können nur das Hotel betreiben, weil die Mitarbeiter für das Restaurant nicht ausreichen", berichtet er. Viele seien laut Hollweck während des Lockdowns abgewandert. Entweder in andere Branchen oder ins Ausland, wo es mehr Planungssicherheit gebe. Zum Beispiel nach Österreich, Südtirol oder in die Schweiz.

Ein Betrieb den das zum Beispiel betrifft, ist der "Engelkeller" in Memmingen. Drei bis fünf Stellen sind dort noch offen. Viele, die in der Branche gearbeitet haben, hätten ihr während des Lockdowns „komplett den Rücken gekehrt, viele qualifizieren sich nachhaltig um“, erzählt Marcel Petermann, der das Stadthotel und Restaurant zusammen mit Anna Laupheimer betreibt.

Und die Gefahr, dass so etwas passiert, besteht weiterhin: "Die Unsicherheit ist leider Gottes immer noch da", sagt Hollweck. Aktuell müssen Gastronomen bei schlechtem Wetter oder einer Zunahme der Infizierten damit rechnen, wieder schließen zu müssen.

Einen anderen personellen Engpass sieht Martin Laupheimer, Inhaber des gleichnamigen Brauereigasthof und Hotels in Westerheim-Günz (Landkreis Unterallgäu), kommen. Bis jetzt hat er genügend Mitarbeiter. Doch wie es aussieht, wenn der Stadel zum Mieten für Feiern wieder aufmacht und das Catering losgeht, kann er noch nicht sagen. Ebenso wenig, wie die Agenturen bis dahin aufgestellt sind, die bei den Veranstaltungen immer unterstützen. "Die Anfragen der Menschen sind da und wir freuen uns, wenn es wieder richtig losgeht."

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Es gibt allerdings auch Betriebe, deren Mitarbeiterzahlen über die Corona-Krise hinweg weitestgehend stabil geblieben sind. "Wir konnten das Stammpersonal gut halten", berichtet David Frick, Geschäftsführer der Klosterbrauerei Irsee. Die Suche nach Mitarbeitern sei "immer anstrengend". Ihm persönlich gehe es nicht anders als sonst.

Ähnlich ist es beim Hotel-Gasthof "Zum Engel" in Oberbeuren (Ortsteil von Kaufbeuren). "Momentan haben wir kein personelles Problem", sagt Inhaber Michael Martin. Er habe fast keinen Mitarbeiter verloren und öffnet am Donnerstag, 3. Juni, wieder.

Für Hollweck jedenfalls ist Planungssicherheit das, was die Gastronomen und Hotelbetreiber jetzt brauchen. Er fordert die inzidenzenunabhängige Öffnung von Außen - und auch der Innengastronomie.