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Auch der Landkreis sagt Ja zur Fuchstalbahn

Fuchstalbahn

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Bild: Thorsten Jordan

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Verkehr Zwischen Landsberg und Schongau sollen wieder Personenzüge fahren. Dafür spricht sich auch der Kreisausschuss Landsberg aus und folgt den Kollegen aus der Nachbarregion
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Von Christian Mühlhause
04.12.2019 | Stand: 15:31 Uhr

Das Thema Fuchstalbahn beschäftigt den Landkreis Landsberg seit Jahren. Am vergangenen Dienstag hat der Kreisausschuss dazu aber eindeutig Stellung bezogen. Das Gremium hat sich einstimmig und ohne Diskussion dafür ausgesprochen, dass auf der Strecke zwischen Landsberg und Schongau der Personenverkehr reaktiviert werden soll.

Landrat Thomas Eichinger (CSU) freute sich über „das klare Zeichen“ des Kreisausschusses und verwies darauf, dass der Landkreis Landsberg „gegenüber dem Landkreis Weilheim-Schongau nicht hintenanstehen“ wolle. Dessen Kreisräte hatten sich bereits im Oktober einstimmig dafür ausgesprochen, dass die Strecke für den Güterverkehr erhalten und der Personenverkehr reaktiviert werden soll. Dazu hat der Nachbarlandkreis eine entsprechende Eingabe bei der Bayerischen Staatsregierung beschlossen(wir berichteten).

Personenzüge verkehrten auf der Strecke zwischen Landsberg und Schongau bis 1984. Zuletzt gab es auch immer wieder Gerüchte, der Güterverkehr solle nun ebenfalls eingestellt werden. Es gibt allerdings noch einige Hürden, bis tatsächlich wieder Personenzüge auf der Trasse fahren könnten. Bislang gilt die starre Vorgabe von mindestens 1000 Reisenden pro Kilometer an Werktagen, ab denen sich die Inbetriebnahme von Bahnstrecken rechnet. Diese Vorgabe bestätigte der Bayerische Landtag in einer Sitzung vor gut einem Monat. Damals votierten 67 Landtagsabgeordnete dafür, die Kriterien für die Inbetriebnahme zu ändern, 107 waren dagegen.

Zuletzt gab es zahlreiche Bemühungen, wieder einen Personenverkehr auf der Fuchstalbahn zu ermöglichen. Unter anderem warben der Kabarettist Helmut Schleich, die Grünen und die Umweltinitiative Pfaffenwinkel für die Reaktivierung. „Wir haben ein gut funktionierendes Schienensystem. Das sollte genutzt werden“, sagte Schleich im Oktober bei einem Ortstermin am Landsberger Bahnhof. Aus Sicht der Grünen-Landtagsabgeordneten Gabriele Triebel aus Kaufering benachteilige die Politik mit der Vorgabe von 1000 Reisenden pro Kilometer den ländlichen Raum, denn dabei werde das Thema Siedlungsdichte nicht berücksichtigt.

Anders sieht es der Landsberger CSU-Landtagsabgeordnete Alex Dorow. Die Regelung habe sich bewährt, sagte er kürzlich auf Nachfrageunserer Zeitung. Er verwies aber auch darauf, dass beschlossen worden sei, die Entscheidung mehr auf die örtliche Ebene zu verlagern. „Ziel ist es, auf die Bürgermeister zuzugehen. Zu reden, auf welchen Strecken es sinnvoll ist und dort Lösungen zu finden.“ Die Bürgermeister in den Landkreisgemeinden entlang der Strecke – Kinsau, Fuchstal, Denklingen und Unterdießen – sehen in der Reaktivierung durchaus eine Chance, aber auch noch viele offene Baustellen, wie eine Umfrage von unserer Zeitung kürzlich ergeben hat.

Dazu gehört die fehlende Infrastruktur an den dezentral gelegenen Bahnhöfen und die Problematik der Bahnübergänge. Diese müssten mit Schranken versehen oder geschlossen werden. Im Fall der Schließung der Übergänge sei wohl mit Widerstand aus der Bevölkerung zu rechnen, meint Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg.

Er äußerte sich zudem skeptisch hinsichtlich der Zusammenarbeit der Kommunen mit der Deutschen Bahn. „Die Bahn ist träge, es wird ein steiniger Weg. Selbst wenn alle Gemeinden das Projekt voll anschieben, wird es wohl zehn bis 15 Jahre bis zur Realisierung dauern.“

Und auch die Stadt Landsberg müsste mitspielen, erklärte Karg. Schließlich würden dann am Bahnübergang in der Katharinenstraße deutlich häufiger die Schranken nach unten gehen. Staus wären die Folge. Geklärt werden muss auch noch, welche Gemeinden entlang der Bahnstrecke letztlich tatsächlich profitieren und einen Haltepunkt erhalten, sollte die Reaktivierung für den Personenverkehr erfolgen.

Harald Baumann vom Arbeitskreis Fuchstalbahn der Umweltinitiative Pfaffenwinkel verwies in einer Podiumsdiskussion kürzlich in Fuchstal darauf, dass die Bayerische Eisenbahngesellschaft eine Mindestgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern fordere. Deswegen könnten nicht alle Orte entlang der Trasse von der potenziellen Bahn angefahren werden.