Konzerte im Allgäu

Am Festspielhaus Füssen: Open Airs am Forggensee in den Sommer 2021 verlegt

Festspielhaus Füssen am Forggensee: Die Königswinkel Open Airs 2020 sind abgesagt. Drei neue Open-Air-Termine stehen bereits für 2021 fest.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Festspielhaus Füssen am Forggensee: Die Königswinkel Open Airs 2020 sind abgesagt. Drei neue Open-Air-Termine stehen bereits für 2021 fest.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Nach der Absage der Königswinkel Open Airs am Festspielhaus Füssen stehen neue Termine von drei der vier Freiluftkonzerte fest. Womit die Veranstalter rechnen.

30.06.2020 | Stand: 14:58 Uhr

Nun ist es amtlich: Die Königswinkel-Open-Airs am Festspielhaus in Füssen sind abgesagt. Allerdings will Veranstalter Allgäu Concerts (Buchenberg) alle vier Großkonzerte am Forggensee im Sommer 2021 nachholen. Drei Shows konnte Allgäu Concerts bereits neu terminieren:

  • Sarah Connor singt am 22. Juli 2021 im Barockgarten des Festspielhauses,
  • Sido rappt am 23. Juli 2021,
  • Schlagersänger Roland Kaiser wird am 24. Juli 2021 auftreten.
Für das Konzert von Xavier Naidoo steht noch kein neuer Termine fest. Es sei sicher, dass er im Sommer 2021 in Füssen zu Gast sein wird, sagt Allgäu-Concerts-Geschäftsführerin Michaela Schneider und bittet um ein paar Tage Geduld.

Sie begründet die Verlegungen mit dem deutschlandweiten behördlichen Verbot von Großveranstaltungen bis 31. August. Zwar habe die Politik immer noch nicht definiert, was genau unter einer Großveranstaltung zu verstehen sei. „Wir sind aber sicher, dass wir darunterfallen“, sagt Schneider. Außerdem hätte die Feinplanung für die Freiluft-Konzerte nun beginnen müssen, eine Entscheidung sei nicht länger aufschiebbar gewesen.

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Für Allgäu Concerts seien die Absagen der vier großen Konzerte am Forggensee, für die jeweils zwischen 5.000 und 8.000 Besucher erwartet wurden, ein herber Schlag, sagt Schneider, die mit ihrem Team noch weitere Open Airs in Süddeutschland organisiert. Die Vorverkaufszahlen seien hervorragend gewesen, der Sommer wäre „einer der besten in unserer Firmengeschichte“ gewesen. Schneider: „Wir müssen riesige Einbußen hinnehmen.“

Allerdings stehe die Existenz ihrer Agentur nicht auf dem Spiel. Man habe Rücklagen gebildet und im Gegensatz zu anderen Veranstaltern Versicherungen abgeschlossen. „Die Gewinne sind weg“, sagt Schneider. „Aber Allgäu Concerts wird die Krise überstehen.“

Die bereits gekauften Karten für Roland Kaiser, Sido und Sarah Connor bleiben für die Auftritte im Sommer 2021 gültig, teilt Allgäu Concerts weiter mit. Wer noch keine hat, könne jetzt schon welche erwerben. Wer den Kauf rückabwickeln möchte, den bittet Schneider um ein paar Wochen Geduld. „Eine Erstattung gibt es auf jeden Fall – wie auch immer“, versichert sie.

Big Box sagt noch nicht alles ab

Die Big Box Allgäu in Kempten hat – neben einzelnen Absagen – inzwischen einen Gutteil ihrer Veranstaltungen in den kommenden Wochen ebenfalls verlegt. Darunter sind beispielsweise die beiden Juni-Auftritte von Komiker Luke Mockridge, der nun am 14. und 15. April 2021 nach Kempten kommt. Allerdings stehen nach wie vor etliche große Konzerte und Shows auf dem Terminkalender der Halle, beispielsweise die Auftritte der Münchner Symphoniker am 16. und 17. Mai sowie das Musikkabarett von Pizzera & Jaus am 20. Mai. Das liegt laut Ramona Kloos von der Big Box einerseits daran, dass es bisher immer noch keine klare Definition gebe, was eine Großveranstaltung ist und was nicht (die ja bis 31. August verboten sind). Andererseits könne man nur dann Shows absagen, wenn eine behördliche Anordnung vorliege. Bis jetzt sind Veranstaltungen jedoch nur bis 11. Mai verboten. Die Big Box warte nun ab, was die Politik in der kommenden Woche hinsichtlich der Corona-Beschränkungen beschließe und werde dann kurzfristig reagieren, teilt Kloos mit.

Karten für verlegte Veranstaltungen besitzen ihr zufolge weiterhin Gültigkeit, können aber bei triftigen Gründen (gebuchter Urlaub, Krankheit ...) zurückgegeben werden. Bei Absagen bitte man die Kartenkäufer, dass sie einen Gutschein statt der Geldrückgabe akzeptierten. Da die Klärung der Verschiebungen und Absagen Zeit benötige, bittet auch die Big Box um Verständnis, dass Bearbeitungen von Anfragen derzeit länger dauern.

Inzwischen fordert der Deutsche Musikrat finanzielle Hilfen auch für Veranstalter, Festivals und die Musikwirtschaft insgesamt – nicht nur für Soloselbständige. „Um das Musikleben vor einem Absterben zu bewahren, bedarf es eines Strukturhilfefonds“, erklärt Präsident Martin Maria Krüger. Zuschüsse durch Soforthilfen seien in dieser Krisenzeit oftmals nur als kurzfristige Überbrückungshilfe geeignet. Die Defizite durch ausgefallene Konzerte und Rückabwicklung ganzer Festivals summierten sich für Veranstalter „schnell drastisch und existenzbedrohend“.