Lärm, Gelage, Müll

"Ballermann" am Bodensee: Österreicher sauer auf deutsche Party-Touristen

Jugendliche Partygänger aus Deutschland, teils auch aus dem Allgäu angereist, sorgen in Bregenz für Ärger.

Jugendliche Partygänger aus Deutschland, teils auch aus dem Allgäu angereist, sorgen in Bregenz für Ärger.

Bild: Uwe Anspach/dpa (Symbolfoto/Archivbild)

Jugendliche Partygänger aus Deutschland, teils auch aus dem Allgäu angereist, sorgen in Bregenz für Ärger.

Bild: Uwe Anspach/dpa (Symbolfoto/Archivbild)

"Ballermann" in Bregenz? Hunderte Jugendliche sollen laut Medien für Lärm und Müll rund um einen Campingplatz sorgen. Warum die Österreicher sauer sind.
13.08.2020 | Stand: 08:16 Uhr

Update 12. August: Nach der Berichterstattung über Ballermann-Exzesse in Bregenz hat die Polizei stärkere Kontrollen angekündigt. Mehr darüber lesen Sie hier.

 

Partyalarm im beschaulichen Bregenz am Bodensee: Darüber berichten österreichische Medien. Vermehrt hätten sich demnach in letzter Zeit Dauercamper, Campingplatz-Anrainer oder Passanten darüber beschwert, wie sich Jugendliche an ihrem Zeltplatz und am See aufführen. Es geht um Trichtersaufen, Partylärm bis tief in die Nacht und um Jugendliche, die ihre Notdurft in der Natur verrichten. „Und dann lassen sie einfach alles liegen. Es schaut zeitweise entsetzlich aus“, zitieren die Vorarlberger Nachrichten (VN) eine Dauercamperin. Die Überschrift des Artikels: "Klagen über Ballermann am Bodensee." Wegen der Corona-Krise würden heuer viel mehr deutsche Jugendliche auf einen großen Campingplatz in Bregenz strömen und sich dort und am See - freundlich formuliert - nach Herzenslust austoben.

Alexander Weiss (28), Junior-Chef des besagten Campingplatzes, hat die Faxen dicke. „Es stimmt, dass es Probleme gibt. Man sagt uns das auch immer wieder. Aber wir tun alles, um die Dinge halbwegs unter Kontrolle zu halten. Wir haben Securitys angestellt, die zum Rechten sehen. Und wir gehen auch gegen Ruhestörer und Verschmutzer vor“, sagt er der VN.

Betrunkene randalieren in Lindau

Auch andernorts geraten Partys am Bodensee mitunter außer Kontrolle. So am frühen Dienstmorgen in Líndau, als vier betrunkene junge Männer auf der Maximilianstraße randalierten: Sie gröhlten und warfen Stühle herum. Die Polizei erteilte ihnen Platzverweise und warnte sie davor mit dem Rad zu fahren. Ein 25-Jähriger tat es dennoch und versuchte davon zu radeln. Als die Polizei ihn schnappte, reagierte er aggressiv und beleidigte die Einsatzkräfte. Szenen, die sich in ähnlicher Weise auch auf Schinkenstraße auf Mallorca abspielen könnten. Doch dort ist bekanntlich aufgrund der Corona-Pandemie der legendäre Bierkönig geschlossen.

Dass in diesem Sommer ein "Hauch Ballermann" in manchen Ecken am Bodensee weht, hat auch Edmund Martin, Chef der Polizeiinspektion Füssen, von dortigen Kollegen schon gehört. Doch diese neuartige Erscheinung sei bislang nicht auf weitere Seen in der Region übergesprungen. Am Forggensee, dem fünftgrößten See Bayerns, gebe es bislang keine Party-Auswüchse. Und auch der Hopfensee mit seiner bekannten Riviera blieb von feiernden Horden verschont. Mehr Probleme machen da schon Wildcamper und Falschparker.

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Ähnlich verhält es sich im gesamten Gebiet des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Meldungen über große Sausen im "Ballermann-Stil" gibt es keine. Wohl aber werden die Beamten verstärkt wegen Ruhestörung gerufen. Allein 220 Mal mussten sie deshalb am Wochenende ausrücken. Nicht immer waren dabei jedoch private Feiern nachweislich zu laut.

Manchmal seien die angeblichen Betroffenen auch schlichtweg sehr sensibel gewesen oder es gab bereits eine Vorgeschichte in Form eines generellen Nachbarschaftsstreits, teilte ein Polizeisprecher mit.