Brände beim Unkrautvernichten im Allgäu

Obacht beim Unkraut abbrennen: Polizei und Feuerwehr geben Tipps

Wer mit Unkrautbrennern arbeitet, sollte immer wachsam bleiben. Sonst drohen Brände und es stehen Straftaten im Raum.

Wer mit Unkrautbrennern arbeitet, sollte immer wachsam bleiben. Sonst drohen Brände und es stehen Straftaten im Raum.

Bild: Roland Weihrauch, dpa (Symbolbild)

Wer mit Unkrautbrennern arbeitet, sollte immer wachsam bleiben. Sonst drohen Brände und es stehen Straftaten im Raum.

Bild: Roland Weihrauch, dpa (Symbolbild)

Immer wieder kommt es im Allgäu zu Bränden, wenn Unkrautbrenner im Einsatz sind. Dabei stehen Gesetzesverstöße im Raum - und es gibt Alternativen.
29.06.2021 | Stand: 15:30 Uhr

Ein Marktoberdorfer setzt seine Hecke beim Unkrautvernichten in Brand, ein Füssener legt zahlreiche Glutnester im Wald, als er Springkraut beseitigt. Beide waren mit einem Unkrautbrenner zugange, beide müssen mit einer Anzeige rechnen. Wenn Wohnhäuser in Brand geraten, stehen sogar Straftaten im Raum, sagt Polizeisprecher Holger Stabik.

Der richtige Umgang mit dem Unkrautbrenner: Polizei und Feuerwehr aus dem Allgäu geben Tipps

Damit einem so etwas nicht passiert, haben Polizei und Feuerwehr einige Tipps parat:

  • Zu einer "erhöhten Wachsamkeit" rät Polizeisprecher Dominic Geißler. Sein Pendant bei der Freiwilligen Feuerwehr Kempten, Florian Lay, drückt es ähnlich aus: "Generell ist Vorsicht geboten."
  • Noch einmal nachschauen, ob es irgendwo glimmt.
  • Um Glutnestern vorzubeugen, können Hobbygärtner auch kurz die abgebrannten Flächen mit Wasser abspritzen.
  • Im Ernstfall sollte man in der Lage sein, schnell löschen zu können. Daher empfiehlt Lay, stets einen Gartenschlauch in Griffweite zu haben.

Beachten Unkrautvernichter diese Hinweise nicht und es kommt zum Brand, prüfen die Beamten unter anderem, ob eine Straftat der fahrlässigen Brandstiftung vorliegt. Der Tatbestand ist erfüllt, sobald ein Wohnhaus in Brand gerät. Ob es einem selbst oder jemand anderem gehört, spielt dabei laut Polizeisprecher Holger Stabik keine Rolle.

Bei Bränden durch Unkrautbrenner liegt fast immer eine Ordnungswidrigkeit vor

Auch wenn nur eine Hecke in Flammen steht, begeht man "in 99 Prozent der Fälle eine Ordnungswidrigkeit", sagt Stabik. Im Gesetz heißt es unter anderem, dass man sich sowohl mit den örtlichen Begebenheiten als auch mit dem Gerät selbst auskennen muss. Außerdem ist dort von einer ständigen Aufsicht und von Präventionsmaßnahmen wie bereitgestelltem Löschwasser die Rede. Wenn die Hecke dem Nachbarn gehört, kommen Stabik zufolge noch die zivilrechtlichen Ansprüche auf Schadensersatz dazu.

Auch Hartmut Stauder hat schon von solchen Vorfällen gehört. Er ist der Vorsitzende des Gartenbauvereins Kaufbeuren - und hat eine klare Meinung zum Unkrautbrenner: "Das hat nicht viel Sinn. Die Wurzeln bleiben und treiben wieder nach relativ kurzer Zeit." Die meisten Hobbygärtner nutzen die Unkrautbrenner, um die unerwünschten Pflanzen aus Pflasterfugen zu entfernen. Dafür gebe es aber auch mechanische Lösungen, wie zum Beispiel akkubetriebene Stahlbürsten.

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"Man kann es auch mit einem Dampfstrahler versuchen", schlägt Stauder vor. Schließlich gebe es noch einen Fugensand, der bereits Unkrautmittel enthält. Doch egal wie man es macht, "Unkrautsamen werden immer wieder aufgehen, ein- oder zweimal im Jahr wird man es schon entfernen müssen".