Natur Buchloe

Ökologisches Kleinod mit Erlebnischarakter - die renaturierte Gennach

Gennachrenaturierung

Die neue kleine Brücke bei Lindenberg - der Josefsteg.

Bild: Stefanie Wagner/Stadt Buchloe

Die neue kleine Brücke bei Lindenberg - der Josefsteg.

Bild: Stefanie Wagner/Stadt Buchloe

Mit der Freigabe des neuen Stegs ist die Renaturierung der Gennach bei Lindenberg abgeschlossen.Dabei kommt auch der Altbürgermeister zu Ehren.
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Redaktion Buchloer Zeitung
23.08.2021 | Stand: 05:30 Uhr

Das Element Wasser stand im Mittelpunkt einer Feierstunde an der Gennach in Lindenberg. Passend dazu hatte das Wetter leichten Regen parat. Davon ließen sich die Teilnehmer jedoch nicht abhalten, schließlich galt es ein vor zwölf Jahren begonnenes ökologisches Vorzeigeprojekt abzuschließen: die Renaturierung der Gennach bei Lindenberg. Zudem wurde ein neuer Steg bei Lindenberg freigegeben.

Mehr Erholungswert

Bürgermeister Robert Pöschl begrüßte rund 50 Gäste, darunter eine Abordnung vom Wasserwirtschaftsamt Kempten mit Behördenleiter Karl Schindele und Vertretern der Flussmeistereien aus Füssen und Türkheim. „Gemeinsam mit den Mitgliedern des Stadtrates, Vertretern der Verwaltung und Grundstückseigentümern haben alle Beteiligte an einem Strang gezogen, um der Gennach wieder mehr Lebensraum zu geben und ein ökologisches Kleinod mit Biodiversität und hohem Erholungswert für die Menschen zu schaffen“, lobte Pöschl.

Bürgermeister Robert Pöschl (von links), Altbürgermeister Josef Schweinberger, Hauptflussmeister Max Leinauer und Karl Schindele, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Kempten, bei der Einweihung des Stegs.
Bürgermeister Robert Pöschl (von links), Altbürgermeister Josef Schweinberger, Hauptflussmeister Max Leinauer und Karl Schindele, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Kempten, bei der Einweihung des Stegs.
Bild: Stadt Buchloe

Für das Wasserwirtschaftsamt erläuterte Sachgebietsleiter Martin Mohr die Maßnahme. In vier Bauabschnitten wurde die bisherige, gerade verlaufende Linienführung der Gennach über eine Länge von 2,7 Kilometer ökologisch aufgeweitet (siehe unten): Ufer wurden abgeflacht, Verzweigungen angelegt, Totholz-Strukturen eingebaut und Kiesbänke geschaffen, auf denen sich ein natürlicher Auwald entwickeln kann, berichtete Mohr. Der bisherige gestreckte und vertiefte Verlauf der Gennach wurde zu einem strukturierten Flusslauf mit abgestuftem Fließquerschnitt, Tiefen- und Strömungsvarianz umgestaltet. Rund 11 800 m³ Retentionsraum (Überflutungsraum) zum Hochwasserschutz sind entstanden.

Seit 2009 wird die Gennach aufgewertet

Seit 2009 arbeiteten Stadt und Wasserwirtschaftsamt an der Maßnahme. „Die Zusammenarbeit mit Buchloe verlief außerordentlich gut und stets problemlos“, bestätigte Mohr. Die noch fehlende Anbindung der Ostseite an den Weg auf der Westseite der Gennach wurde mit einen Steg südlich der Fellhornstraße geschlossen – unter der Bauleitung von Hauptflussmeister Max Leinauer von den Flussmeistereien Füssen und Türkheim. Die Stadt wird für den Unterhalt sorgen. Mohr erklärte, dass der Steg in Erinnerung an Altbürgermeister Josef Schweinberger den Arbeitstitel „Josefsteg“ habe. Robert Pöschl meinte, das könne auch so bleiben.

Informationen zur Renaturierung der Gennach bei Lindenberg:

  • Erster Bauabschnitt: Hochwasserschutz Lindenberg, jeweils zwei Monate 2009 und 2010; Kosten 140.000 Euro, kein Retentionsraum.
  • Zweiter BA: Verlauf am Gymnasium Buchloe, rund 5 Monate 2012; Kosten 100.000 Euro, Retentionsraum 4.000 Kubikmeter (m³).
  • Dritter BA: Lindenberg Nord bis A96, jeweils 3 Monate 2018 und 2019; Kosten 185.000 Euro, Retentionsraum 4.500 m³.
  • Vierter BA: Lindenberg Süd von B12, jeweils zwei Monate 2019, 2020 und 2021; Kosten: 155 .00 Euro, Retentionsraum 3.300 m³.
  • Gesamt: 580.000 Euro bei 11.800 m³ Retentionsraumschaffung.

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