Radsport

Allgäu-Rundfahrt des RSC Kempten findet statt - aber in anderer Form

Auf den geselligen Teil der Allgäu-Rundfahrt müssen die Teilnehmer in diesem Jahr verzichten. Auf die Traditionsveranstaltung des RSC Kempten aber nicht. Zwei Monate lang dürfen die drei Strecken absolviert werden.

Auf den geselligen Teil der Allgäu-Rundfahrt müssen die Teilnehmer in diesem Jahr verzichten. Auf die Traditionsveranstaltung des RSC Kempten aber nicht. Zwei Monate lang dürfen die drei Strecken absolviert werden.

Bild: Erwin Hafner

Auf den geselligen Teil der Allgäu-Rundfahrt müssen die Teilnehmer in diesem Jahr verzichten. Auf die Traditionsveranstaltung des RSC Kempten aber nicht. Zwei Monate lang dürfen die drei Strecken absolviert werden.

Bild: Erwin Hafner

Der RSC Kempten hält an seiner Traditionsveranstaltung fest. In diesem Jahr steht bei der Allgäu-Rundfahrt aber der gute Zweck im Mittelpunkt.
15.06.2021 | Stand: 17:30 Uhr

Die Allgäu-Rundfahrt ist seit vielen, vielen Jahren ein Höhepunkt im Kalender des RSC Auto Brosch Kempten. Ein Event, an dem jedes Mal mehr als 2000 Radsportfreunde teilnehmen. Dabei geht es ausnahmsweise mal nicht darum, die schnellsten Zeiten zu fahren, sondern gemeinsam die Schönheiten der Region auf dem Rad zu erleben. Hier spielt die Blasmusik, dort tollen Kinder auf Hüpfburgen. Geselligkeit ist den Machern der Rundfahrt enorm wichtig. André Bilz, der vor Kurzem die Organisation aus den Händen von Walter Ferstl übernommen hat, spricht von „Volksfestcharakter“. Und genau diese Besonderheit hat dem Vereinsvorstand in den vergangenen Wochen und Monaten viel Kopfzerbrechen bereitet. Weil lange nicht klar war, ob regionale Auflagen und gesetzliche Vorschriften in Zeiten der Corona-Pandemie überhaupt eine Veranstaltung dieser Art zulassen, wurde intern viel diskutiert. Mittlerweile wäre im Zuge jüngster Lockerungen zwar alles auch in bewährter Form möglich, die RSC-Führung hat sich allerdings dazu entschieden, heuer vorübergehend ein anderes Format anzubieten. „Im Nachhinein ist das ärgerlich. Aber diese Entwicklung konnte im Frühjahr noch niemand ahnen. Und es kann sich ja so schnell wieder alles ändern“, sagt Bilz.

Mit der 40. Auflage feiert der RSC Auto Brosch Kempten ein kleines Jubiläum

So wird es im Sommer 2021 gleich in zweifacher Hinsicht eine besondere Allgäu-Rundfahrt. Es ist die mittlerweile 40. Auflage, der RSC feiert also ein kleines Jubiläum. Außerdem gibt es zum ersten Mal keine Präsenzveranstaltung an einem festen Datum. Gefahren werden können die Strecken beliebig oft im Zeitraum von zwei Monaten. Vom 1. Juli bis Ende August stellen die Organisatoren den guten Zweck in den Mittelpunkt, die Rundfahrt steht im Zeichen der Nachhaltigkeit. Bilz erklärt: „Gemeinsam mit der Forstverwaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten unterstützt der RSC die Wiederaufforstung verschiedener Allgäuer Waldflächen.“

Die Teilnahme an der Rundfahrt ist kostenfrei

Die Teilnahme an der Rundfahrt ist grundsätzlich kostenfrei. Wer sich am Projekt „1000 Bäumchen für den Allgäuer Bergwald“ beteiligen möchte, darf spenden. „Unser Vorschlag ist ein Betrag von fünf Euro für jeden Teilnehmer. Man darf aber natürlich auch nur drei oder gerne auch 100 Euro spenden. Das ist jedem selbst überlassen. Die Intention dabei ist, dass wir pro Teilnehmer ein Bäumchen kaufen können“, sagt Bilz. Junge Tannen, Buchen und Bergahorn zum Beispiel. Gepflanzt werden soll im Herbst dieses Jahres durch Mitglieder des RSC Kempten. Wobei die Zahl der 1000 Bäumchen schon recht zurückhaltend angesetzt ist. Denn bei Laufveranstaltungen in Kempten etwa, die in den vergangenen Monaten nach dem gleichen Prinzip der Eigenverantwortung über jeweils einen längeren Zeitraum ausgetragen worden sind, kamen letztlich deutlich mehr Teilnehmer als bei den Wettbewerben im ursprünglichen Format. „Das wäre natürlich super. Da es bei uns aber keine Zeitmessung gibt und heuer auch keine Anmeldung nötig ist, können wir am Ende leider nicht sehen, wie viele Leute mitgefahren sind. Wir können es aus Erzählungen lediglich erahnen“, sagt Bilz.

Drei verschiedene Strecken werden für Radsportler angeboten

Neun verschiedene Strecken wurden in den Vorjahren angeboten, heuer sind es drei. Das hat vor allem organisatorische Gründe. Genehmigungsverfahren mit Ämtern und Absprachen mit Grundstückseignern wären für eine Veranstaltung über zwei Monate deutlich umfangreicher als für einen einzigen Tag. Es gibt eine kurze Tour über knapp 50 Kilometer. „Die führt rund um Kempten. Man kann jederzeit ein- und aussteigen“, erklärt Bilz. Die 100 Kilometer lange Tour ist sportlich, gute Kondition sollte man dafür haben. Geplant ist eine Runde in Richtung Westallgäu und über den Kemptener Norden wieder zurück zum Ausgangpunkt. Start und Ziel befinden sich bei allen drei Varianten am Autohaus Brosch in Durach, dem Hauptsponsor des Radsportklubs. Eine spezielle Route für Mountain- und Gravelbiker führt über 60 Kilometer von Durach aus in Richtung Nordosten – und wieder zurück. Detaillierte Tourenpläne werden ab 1. Juli veröffentlich. Noch befinden sich die Macher am Feinschliff. Bilz: „Wir fahren alle Routen noch einmal ab. Wo sind Baustellen? Gibt’s gerade besondere Gefahrenpunkte?“ Fürsorglich kümmert sich der Verein um das Wohl der Teilnehmer. Letztlich, betont Bilz, seien heuer aber alle auf eigene Verantwortung auf den Straßen und Pfaden unterwegs.