Reporter in Aktion

Auf dem kürzlich eröffneten King's Field in Füssen: AZ-Reporter probiert sich im Baseball

Trainerin Monja Unland (links) erklärt AZ-Volontär Noa Hüper, worauf es beim Schlag ankommt: Seitlich hinstellen, leicht in die Knie gehen, den Ball anschauen und sauber durchschwingen – gar nicht so einfach.

Trainerin Monja Unland (links) erklärt AZ-Volontär Noa Hüper, worauf es beim Schlag ankommt: Seitlich hinstellen, leicht in die Knie gehen, den Ball anschauen und sauber durchschwingen – gar nicht so einfach.

Bild: Matthias Becker

Trainerin Monja Unland (links) erklärt AZ-Volontär Noa Hüper, worauf es beim Schlag ankommt: Seitlich hinstellen, leicht in die Knie gehen, den Ball anschauen und sauber durchschwingen – gar nicht so einfach.

Bild: Matthias Becker

AZ-Reporter Noa Hüper trainiert mit den Baseballern der Füssen Royal Bavarians – und entdeckt nach Startschwierigkeiten eine neue Leidenschaft.
14.08.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Schon oft habe ich von Baseball und Softball gehört, aber eine genaue Vorstellung, wie die in den USA so beliebten Spiele funktionieren, habe ich nicht. Die Kenntnisse beschränken sich auf eine Baseball-Sportstunde in der neunten Klasse und Internetrecherche im Vorfeld meines tollkühnen Unterfangens. Angespannt, aber voller Vorfreude betrete ich das vor Kurzem eröffnete King´s Field im Füssener Osten. Direkt neben dem Lech spielen und trainieren die Royal Bavarians, deren Herrenteam in der 2. Bundesliga antritt. Beim Training der Hobbymannschaft kann ich zeigen, ob ich das Zeug zum Baseballer habe.

Was mich schon vor Beginn der Trainingseinheit anspornt, ist der Traum vom Homerun. Doch als mir Monja Unland, Trainerin des Hobbyteams, die wichtigsten Regeln und Handgriffe erklärt, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Die ganzen Fachbegriffe überfordern mich etwas. Zum Glück geht es mit einem lockeren Aufwärmprogramm los. Eine Runde um den großen Platz joggen, anschließend Dehnen. Wade, Oberschenkel, aber vor allem die Arme werden auf den Ernstfall vorbereitet. Danach werden Pärchen gebildet und Bälle verteilt – Wurf- und Fangübungen sind an der Reihe. Der Lederhandschuh ist mir ein bisschen zu klein – aber was soll´s, wird schon schief gehen.

Fang- und Passübungen funktionieren gut

Während sich meine Trainingskollegen die Softballs über den halben Platz zuwerfen und die Kugeln spielerisch leicht mit ihren Handschuhen aus der Luft pflücken, fange ich zunächst mit den Grundlagen an. Trainerin Unland und ich passen uns den Ball über ein paar Meter hin und her. Fangen und Werfen, das funktioniert soweit. Auch als wir die Distanz vergrößern und eine Schrittreihenfolge vor dem Wurf gefordert wird, läuft es ganz ordentlich. Nur ab und zu verfehle ich mein Ziel ein wenig.

Im Anschluss wartet eine bekannte Übung, nämlich den hoppelnden Softball vom Rasen aufzulesen. Das erinnert mich an das Fußball-Torwarttraining in meiner Jugend. Schon damals hieß es: In die Knie gehen und den Ball auf keinen Fall durch die Beine rollen lassen. Auch das gelingt, sodass ich zufrieden in die Trinkpause gehe.

Beim Softball wird der Ball nicht von oben, sondern von unten in Richtung Schlagmann geworfen. Außerdem ist der Ball größer und schwerer als ein Baseball.
Beim Softball wird der Ball nicht von oben, sondern von unten in Richtung Schlagmann geworfen. Außerdem ist der Ball größer und schwerer als ein Baseball.
Bild: Matthias Becker

Startschwierigkeiten als Schlagmann

Doch danach wird es ernst, das Trainingsspiel steht an. „Wir spielen eine entschärfte Softball-Variante“, erklärt Unland. Der Ball wird auf einer Ablage platziert und nicht vom Pitcher zum Schlagmann geworfen. Das macht es deutlich einfacher, doch schon der erste Versuch geht gründlich daneben. Ich verfehle den Ball, obwohl er ruhig vor mir liegt. „Konzentrier dich auf den Ball, dann wird das schon“, sagen die Teamkollegen. Und tatsächlich, beim zweiten Anlauf fliegt der Ball, wenn auch nur rund zehn Meter, ehe er weiter rollt. Ich schmeiße meinen Schläger zur Seite und renne zur ersten Base. Weiter komme ich nicht, dafür war der Schlag zu harmlos.

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Nach mir ist Christoph Horn an der Reihe. Der ehemalige Spieler der Herrenmannschaft trifft den Softball deutlich besser. Dadurch habe ich genug Zeit, um auf die nächste Base zu kommen. Ich überlege sogar, ob ich es noch auf die dritte Basis schaffen kann – doch mir fehlt der Mut und ich bleibe stehen. Immerhin kann ich so ein paar Sekunden durchatmen. „Ziemlich anstrengend, oder?“, fragt Michael Wagner, der grinsend neben mir steht.

Beim nächsten Mal gelingt der Sprint und ich sammle den ersten Punkt für unser Team. Wir erhöhen sogar auf sechs Zähler, doch nachdem wir drei „Outs“ kassiert haben, wird gewechselt.

Erfolgserlebnis kurz vor Ende

Ich versuche zu lesen, wohin unsere Gegner zielen, aber so recht gelingt das nicht. Einmal stehe ich zu weit vorne, kurz darauf viel zu weit hinten. Die anderen punkten ein ums andere Mal. Als die 90 Minuten Training schon fast vorbei sind, feiere ich doch noch ein Erfolgserlebnis. Der Gegner schlägt den Ball, die Kugel steigt immer weiter nach oben, doch ich fahre meinen Arm rechtzeitig aus und greife den Ball aus der Luft. Das bedeutet das dritte Aus für unsere Kontrahenten. Die Teamkollegen loben meinen Fang und auch ich bin in diesem Augenblick ein wenig stolz.

Kurze Zeit später ist das Trainingsspiel vorbei und ich mache mich auf den Heimweg. Allerdings wird es nicht mein letzter Auftritt auf dem Füssener King´s Field gewesen sein. Ich komme wieder, denn der erste Homerun steht noch aus.

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