Berufswelt im Allgäu

Auf dem Allgäuer Arbeitsmarkt entspannt sich die Lage

In der Lagerwirtschaft gibt es derzeit gute Chancen, einen Arbeitsplatz im Allgäu zu finden.

In der Lagerwirtschaft gibt es derzeit gute Chancen, einen Arbeitsplatz im Allgäu zu finden.

Bild: Alexander Kaya (Symbol)

In der Lagerwirtschaft gibt es derzeit gute Chancen, einen Arbeitsplatz im Allgäu zu finden.

Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Vor allem in Hotellerie und Gastronomie sind im Allgäu noch viele Stellen frei. Die Arbeitslosen-Quote in der Region liegt im Juli bei 2,6 Prozent.
29.07.2021 | Stand: 18:23 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen im Allgäu ist im Juli kräftig gesunken. Nach Angaben der Agentur für Arbeit sind 10 289 Menschen ohne Job, 531 weniger als im Juni und 2591 weniger als im Juli des Vorjahres. Die Arbeitslosen-Quote sank im Vergleich zu Juni um 0,2 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent und lag damit deutlich unter dem bundesweiten Schnitt (5,6).

Dank weitgehender Öffnungen nach dem Lockdown entspannt sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in großen Schritten. „Wir sind weiter auf Erholungskurs. Arbeits- und Ausbildungsmarkt entwickeln sich für Bewerber weiterhin positiv“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Arbeitsmarkt: Das Vorkrisenniveau ist noch nicht erreicht

Das Vorkrisen-Niveau ist allerdings noch nicht erreicht: Im Juli 2019 – vor Beginn der Corona-Pandemie – hatte die Arbeitslosenquote in der Region bei 2,2 Prozent gelegen. Doch die Signale aus der Wirtschaft weisen laut Maria Amtmann derzeit auf eine weitere Entspannung hin.

So stieg die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Juni um 8,5 Prozent auf 6444. Das sind 507 mehr als im Vormonat und sogar 2372 mehr als im Juli 2020. Besonders gesucht werden demnach Arbeitskräfte in der Hotellerie und Gastronomie: 624 offene Stellen sind in diesem Bereich derzeit gemeldet. „Im zweiten Lockdown sind viele Beschäftigte aus diesem Sektor in andere Branchen abgewandert, in denen sie mehr Perspektive sahen. Oder sie wechselten innerhalb der Hotellerie und Gastronomie nach Österreich, wo ja bereits früher gelockert wurde“, erklärt Amtmann die ungewohnt hohe Zahl.

Auch in den Branchen „Lagerwirtschaft, Post, Zustellung und Güterumschlag“ (435 Stellen) und Metallverarbeitung (341 Stellen) sowie Maschinenbau- und Betriebstechnik (306) haben qualifizierte Interessenten gute Chancen auf eine neue Arbeitsstelle.

Im März hatten 4200 Betriebe Kurzarbeit beantragt

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Voll bewährt hat sich laut Amtmann die Kurzarbeit als Instrument in der Corona-Krise. 185 Millionen Euro seien seit Jahresbeginn im Bereich der Arbeitsagentur an Unternehmen ausgezahlt worden. Allein im März hätten knapp 4200 Betriebe Kurzarbeit für über 32 000 Personen beantragt. „Mittlerweile geht der Trend massiv nach unten. Die Betriebe können ihre Mitarbeiter wieder besser oder sogar voll auslasten“, sagt Amtmann.

Viele Chancen bieten sich derweil Schulabgängern im Allgäu: 2273 freie Ausbildungsstellen haben Firmen zu vergeben. Das bedeutet die „Qual der Wahl“ für derzeit 843 junge Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Rein rechnerisch kommen auf jeden der noch „Unversorgten“ 2,7 offene Ausbildungsstellen. Vor allem im Verkauf (Kaufleute im Einzelhandel und Verkäufer) sowie im Hotel- und Gaststättenbereich (Hotelfachleute und Köche) wird fieberhaft um Azubis gerungen.