Ausdauersport

Allgäuer gewinnt den "Rosengarten Skymarathon" in den Dolomiten

Ein traumhaftes Panorama bot der „Rosengarten-Skymarathon“ in Südtirol seinen Teilnehmern. Dieses Bild entstand auf 2600 Metern am Grasleitenpass.

Ein traumhaftes Panorama bot der „Rosengarten-Skymarathon“ in Südtirol seinen Teilnehmern. Dieses Bild entstand auf 2600 Metern am Grasleitenpass.

Bild: Philipp Anton

Ein traumhaftes Panorama bot der „Rosengarten-Skymarathon“ in Südtirol seinen Teilnehmern. Dieses Bild entstand auf 2600 Metern am Grasleitenpass.

Bild: Philipp Anton

Der Weitnauer Anton Philipp gewinnt die Altersklasse Ü50 beim „Rosengarten Skymarathon“ in den Dolomiten. Deshalb schwärmt er von dem Lauf.
11.09.2021 | Stand: 01:51 Uhr

Nicht nur auf seiner Go-Pro-Kamera und der Festplatte, sondern auch in seinem Kopf wird Anton Philipp diese Bilder für immer abspeichern. Der 52-jährige Weitnauer hat schon viele außergewöhnliche Läufe in herrlichen Landschaften bestritten, aber beim „Rosengarten Skymarathon“ kommt er immer wieder von Neuem ins Schwärmen. Ja, die 45 Kilometer lange Trailrunning-Strecke war mühevoll, aber dennoch wird er diesen Lauf – übrigens wie viele andere Teilnehmer aus dem Allgäu auch – als besonders genussvoll in Erinnerung behalten.

Anton Philipp, in der Läuferszene „Der Dodo“, kennt die Schönheiten der Dolomiten-Bergwelt. Wie anspruchsvoll und abwechslungsreich die Laufstrecken dort sind, war ihm im Vorfeld bewusst. Doch die äußeren Umstände machten diesen Wettkampf zu dem, was die Trailrunner so besonders schätzen. Zu einem Naturerlebnis, zu einer persönlichen Grenzerfahrung, zu einem erfrischenden Kontrast zum Alltag. Vielleicht ist die abschließende Dusche an einem eiskalten Wasserfall bei Sankt Zyprian für Philipp auch eines der Erlebnisse mit besonderem Symbolcharakter. Er selbst hat das Foto an Familie und Freunde mit einem Augenzwinker-Smiley versehen und darunter geschrieben: „Verdiente Abkühlung“.

Eine verdiente Abkühlung gönnte sich der Weitnauer Anton Philipp nach dem Sechs-Stunden-Marsch an einem Wasserfall in Sankt Zyprian.
Eine verdiente Abkühlung gönnte sich der Weitnauer Anton Philipp nach dem Sechs-Stunden-Marsch an einem Wasserfall in Sankt Zyprian.
Bild: Simone Philipp

Anton Philipp lobt Skymarathon-Veranstalter

Dass er mit seinen Fingern das Victory-Zeichen macht, ist Ausdruck tiefer Zufriedenheit. Es mal wieder geschafft zu haben, trotz aller Mühen, trotz aller Steine und Felsen, die da im „Rosengarten“ im Weg lagen. Die Veranstalter hatten mit dem Slogan „No asphalt“ geworben. Was Philipp mit einem großen Lob quittiert: „Das wird zu 100 Prozent eingehalten. Wir sind nicht einen Meter auf Teer gelaufen.“ Wiesen, Schottertrails, teils garstig lange Anstiege auf Geröll wie am Molignonpass, aber eben auch verblockte Wege und Schneefelder – „da war alles dabei“, schwärmt Philipp und schiebt ein „traumhaft“ hinterher.

Dass er den Wochenend-Ausflug mit seiner Frau Simone und etlichen Allgäuer Lauffreunden als so positiv bewertet, hängt aber auch damit zusammen, dass sich das Wetter von seiner besten Seite zeigte und die Organisatoren in Südtirol das gemacht haben, was sie am besten können: ihre Gäste verwöhnen.

Organisation war "genial"

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Die Anstrengungen auf der Strecke lassen sich mental nun einmal leichter verarbeiten, wenn die Sonne scheint, die Wolken am strahlend blauen Himmel für tolle Schattenspiele sorgen und einem an den Verpflegungsständen freundliche Helfer Getränke und Snacks reichen. Das alles haben Philipp und seine Mitstreiter so erlebt. „Es war eine perfekte Organisation – von Läufern für Läufer“, sagt der Oberallgäuer. Auch im Ziel sei an alles gedacht worden: „Musik, Pastaparty, Shuttledienst, Gepäcktransport und eine tolle Siegerehrung – genial.“

Marathon macht Pandemie kurzzeitig vergessen

Ach ja, war da noch was? Corona? Die Pandemie schien für etliche Stunden vergessen. „Nur vor dem Start hatte ich daran gedacht und gegrübelt, wie meine Form nach eineinhalb Jahren Corona-Pause eigentlich so ist“, sagt Philipp. Auf der Strecke sei es dann überraschend gut gegangen. Auf der Langdistanz über 45 Kilometer und 3200 Höhenmetern warteten einige Dolomiten-Schmankerl: Die Vajolet-Hütte, das Rosengarten-Massiv, der Grasleiten- und Molignonpass sowie die Teufelsschlucht. Gut, dass beim letzten schweren Aufstieg auf den Tschafon seine Frau Simone ihm und den Allgäuer Mitstreitern noch einen kräftigen Schluck Cola reichte.

„Das half über den Berg, danach ging’s nur noch bergab ins Ziel nach Tiers.“ Nach 5:52 Stunden kam der 52-Jährige in der Gesamtwertung als Zwölfter ins Ziel und gewann die Altersklasse der über 50-Jährigen. Sieger Andreas Reiterer (29) zeigte als italienischer Meister seine Topform und gewann in einer Zeit von 4:48 Stunden. Flinkster Allgäuer war der 34-jährige Dominik Stadelmann vom ASV Hegge (5:34).

Topplatzierungen auch für Sonja Herbst und Stephanie Gil

Als Trainingseinheit für den Transalpine Run (Start am 4. September in Hirschegg) sahen Sonja Herbst (45/Wiggensbach) und Stephanie Gil (Kempten) den Skymarathon. Herbst wurde trotz eines Sturzes und einiger Blessuren Altersklassensiegerin über die 36-km-Strecke, Gil wurde über 45 km Gesamtfünfte, hatte sich nach intensivem Training aber ein bisschen mehr erhofft.

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