Winterdienst im Allgäu

Allgäuer Winterdienst ist gerüstet: So viel Salz ist auf Vorrat

Mit einem Kleintraktor wird ein Gehweg in Kempten geräumt.

Mit einem Kleintraktor wird ein Gehweg in Kempten geräumt.

Bild: Ralf Lienert

Mit einem Kleintraktor wird ein Gehweg in Kempten geräumt.

Bild: Ralf Lienert

Die Salz-Lager sind im Allgäu überall gut gefüllt. Auf den Allgäuer Straßen landet aber nicht nur gewöhnliches Salz: Das sind die Vorteile anderer Stoffe.
20.01.2021 | Stand: 08:42 Uhr

Beschäftigte des Winterdiensts haben in dieser Saison alle Hände voll zu tun. Die Mitarbeiter der Bauhöfe schieben den Schnee von den Straßen, schaufeln Gehwege frei und streuen Split. Die großen Räumfahrzeuge des Staatlichen Bauamts fahren Kilometer für Kilometer der Bundes- und Staatsstraßen ab und streuen tonnenweise Salz. Doch ist genügend Salz vorhanden?

„Wir haben die Lager schon im Sommer gefüllt“, sagt Werner Schmid vom Staatlichen Bauamt Kempten, zuständig für den Betriebsdienst im gesamten Allgäu. Seit dem Winter 2012/2013 werde das so gehandhabt, „damit wir autark sind“. Denn damals sei das Salz ausgegangen, weil es Probleme bei der Förderung gegeben habe. „In Durach bei Kempten haben wir eine Halle. Dort lagern 23 000 Tonnen Salz, 10 000 weitere Tonnen befinden sich in den Meistereien.“

Zusätzliche Subunternehmer beauftragt

„Unsere fünf Straßenmeistereien betreuen ein Straßennetz von insgesamt 1350 Kilometern“, sagt Schmid. Die Räumung der Kreisstraßen liegt bei den Landkreisen, Gemeindestraßen werden von den Kommunen freigehalten. Insgesamt sind beim Winterdienst des Staatlichen Bauamts etwa 130 Beschäftigte im Einsatz. Das Bauamt beauftragt zusätzlich Subunternehmer, die bei der Arbeit unterstützen: „Wir stellen etwa ein Drittel des Personals und der Fahrzeuge“, sagt Schmid. Der Rest komme von Privatanbietern. „Etwa 45 Großfahrzeuge haben wir im Fuhrpark“, sagt Schmid. Geräumt werde grundsätzlich täglich zwischen drei und 22 Uhr. „Auf den großen Bundesstraßen haben wir einen erweiterten Dienst, da räumen wir rund um die Uhr“, sagt Schmid. In Ausnahmesituationen, wie es sie zum Beispiel am Sonntag gab, werde aber auch auf den Nebenstrecken intensiver geräumt.

Bestes Mittel gegen Glätte ist nach wie vor Salz

Auch in den meisten Kommunen gehen die Räumarbeiten in den frühen Morgenstunden los: In Memmingen machen sich die Mitarbeiter der Streckenkontrolle um drei Uhr an die Arbeit und informieren dann die Kollegen, die um vier Uhr mit den Fahrzeugen je nach Wetterlage die Straßen räumen und Salz streuen. In Füssen beginnt der Lagecheck ebenfalls um drei Uhr. „Wir kriegen es in der Regel hin, dass die Hauptachsen bis sieben Uhr frei sind“, sagt der Füssener Bauhofleiter Uwe Fuchs. Das beste Mittel gegen Glätte ist nach wie vor Salz, sagt Schmid. „Und zwar nahezu das gleiche, das auch auf das Frühstücksei kommt“, ergänzt er. Seit einigen Jahren gebe es das sogenannte Feuchtsalz. Dabei werde das Salzkorn kurz vor der Streuung angefeuchtet. „So kann das Salz das Eis schneller anlösen“, erklärt Schmid. Außerdem bleibe das länger liegen, denn es könne nicht verweht werden. „Deshalb benutzen wir das Feuchtsalz vorwiegend zur Prävention über Nacht“, sagt Schmid. Teilweise werde auch reine Sole verwendet. Die könne breiter ausgebracht werden. „So werden zum Beispiel auf der B 12 zwei Spuren gleichzeitig behandelt“, sagt Schmid. Der Füssener Bauhof verzichtet auf Flüssigsalz: „Das ist schlichtweg zu teuer“, sagt Leiter Uwe Fuchs.

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