Basketball

Allgäuer Basketballvereine haben Trainerproblem

Basketball Bayerische Meisterschaft Ü17 in Günzburg in der Bruno-Merk-Halle;

Früh übt sich: Bei den Basketballern des TSV Sonthofen sollen höhenverstellbare Korbanlagen den Einstieg für Kinder erleichtern.

Bild: Ernst Mayer (Archiv)

Früh übt sich: Bei den Basketballern des TSV Sonthofen sollen höhenverstellbare Korbanlagen den Einstieg für Kinder erleichtern.

Bild: Ernst Mayer (Archiv)

Vor dem Saisonstart klagen die Allgäuer Basketballer vor allem über ein Problem: Nachwuchs gibt es genug, aber die nötigen Übungsleiter fehlen.
02.10.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Die Allgäuer Basketballvereine stehen nach langer Pause vor dem Saisonauftakt. Die Pandemie hat kaum Spuren hinterlassen, die Jugendabteilungen sind so gut besucht wie selten zuvor. Dafür mangelt es aber an anderen Stellen: Im Erwachsenenbereich fehlt es vor allem an Spielern, für den Nachwuchs gibt es nicht genug Trainer. Problematisch ist zudem die Eingliederung von Jugendlichen in den Seniorenteams. Beim TV Memmingen musste man deshalb kürzlich zu drastischen Mitteln greifen.

  • TV Memmingen In Memmingen geht mit dem Saisonauftakt eine Ära zu Ende. Nach über zehn Jahren in der Bayernliga spielen die Männer ab sofort wieder in der Bezirksoberliga. Grund dafür ist der akute Spielermangel beim TVM. „Fünf Jungs sind beim Studieren und einige Ältere haben ganz aufgehört. Wir haben lange gehofft, dass wir weiter in der Bayernliga spielen können, aber das hätte keinen Sinn gemacht“, schildert Abteilungsleiter Samir Turohan die Lage. Stattdessen wurden erste und zweite Mannschaft zusammengelegt. „Das ist eine zusammengewürfelte Truppe.“ Turohan hofft, wenigstens den Klassenerhalt in der siebthöchsten Liga zu erreichen. Im Nachwuchs hat der TVM drei Teams abgemeldet. Spieler gäbe es genug, aber die Trainer fehlen. Im Sommer hatten die Memminger über Facebook noch einen Aufruf gestartet. „Das hat allerdings nicht viel gebracht.“ Nach wie vor sucht der TVM händeringend nach Übungsleitern. Immerhin: fünf Jugendteams nehmen am Spielbetrieb teil (U 18 männlich, U 16 weiblich, U 16 m, U 14 m und U 12 w). Besonders stolz ist Turohan auf den weiblichen Nachwuchs: „Trainerin Annette Schwaderer macht einen super Job. Hier geht einiges voran.“
  • TSV Sonthofen Die Trainings der Jugendmannschaften sind gut besucht – auch nach Corona. „Wir haben zurzeit sogar Zuwachs“, sagt Abteilungsleiter Torsten Barabas. Der TSV schickt in der neuen Saison drei Nachwuchsteams (U 14, U 16 und U 18) in den Spielbetrieb. Dazu kommt eine U 12. Weitere Jugendmannschaften sollen bald folgen. Im Sommer wurden dazu bereits die Weichen gestellt. In der Sonthofer Gymnasium-Halle gibt es nun höhenverstellbare Korbanlagen, die den „Kleinen“ das Werfen erleichtern sollen. Mittels einer Kurbel können die Körbe von den üblichen 3,05 Metern auf 2,60 Meter heruntergefahren werden. Jugendtrainer sind aber auch in Sonthofen Mangelware. Deshalb strebt Barabas eine Lizenz an, um zukünftig selbst Coaches für die Anfänger ausbilden zu können: „Das wäre ein wichtiger Schritt, ein paar Interessenten habe ich schon.“ Der Verein versucht auch weiter Kinder für den orangefarbenen Ball zu begeistern: „In den nächsten Wochen richten wir Schnupperkurse in den umliegenden Grundschulen aus.“ Davon erhofft sich der Abteilungsleiter einen Zulauf im Jugendbereich des TSV.

    Diesen könnten auch die Bezirksoberliga-Männer gut brauchen. Der Kader ist enorm dünn besetzt. Seit Jahren schaffen nur wenige Jugendspieler den Sprung zu den Senioren. Das liege vor allem daran, dass, wie in Memmingen, viele Basketballer zum Studieren wegziehen. Außerdem sei auch das deutlich höhere Leistungsniveau oftmals ein Hindernis, so Barabas. Deshalb hatte der TSV zu Beginn der Vorbereitung diskutiert, ob das Team freiwillig in die Bezirksliga absteigt. Die Eingliederung von Jugendspielern wäre somit leichter gewesen. Die Sonthofer um Spielertrainer Tim Eisenhauer entschieden sich letztendlich aber für den Verbleib in der Oberliga.

  • SG Heising-Kottern Die SG ist bei den U-Mannschaften sowie bei den Senioren breit aufgestellt. Zwei Männer- und ein Frauenteam gibt es derzeit. Dazu kommen mehrere Nachwuchsteams. Zum U 12-Training kämen zeitweise über 30 Teilnehmer. „Das sind teils schon zu viele, deshalb wollen wir das in Zukunft weiter aufteilen. Eine U 8 oder U 10 wäre denkbar. Aktuell fehlen uns da aber noch die nötigen Coaches“, sagt Christopher Knapp, Mannschaftsverantwortlicher des Bayernligateams.

    Die U 16 musste wegen fehlender Trainer sogar vom Spielbetrieb abgemeldet werden. Auch in der Kotterner Männer-Truppe fehlt seit über einem Jahr ein hauptamtlicher Coach. Übergangsweise hat Spieler Fabian Feil den Posten übernommen. „Die Suche gestaltet sich wirklich schwierig“, sagt Knapp.

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