Buchloe Ernährung

Aus der Region frisch auf den Tisch - regionales Essen für Ostallgäuer Senioren

Ausgezeichnet (von links): Bio-Spitzenkoch Alfred Fahr (Coach), Claudia Schatz (AELF Kaufbeuren), Landrätin Maria Rita Zinnecker, Andreas Götzfried (Küchenleiter Buchloe), Irmgard Eiband (Küchenleiterin Waal), Elisabeth Schmölz (ehemalige Küchenleiterin Obergünzburg) und Projektleiterin Alexandra Hiebl (AELF Augsburg).

Ausgezeichnet (von links): Bio-Spitzenkoch Alfred Fahr (Coach), Claudia Schatz (AELF Kaufbeuren), Landrätin Maria Rita Zinnecker, Andreas Götzfried (Küchenleiter Buchloe), Irmgard Eiband (Küchenleiterin Waal), Elisabeth Schmölz (ehemalige Küchenleiterin Obergünzburg) und Projektleiterin Alexandra Hiebl (AELF Augsburg).

Bild: Klaus D. Treude

Ausgezeichnet (von links): Bio-Spitzenkoch Alfred Fahr (Coach), Claudia Schatz (AELF Kaufbeuren), Landrätin Maria Rita Zinnecker, Andreas Götzfried (Küchenleiter Buchloe), Irmgard Eiband (Küchenleiterin Waal), Elisabeth Schmölz (ehemalige Küchenleiterin Obergünzburg) und Projektleiterin Alexandra Hiebl (AELF Augsburg).

Bild: Klaus D. Treude

Landrätin Maria Rita Zinnecker zeichnet Küchenleiter von drei Seniorenheimen aus, die beim BioRegio-Coaching mitmachen. Die Speisepläne werden vielfältiger.
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Von Klaus Dieter Treude
16.08.2022 | Stand: 05:30 Uhr

Der Landkreis Ostallgäu macht sich stark für die bio-regionale Wende – und geht in seinen eigenen Einrichtungen mit gutem Beispiel voran. „Nie war die Besinnung auf eine bio-regionale Ernährung wichtiger als heute“, sagte Landrätin Maria Rita Zinnecker mit Blick auf die Auswirkungen von Klimawandel, Pandemie und kriegerischen Ereignissen. „Wenn wir unabhängiger von Importen werden möchten, müssen wir regional erzeugen und nachfragen!“

Täglich 320 Essen in drei Einrichtungen

Zinnecker sprach zum Abschluss des im Oktober 2020 gestarteten BioRegio-Coachings für die Küchenteams der landkreiseigenen Senioren- und Pflegeheime in Buchloe, Waal und Obergünzburg, die täglich 320 Essen frisch zubereiten. Bayernweit werden in Kitas, Schulen, Betriebsgastronomie und eben Senioreneinrichtungen täglich rund 1,8 Millionen Mittagessen ausgegeben. Für die Senioren sei eine gesunde Ernährung wichtig, betont die Landrätin.

Zielvorgabe sei machbar

Der Kreistag hatte im Juni 2020 – mitten im ersten Pandemiejahr – beschlossen, künftig mehr regionale oder ökologische Lebensmittel auf die Tische zu bringen, 50 Prozent sollen es bis 2025 sein. Mit aktuell 28 Prozent habe man die Vorgaben bisher locker erreicht, sagte Zinnecker, dank des Coachings werde man auch die Zielmarken für die nächsten Jahre schaffen. Ein ganz großer Teil aller Aktivitäten für eine nachhaltigere Lebensmittelversorgung läuft bei den Öko-Modellregionen Ostallgäu und Günztal. „Alles in allem“, meint die Landrätin, „sind wir im Ostallgäu bei der Umstellung auf bio-regionale Lebensmittel auf einem sehr guten Weg!“

Netzwerk geschaffen

Unterstützung für das BioRegio-Coaching holte man sich bei den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Augsburg und Kaufbeuren sowie vom Bio-Spitzenkoch Alfred Fahr aus Dillishausen, die das Coaching im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten organisieren. Mit den Öko-Modellregionen Ostallgäu und Günztal sowie dem AELF Kaufbeuren wurden Kooperationen aufgebaut. Die Projektleitung lag in den Händen von Alexandra Hiebl vom AELF Augsburg. In zwei theoretischen Modulen wurden Grundlagen für Einkauf und Speisenplanung gelegt, die durch drei Besuche des Coaches vor Ort ergänzt wurden. Dabei gab es ganz praktische, individuelle Tipps zum Lebensmitteleinkauf, zur Kostendeckung, zum Speisenplan, den Arbeitsabläufen in der Küche und zur Mitarbeitermotivation.

Der Einkauf ist teurer

Zinnecker lobte das Engagement der beiden AELF und des Schulungsleiters Fahr ebenso wie die Bereitschaft der Heimleitungen und Küchenchefs, ihre Bewohnerinnen und Bewohner in Zukunft mehr bio-regional zu verpflegen. Das verdiene außergewöhnliche Anerkennung, sei es doch anstrengender ausgetretene Pfade zu verlassen, als darauf zu bleiben. Die Umstellung auf „BioRegio“ sei insbesondere beim Einkauf in der Regel teurer.

Die Logistik hinke hinterher

Das bestätigte auch der Coach, der einen Schwachpunkt in der Logistik für Bio-Produkte sieht und daher Strukturänderungen fordert. „Wir sind in der Region sehr gut aufgestellt, was die Erzeugung und Abnahme von Bio-Lebensmitteln angeht“, sagte Fahr. Es fehle aber ein regional tätiges Spezial-Logistikunternehmen, um die Bio-Lebensmittel schnell und produktgerecht an die Verbraucher zu bringen. Der Spitzenkoch lobte die „sensationell gute Zusammenarbeit“ mit den Heimen. Es sei wichtig, dass Küchen in Seniorenheimen, Schulen, Kindergärten, in denen frisch gekocht werde, erhalten bleiben. Das wünscht sich auch Andreas Götzfried, Küchenleiter des Buchloer Seniorenheims. Das Coaching habe für ihn bewirkt, dass er inzwischen verstärkt regionale Lebensmittel verwende, den Speiseplan vielfältiger gestalte und neue Rezepte ausprobiere.

97-Jährige macht die Klavierbegleitung

Mit der Übergabe der Urkunden, die von der 97-jährigen Anni Barthelmes am Klavier begleitet wurde, sei das Engagement der Heime nicht zu Ende, stellte Projektleiterin Hiebl abschließend fest. Zwar sei der erste große Schritt getan, „aber vielmehr geht’s ab heute erst richtig los!“