Das hilft bei Bremsenstichen

Bremsenstiche: Deswegen tun sie so weh - das hilft dagegen

ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht vom 4. Juli 2019: Nicht kratzen - auch wenn es schwer fällt. Denn das kann bei eigentlich harmlosen Insektenstichen Entzündungen verursachen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++ | Verwendung weltweit

Sticht eine Bremse zu, kann es ganz schön schmerzen. Ein Allgäuer Apotheker erklärt, was hilft.

Bild: Christin Klose/dpa (Symbolbild)

Sticht eine Bremse zu, kann es ganz schön schmerzen. Ein Allgäuer Apotheker erklärt, was hilft.

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Jetzt im Hochsommer werden viele Menschen von Bremsenstichen geplagt. Ein Apotheker erklärt, was man dagegen tun kann und wann es gefährlich wird.

02.08.2020 | Stand: 08:03 Uhr

Jeder kennt die fliegenähnlichen Insekten, viele füchten sie: Bremsen. Sie besonders jetzt im Hochsommer aktiv, gerade an schwülen Tagen stechen sie gerne zu. Und da trifft es dann vor allem Wanderer. Wieso das so ist und was man gegen die kleinen Quälgeister tun kann, erklärt der Dietmannsrieder Apotheker Klaus Jost.

Bremsenstiche können sehr schmerzhaft sein

Zunächst einmal muss man wissen: Bremsen stechen - im Gegensatz zu Bienen oder Wespen - genau genommen nicht. "Sie haben ein Mundwerkzeug, mit dem sie die Haut verletzen", erklärt Jost. Daher seien die Stiche auch so schmerzhaft. "Das tut richtig weh." Laut dem Apotheker spritzen die Insekten ein gerinnungshemmendes Sekret unter die Haut: "Deswegen bluten die Stiche so stark." 

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Besonders "gefährdet" sind Wanderer: "Bremsen werden von Schweiß angezogen und sind natürlich auch in der Nähe von Viehweiden unterwegs", betont Jost. Auch in feuchten Gebiet halten sich die Insekten gerne auf. Dass es Menschen gibt, die häufiger gestochen werden, als andere, könnte laut dem Apotheker auch am Schweißgeruch liegen.

Um sich von vornherein zu schützen, empfiehlt Jost entsprechende Kleidung. "Und natürlich alles, was das Schwitzen ein wenig eindämmt, Deos beispielsweise", sagt der Apotheker. 

Was hilft bei Bremsenstichen?

Sollte man doch gestochen werden: "Dann hilft verrückterweise als erstes Hitze", erklärt Jost. Die Wirkstoffe des Sekrets, das die Bremsen abgeben, wird bei Hitze zerstört. "Ein heißer Waschlappen kann dabei gut helfen." Der Apotheker weist darauf hin, dass mehr als 50 Grad nicht nötig sind. "Es gibt auch diese Bite-Away-Werkzeuge, die sehen aus wie ein Stift. Man hält eine keramische Kontaktfläche auf den Stich und da wird dann auch Hitze abgegeben", beschreibt der Apotheker den Vorgang.

Danach solle man am besten kühlen, etwa mit Eiswürfeln oder einem Cool-Pack. "In der Apotheke kann man sich Cremes wie Fenistil holen und die dann auch im Kühlschrank lagern", rät der Apotheker. Und er warnt: "Auf keinen Fall kratzen! Dabei können Erreger in die Wunde kommen und der Stich kann sich entzünden."

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Das ist dann der Punkt, an dem der Stich nicht nur lästig, sondern auch gefährlich werden kann. "Bei manchen Personen kann der Stich anschwellen und zu einem Ödem werden oder es schwellen sogar die Lymphknoten ein wenig an", berichtet Jost. Der Apotheker rät, dass man dann einen Arzt aufsuchen sollte: "Und wenn der Stich eitert oder besonders gerötet ist." Auch Fieber ist ein Warnsignal für eine Entzündung. Im schlimmsten Fall muss der Arzt dann ein Antibiotikum verschreiben. "Das kommt aber nur sehr selten vor", ist Josts Erfahrung.

Bei ganz normalen Verläufen muss man sich einige Tage mit dem Stich herumschlagen. "Es kann aber auch bis zu 14 Tage dauern, bis das verheilt", sagt der Apotheker. 

Zwar gebe es manche Menschen, die aufgrund von Allergien oder weil sie empfindlicher sind, stärker unter den Stichen leiden. "Normalerweise sind sie aber harmlos", betont Jost.