Dorfentwicklung

4,7 Millionen Euro für den Seestaller Ortskern

Unmittelbar an den Friedhof in Seestall schließt sich das Hoferhaus (rechts) an. Dahinter befinden sind die Seestaller Gemeinschaftshalle, die erweitert werden soll, und die ehemalige Schule (ganz rechts).

Unmittelbar an den Friedhof in Seestall schließt sich das Hoferhaus (rechts) an. Dahinter befinden sind die Seestaller Gemeinschaftshalle, die erweitert werden soll, und die ehemalige Schule (ganz rechts).

Bild: Andreas Hoehne

Unmittelbar an den Friedhof in Seestall schließt sich das Hoferhaus (rechts) an. Dahinter befinden sind die Seestaller Gemeinschaftshalle, die erweitert werden soll, und die ehemalige Schule (ganz rechts).

Bild: Andreas Hoehne

Gemeinderat Fuchstal beschließt umfangreiche Arbeiten. Unter anderem erhält die Gemeinschaftshalle einen Anbau. Wie die Kommune dies finanzieren will.
06.10.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Nach jahrelanger Vorarbeit liegt nun ein Plan für die Sanierung der Seestaller Dorfmitte mit Gemeinschaftshalle, ehemaliger Schule und Hoferhaus vor. Der Baubeginn könnte bereits Mitte nächsten Jahres erfolgen. Planer Franz Xaver Lutz vom Schongauer Architekturbüro Baldauf – Prill – Lutz bezifferte die Kosten auf 4,7 Millionen Euro. Voraussichtlich 60 Prozent davon erhält die Gemeinde über das „integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) als Zuschuss. Lutz bezeichnete die Planung als das „maximal Mögliche“. Hierzu waren die sechs Seestaller Vereine befragt worden, von denen die zur Sanierung anstehenden Einrichtungen vorrangig genutzt werden. Nach außen sichtbar wird vor allem die Verlängerung des Wiederkehrs auf der Westseite der Gemeinschaftshalle auf insgesamt 15 Meter sein. Darin werden die Haustechnik, Toiletten, Duschen und Umkleiden für den Sportbetrieb sowie ein Lagerraum untergebracht. Für die Pelletheizung wird ein tiefer gelegtes Lager für das Brennmaterial geschaffen.

Höhenverstellbare Bühne kommt

In der Halle selbst wird die zu hohe Bühne entfernt. Man habe in den ersten Sitzreihen keinen Blick auf das Geschehen gehabt, meinte Lutz. Stattdessen wird eine Hebebühne „ohne große technische Spielereien“ eingebaut, sodass es bei abgesenktem Zustand ein wesentlich größeres Platzangebot für den Sportbetrieb gebe. Erforderlich ist zudem eine neue Dachkonstruktion und – ebenso wie in den anderen Gebäuden – eine Verbesserung der Statik. Das Hoferhaus bezeichnete Lutz als ein Kleinod. Dessen Sanierung, für die 470 000 Euro eingeplant sind, könne jedoch nur in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalschutz erfolgen. Verbesserungen in der neuen Schule betreffen unter anderem das Schützenheim. Zum Konzept gehört zudem, dass alle drei Gebäude einzeln oder zusammen genutzt werden können. Dazu soll im Hof ein einfacher, nicht beheizter Verbindungsgang vom Hoferhaus zur Halle geschaffen werden, in dem auch die Garderoben untergebracht sind. Von der Halle zur neuen Schule ist bereits ein Durchgang vorhanden. Hier werden allerdings die „nicht mehr zeitgemäßen“ Toiletten entfernt. Durch eine Anhebung des Innenhof-Niveaus wird für die Gebäude Barrierefreiheit geschaffen, die Anbindung an die Ortsstraße erfolgt über eine Rampe. Bürgermeister Erwin Karg berichtete, dass die Planung noch mit der Regierung von Oberbayern abgesprochen werden muss. Beschlossen wurde vom Gemeinderat zudem, im Bauausschuss weitere Anregungen der Seestaller Vereine zu behandeln.

Vor der Eingemeindung erbaut

Die Gemeinschaftshalle war 1972 von der damaligen Gemeinde Seestall kurz vor der Eingliederung in die Gemeinde Fuchstal gebaut worden. Das Hoferhaus war vor rund zehn Jahren von Anton Hofer der Gemeinde vermacht worden. In ihm war ab 1823 die erste Schule des Ortes untergebracht. Die schräg gegenüber liegende größere „neue“ Schule wurde 1891 erbaut und 1949 durch einen Anbau erweitert. Bis Ende 1978 wurden hier zwei Klassen des Fuchstaler Schulverbandes unterrichtet. Nach deren Auszug wurden dort Räume für die Trachtenjugend und die Feuerwehr geschaffen, im Obergeschoss befindet sich das Schützenheim.