"Rohrbombenähnliche Gegenstände"

Allgäuer Jugendliche bauen Sprengsätze - Sprengstoff-Experten des LKA rücken an

Wegen vier Jugendlichen aus dem Ostallgäu waren die Kriminalpolizei Kaufbeuren und Sprengstoffexperten des Bayerischen Landeskriminalamtes im Einsatz.

Wegen vier Jugendlichen aus dem Ostallgäu waren die Kriminalpolizei Kaufbeuren und Sprengstoffexperten des Bayerischen Landeskriminalamtes im Einsatz.

Bild: Carsten Rehder, dpa (Symbolbild)

Wegen vier Jugendlichen aus dem Ostallgäu waren die Kriminalpolizei Kaufbeuren und Sprengstoffexperten des Bayerischen Landeskriminalamtes im Einsatz.

Bild: Carsten Rehder, dpa (Symbolbild)

Vier Jugendliche zwischen 15 und 16 Jahren aus dem Ostallgäu haben mit größeren Mengen Sprengmitteln experimentiert. Das LKA durchsuchte vier Wohnungen.

04.09.2020 | Stand: 13:15 Uhr

Für einen Einsatz des Landeskriminalamts Bayern (LKA) samt Sprengstoff-Experten sorgten vier Jugendliche aus dem Allgäu. Die Täter im Alter von 15 bis 16 Jahren hatten laut Mitteilung des LKA mit einer "Vielzahl" an gefährlichen Sprengmitteln experimert.

Bei Durchsuchungen in vier Wohnungen im Ostallgäu am Donnerstag fanden die Ermittler "rohrbombenähnliche Gegenstände", "sprengstoffrelevante Böller" und zahlreiche "Selbstlaborate". Wegen der Menge und Gefährlichkeit der Gegenstände haben die Sprengstoffermittler des LKA die Ermittlungen vor Ort übernommen.

Jugendliche sprengen zum dritten Mal einen Briefkasten

Aufmerksam wurden die Kriminalpolizei in Kaufbeuren und die LKA-Ermittler auf die Täter, weil im Landkreis Ostallgäu im August zum dritten Mal der Briefkasten eines Privatanwesens in die Luft gesprengt wurde. Der Anwohner hatte sich an die Polizei gewandt. Schnell fiel der Verdacht auf die vier Jugendlichen aus der Region.

Dass sie bei ihrem Handeln einen politischen oder extremistischen Hintergrund verfolgten, schließen die Ermittler nach derzeitigem Stand aus. Gleichwohl weisen sie auf die "unkalkulierbaren Gefahren" im Umgang mit solchen Sprengmitteln hin, die die Jugendlichen wohl ignoriert hätten (Lesen Sie auch: Immer mehr Allgäuer besitzen eine Waffe - einige auch illegal).

Dass niemand zu Schaden gekommen ist, sei wohl lediglich dem Glück und dem "schnellen Handeln der Polizei" zu verdanken, heißt es weiter.

Nach den Wohnungsdurchsuchungen wurden die Jugendlichen wieder aus der Obhut der Polizei entlassen. Die weiteren Ermittlungen gegen sie übernimmt die Staatsanwaltschaft Kempten.

Razzia im Unterallgäu: 100 Beamte und Sprengstoffhunde finden Schwarzpulver

Erst im Mai dieses Jahres hatten Ermittler bei an Razzia in sechs Gebäuden und Anwesen in Ottobeuren, Bad Grönenbach, Niederrieden und in der Nähe von Mindelheim im Unterallgäu Schwarzpulver, Munition und illegale Waffen gefunden. Damals waren über 100 Beamte sowie drei Sprengstoffspürhunde im Einsatz.