Was macht "Fridays for Future" gerade?

Allgäuer Umwelt-Aktivisten: "Die Klima-Krise macht keine Pause"

Mit Plakaten in Marktoberdorf wollen die Mitglieder von Fridays for Future die Themen Klima und Umwelt wieder in den Fokus rücken.

Mit Plakaten in Marktoberdorf wollen die Mitglieder von Fridays for Future die Themen Klima und Umwelt wieder in den Fokus rücken.

Bild: Miriam Kautzky

Mit Plakaten in Marktoberdorf wollen die Mitglieder von Fridays for Future die Themen Klima und Umwelt wieder in den Fokus rücken.

Bild: Miriam Kautzky

Die Mitglieder von "Fridays for Future" im Allgäu sind trotz der Corona-Einschränkungen aktiv. Was sie derzeit tun, um weiter für den Umweltschutz zu kämpfen.
05.06.2020 | Stand: 12:19 Uhr

"Wir haben nur eine Erde" und "Milliarden ökologisch und nachhaltig vergeben" steht auf Plakaten, die Aktivisten von "Fridays for Future" diese Woche in Marktoberdorf ausgelegt haben. Zum einen wollten sie damit das Thema Umweltschutz, das durch die Corona-Krise in den Hintergrund gerückt ist, wieder in den Fokus bringen.

>> Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Lage im Allgäu und der Welt laufend in unserem News-Blog <<

Zum anderen richteten sich die Forderungen an die Politiker, die in diesen Tagen ein milliardenschweres Corona-Konjunkturpaket beschlossen haben. "Damit man das 1,5-Grad Ziel noch einhalten kann, ist es essenziell, dass man dieses Geld nachhaltig und ökologisch einsetzt", sagt Aktivistin Miriam Kautzky.

Vorerst keine Demonstationen: "Wir wollen nicht mit Impfgegnern in eine Schublade gesteckt werden"

Das ist ihrer Meinung nach in dem Paket allerdings nicht ausreichend berücksichtigt worden. Dennoch wollen sie und ihre Mitstreiter weiter kämpfen. „Die Klimakrise macht keine Pause und wir können das Thema wegen Corona nicht völlig unter den Tisch fallen lassen.“ Daher sind die Mitglieder auch in den vergangenen Wochen in Kontakt geblieben. „Bei uns lief schon immer viel über digitale Kommunikation, das ist uns jetzt zugute gekommen.“ Kurz habe man überlegt, eine Demonstration anzumelden, wegen der vielen Auflagen sei das bislang aber nicht passiert. „Wir wollen außerdem nicht mit Impfgegnern in eine Schublade gesteckt werden“, sagt Kautzky.

Bilderstrecke

Das sind die (Allgäuer) Gesichter von Fridays for Future

Fridays for Future startete Plakat-Aktion auch in Kempten

Trotz Corona weiterhin aktiv sind auch die Kemptener Mitglieder von "Fridays for Future". Ende Mai haben sie in der Stadt eine Plakat-Aktion veranstaltet, um ein Zeichen zu setzen: Der Klimawandel darf in Zeiten der Corona-Krise nicht in Vergessenheit geraten. „Wir suchen Ausweichmöglichkeiten, um auch ohne große Demonstrationen präsent zu bleiben“, sagt Mit-Organisatorin Felicitas Schmidt.

Allgäuer Aktivisten planen ihre Aktionen per Videochat

Einmal pro Woche gebe es einen Videochat, in dem unter anderem besprochen werde, wie die Gruppe politisch aktiv sein kann. Dabei gehe es auch um neue Aktionen. Beispielsweise haben die junge Leute Themenwochen im Sozialen Netzwerk Instagram ins Leben gerufen und dort Aspekte wie den Kohlekreislauf erklärt.

>> Wie "Fridays for Future" in der Corona-Krise digital streikte, lesen Sie hier <<

An den Videokonferenzen nimmt auch Julius Bernhardt regelmäßig teil. Er sitzt seit Kurzem für die Wählergemeinschaft „Future for Kempten“ im Stadtrat und hofft, dort etwas bewegen zu können. „Gerade arbeite ich mich noch in die Stadtrats- und Ausschussarbeit ein“, sagt er.

Auch Eltern engagieren sich weiter für den Umweltschutz

Doch nicht nur die Jungen, auch die "Parents for Future" (PFF), also die Eltern, plädieren dafür, dass „der Klimaschutz auch jetzt ein wichtiger Kompass für alle politischen Entscheidungen“ sein sollte. So steht es in einer Pressemitteilung der PFF Lindau. Bei einer ihrer Aktionen stehen grüne Klimawandel-Steine im Mittelpunkt. Diese legen sie an öffentlichen Orten im Lindauer Raum aus: auf Parkbänken, an Marktplätzen und vor Rathäusern. Laut den Beteiligten sollen die Steine „gern durch unsere Gesellschaft wandeln“. Das heißt sie können mitgenommen und anderwso wieder abgelegt werden.

>> Was bemalte Steine auf Marktoberdorfer Wegen mit der "Fridays for Future"-Bewegung zu tun haben, lesen Sie hier <<