Tier-Krankheit

Allgäuer Landwirte leiden unter Blauzungen-Krankheit - dabei ist oft kein einziges Tier erkrankt

Allgäuer Bauern leiden unter der Blauzungen-Krankheit bei wiederkäuenden Tieren - manche sehen sich dadurch gar in ihrer Existenz bedroht.

Allgäuer Bauern leiden unter der Blauzungen-Krankheit bei wiederkäuenden Tieren - manche sehen sich dadurch gar in ihrer Existenz bedroht.

Bild: Ralf Roeger/(c) dpa - Bildfunk (Symbolfoto)

Allgäuer Bauern leiden unter der Blauzungen-Krankheit bei wiederkäuenden Tieren - manche sehen sich dadurch gar in ihrer Existenz bedroht.

Bild: Ralf Roeger/(c) dpa - Bildfunk (Symbolfoto)

Die Blauzungen-Krankheit bei Wiederkäuern bereitet Allgäuer Landwirten weiter Probleme. Warum dafür nicht mal der eigene Hof betroffen sein muss.
03.09.2020 | Stand: 17:48 Uhr

Wie konnte es dazu kommen? Auf einem Hof in Baden-Württemberg war die Blauzungen-Krankheit Ende 2018 aufgetreten. Das ist eine für den Menschen ungefährliche Virus-Infektion bei Wiederkäuern.

Um ein Ausbreiten der Krankheit zu verhindern, wurde um den betroffenen Hof im Umkreis von 150 Kilometern eine Sperrzone eingerichtet. Für die Betriebe innerhalb der Zone ist es nur unter erschwerten Bedingungen möglich, die Tiere zu verkaufen.

Die Mutter muss laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mindestens 28 Tage vor der Geburt des Kälbchens geimpft worden sein. Nur dann könne das Kalb auch außerhalb der Sperrzone verkauft werden.

Teure Impfungen - für nix?

Die Impfungen sind laut Christoph Busch von der Allgäuer Herdebuchgesellschaft jedoch teuer. „Die Landwirte zahlen Geld für nix und wieder nix“, klagt Busch. „Es gab in unserer Region noch nie einen Blauzungen-Fall“, sagt Hans-Peter Rauch, Metzgermeister aus Waltenhofen-Hegge (Oberallgäu).

Eine Impfpflicht besteht nicht, jedoch „bleibt dem Landwirt kaum eine Wahl“, sagt Busch. „Die Betriebe entlang der Alpenkette sind darauf angewiesen, nach Norddeutschland oder ins Ausland zu verkaufen.“ Und Rauch sagt aus Sicht des Metzgermeisters: „Auch wenn wir helfen wollten, könnten wir das nicht.“ Denn es gebe nicht so viele Abnehmer, dass die Bauern alle Kälber in der Region verkaufen können.

Dass es die Sperrzone noch immer gibt, ist vielen Landwirten ein Rätsel. Zu denen, die Unverständnis äußern, gehört der Ostallgäuer Bauern-Obmann Josef Nadler: „Das ist schwer nachzuvollziehen.“ Niemand wolle die Verantwortung übernehmen und die Sperrzone auflösen. Lesen Sie auch: Neue Düngeverordnung - Aufstand der Ostallgäuer Bauern.

Landwirte sehen sich in ihrer Existenz bedroht

Manche Landwirte bedrohe diese Situation in ihrer Existenz: „Einige Betriebe hören auf“, sagt Busch. Der Landwirt könne seine Kälber nur noch deutlich unter Wert verkaufen, müsse sie aber dennoch großziehen.

Mindestens zwei Jahre muss die Sperrzone laut EU-Richtlinien bleiben. Ende des Jahres könnte sie also aufgehoben werden. Ob es wirklich so kommt, kann niemand sagen. „Aber wir hoffen natürlich darauf“, sagt Nadler.

Erfahren Sie hier mehr über den langen Schatten, den der Allgäuer Tierskandal geworfen hat.