Weniger Arbeitslose im Allgäu

Trotz Corona-Pandemie sinkt im Allgäu die Zahl der Arbeitslosen

Die Arbeitslosenzahlen im Allgäu sind so gering wie seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr. Geförderte Fortbildungen sind auch ein Grund dafür.

Die Arbeitslosenzahlen im Allgäu sind so gering wie seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr. Geförderte Fortbildungen sind auch ein Grund dafür.

Bild: Sina Schuldt, dpa (Archiv)

Die Arbeitslosenzahlen im Allgäu sind so gering wie seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr. Geförderte Fortbildungen sind auch ein Grund dafür.

Bild: Sina Schuldt, dpa (Archiv)

Mit so guten Arbeitsmarkt-Zahlen im Allgäu konnte die Agentur für Arbeit seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr aufwarten. Wie es dazu kommt.
01.10.2020 | Stand: 05:30 Uhr

Positive Nachrichten hatte Maria Amtmann bei der Vorstellung der Allgäuer Arbeitsmarktdaten für den September parat: „Wir haben eine sehr, sehr schöne Entwicklung mit über 800 Abnahmen bei den Arbeitslosen.“

Derzeit sind gut 12 600 Menschen im Allgäu ohne Job. Die Quote sank von August auf September um 0.3 Punkte auf 3,2 Prozent. Das ist laut Amtmann „der niedrigste Wert seit Beginn der Corona-Krise.“ Die offenen Stellen nahmen um 210 auf 4470 zu (siehe Grafik).

Arbeitgeber und Agentur für Arbeit teilen sich Kosten für Fortbildung

Dabei wird er unterstützt von seinem Arbeitgeber und der Agentur für Arbeit, die sich die Kosten für die zehnmonatige Fortbildung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Kaufbeuren teilen.

Möglich ist dies durch das seit Anfang 2019 bestehende Qualifizierungschancengesetz. Je nach Unternehmensgröße und vorhandener Qualifizierung kann die Arbeitsagentur Lehrgangsgebühren und Lohn während der Weiterbildung teilweise oder ganz übernehmen.

Warum macht nun ein gut ausgebildeter Facharbeiter wie Dennis Steinbach überhaupt so eine Fortbildung? „Ich bin viel bei Kunden weltweit unterwegs. Bei Fragen zur Mechanik unserer Produkte kann ich alles zeigen und erklären, nicht aber zur Elektrik.“ Wenn er also auch in der Elektrik fit ist, vermeidet er im Beisein der Kunden Rückfragen im eigenen Unternehmen, „was immer nicht gut ankommt“, sagt Steinbach. Und sein Arbeitgeber erspart sich, einen zweiten Mann als Elektrik-Experten mit auf Montage zu schicken, erklärt AIP-Geschäftsführer Christian Hartmann.

Bei AIP nehmen momentan insgesamt fünf Mitarbeiter an solch einer Fortbildung teil. „Das ist auch wichtig, um auf den Strukturwandel in der Branche – Stichworte Elektro-Mobilität und Digitalisierung – vorbereitet zu sein“, sagt AIP-Ausbildungsleiter Martin Hartmann – übrigens nicht verwandt oder verschwägert mit dem Geschäftsführer (Lesen Sie auch: Zahl der "Hartz IV"-Empfänger im Allgäu steigt).

Die berufsbegleitende Weiterbildung von Dennis Steinbach umfasst 400 Unterrichtsstunden. Die Kosten dafür plus Prüfungsgebühr und zeitweise Freistellung vom Betrieb belaufen sich auf etwa 10.000 Euro, die sich AIP und Arbeitsagentur teilen. „Wir engagieren uns finanziell bei der Fortbildung der Arbeitnehmer, weil dadurch nicht nur Stellen gesichert werden, sondern auch die Volkswirtschaft profitiert“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der fürs bayerische Allgäu zuständigen Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Heuer schon Weiterbildung von 400 Menschen bezuschusst

Die Behörde hat im bisherigen Jahresverlauf für gut 400 Beschäftigte einen Weiterbildungszuschuss geleistet. Und die Sache wird noch interessanter. Denn ab dem 1. Oktober gelten mit dem „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ höhere Fördersätze für die berufliche Fortbildung.