Viele Chancen für Jobsuchende

Arbeitsmarkt im August: Über 6800 offene Stellen im Allgäu

Johannes Hammerschmidt

Trotz seiner Schwerhörigkeit hat sich Johannes Hammerschmidt auf dem Arbeitsmarkt durchgesetzt. Der 24-Jährige arbeitet als Gebäudetechniker bei der Altusrieder Firma ZGT Zügner.

Bild: Martina Diemand

Trotz seiner Schwerhörigkeit hat sich Johannes Hammerschmidt auf dem Arbeitsmarkt durchgesetzt. Der 24-Jährige arbeitet als Gebäudetechniker bei der Altusrieder Firma ZGT Zügner.

Bild: Martina Diemand

Die Zahl der Erwerbslosen steigt leicht, doch die Wirtschaft ist weiter im Aufwind. Was die Arbeitsagentur Jugendlichen rät, die noch eine Lehrstelle suchen.
31.08.2021 | Stand: 19:58 Uhr

Die Arbeitslosen-Quote im Allgäu ist im August leicht auf 2,7 Prozent gestiegen. Nach Angaben der Agentur für Arbeit sind 10 464 Menschen ohne Job, 175 mehr als im Juli, aber 2996 weniger als im August des Vorjahres. Der Anstieg zum Vormonat sei üblich: „Ausbildungen, Studiengänge und Schuljahre enden. Deshalb melden sich viele Menschen arbeitslos“, sagt Horst Holas, stellvertretender Leiter der Arbeitsagentur Kempten-Memmingen. Vor allem junge Leute hätten aber gute Chancen, denn es gebe 6829 offene Stellen auf dem Allgäuer Arbeitsmarkt. Das seien 60 Prozent mehr als im vergangenen August. „Da zeigt sich der anhaltende Aufschwung der Wirtschaft im Allgäu am deutlichsten“, sagt Holas. Deshalb rät er: „Jugendliche, die noch auf der Suche nach einer Ausbildung sind, sollten Kontakt mit der Berufsberatung aufnehmen.“

Die Entwicklung bei Menschen mit Behinderung freut Holas besonders. 16 Millionen Euro an Förderung wurden heuer im Allgäu eingesetzt und das habe Früchte getragen: 164 Menschen waren Teil des Integrationsprogramms, 112 haben eine Ausbildung abgeschlossen. Einer von ihnen ist Johannes Hammerschmidt aus Kempten.

Allgäuer muss sich in neuer Stelle zurechtfinden: "Paradebeispiel für Integration"

Seine erste Ausbildung als Industriemechaniker musste er aufgeben. Denn der 24-Jährige ist schwerhörig und bekommt epileptische Anfälle, weswegen er nicht mehr an schweren Maschinen arbeiten durfte. Für Hammerschmidt eine Hiobsbotschaft: „Ich bin ein Handwerkertyp und arbeite gerne mit meinen Händen.“ Im Büro zu sitzen, konnte er sich nicht vorstellen. Doch der Kemptener fing eine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner an. Seit Januar hat er ausgelernt und ist bei der Firma ZGT Zügner in Altusried als Gebäudetechniker angestellt. Er fertigt Gebäudeumrisse an und erstellt Zeichnungen mithilfe einer 3D-Software. „Die Arbeit habe ich mir anders vorgestellt, aber sie macht Spaß und ich lerne täglich etwas Neues.“

Maria Natterer von der Beratungsstelle der Agentur sieht ihn als Paradebeispiel für Integration: „Es hat zwar etwas gedauert, aber er hat nie aufgegeben.“