Versorgung

Allgäuer Infektpraxen haben noch Kapazitäten frei

Corona Teststation Tänzelfestplatz

Eine Infektpraxis hat in Kaufbeuren noch nicht eröffnet, am Tänzelfestplatz gibt es aber eine Station, in der täglich etwa 70 Tests stattfinden.

Bild: Foto: Mathias Wild

Eine Infektpraxis hat in Kaufbeuren noch nicht eröffnet, am Tänzelfestplatz gibt es aber eine Station, in der täglich etwa 70 Tests stattfinden.

Bild: Foto: Mathias Wild

Im Allgäu können Menschen, die an Halsweh oder Husten leiden, sich beispielsweise in sogenannten Infektpraxen untersuchen lassen. Diese haben noch Kapazitäten.

23.04.2020 | Stand: 06:08 Uhr

Wer in diesen Zeiten an Symptomen wie Halsweh oder Husten leidet, ist schnell verunsichert. Handelt es sich nur um eine harmlose Erkältung oder könnte vielleicht doch das Corona-Virus dahinter stecken? Um niedergelassene Ärzte zu entlasten und zum Schutz aller Beteiligten wurden mittlerweile im ganzen Allgäu Möglichkeiten geschaffen, um Verdachtsfälle außerhalb der Hausarztpraxen zu untersuchen. Die Infektpraxen und Sprechstunden sind gut besucht, es gibt aber noch freie Kapazitäten.

Praxen in Lindau und Lindenberg

Im Landkreis Lindau gibt es zwei dieser Praxen, eine in Lindenberg und eine in der Stadt Lindau. „Nur wer eine Überweisung seines Hausarztes oder des Gesundheitsamtes vorweisen kann oder über die Nummer 116117 einen Termin für die Sprechstunde erhalten hat, kann dort untersucht und getestet werden“, sagt Versorgungsarzt Dr. Rolf-Krischan Rauschenbach. Einen Termin bekomme, wer akute Symptome aufweist. Derzeit werden in den Praxen zwischen zehn und 20 Patienten am Tag untersucht. Nur die wenigsten seien aber tatsächlich Corona-Positiv. Bei Bedarf sei es möglich, weitere Infektpraxen zu eröffnen. Sinnvoller – und auch möglich – sei es aber, die Auslastung der bestehenden Schwerpunktpraxen zu steigern.

Fieberambulanz in der Big Box

Ähnlich sieht es in anderen Städten und Landkreisen aus. In der Kemptener Big Box wurde beispielsweise eine Fieberambulanz für den Notfall eingerichtet, zudem gibt es am Klinikum eine Infektsprechstunde, sagt Versorgungsarzt Lutz Menthel. Eine solche wird auch in Immenstadt angeboten. „Sie wird in Anspruch genommen, ist aber nicht überlaufen“, sagt der Oberallgäuer Versorgungsarzt Dr. Karim Moussa. Der Mediziner kann sich aber vorstellen, dass die Zahl der Patienten mit der „berechtigten moderaten Lockerung“ der Corona-Beschränkungen ansteigt.

Oberallgäu auf Infektions-Welle gerüstet

Sollte es zu einer Welle von Infektionen kommen, sei das Oberallgäu gerüstet. In Fischen, Sonthofen, Dietmannsried und Thalkirchdorf seien alle Voraussetzungen geschaffen worden, um dort in kürzester Zeit Schwerpunktpraxen eröffnen zu können. „Wir können jederzeit die Kapazitäten erhöhen“, sagt auch der Memminger Versorgungsarzt Dr. Jan Henrik Sperling. Derzeit kämen jeweils etwa 15 Patienten pro Tag in die Infektpraxen nach Memmingen und Mindelheim.

Teststation in Kaufbeuren

In Kaufbeuren gibt es noch keine Infektpraxis, dafür aber eine Teststation mit einem Arzt. Eine Umfrage unter den Hausärzten habe gezeigt, dass der Regelbetrieb derzeit ohne Schwerpunktpraxis machbar sei, sagt Gregor Blumtritt, Versorgungsarzt für Kaufbeuren und das Ostallgäu. In Neugablonz stünden aber Räume und Material bereit, um jederzeit eine Praxis eröffnen zu können. Zudem gibt es am Füssener Festspielhaus einen Anhänger, in dem Infektsprechstunden und Tests stattfinden. Demnächst soll die Station in die Räume der Kfz-Zulassungsstelle umziehen. An freiwilligen Ärzten, die den Betrieb gewährleisten, mangele es nicht. „Es beteiligen sich wirklich viele“ sagt Blumtritt. Das bestätigen auch die anderen Allgäuer Versorgungsärzte.