Eröffnung in Schwabmünchen

Ausstellung in Schwabmünchen: Tierisch gute Werke von Uli Stein

Nicht nur die Comics des vor Kurzem verstorbenen Uli Stein machen die Ausstellung sehenswert, auch die beeindruckenden Tierfotografien sind einen Besuch wert.

Nicht nur die Comics des vor Kurzem verstorbenen Uli Stein machen die Ausstellung sehenswert, auch die beeindruckenden Tierfotografien sind einen Besuch wert.

Bild: Christian Kruppe

Nicht nur die Comics des vor Kurzem verstorbenen Uli Stein machen die Ausstellung sehenswert, auch die beeindruckenden Tierfotografien sind einen Besuch wert.

Bild: Christian Kruppe

Die Ausstellung im Schwabmünchner Museum sorgt für gute Laune. Eine unterhaltsame Mischung aus Comic und Fotografie zeigt die Vielfalt des jüngst verstorbenen Künstlers.
Nicht nur die Comics des vor Kurzem verstorbenen Uli Stein machen die Ausstellung sehenswert, auch die beeindruckenden Tierfotografien sind einen Besuch wert.
Von Christian Kruppe
08.09.2020 | Stand: 10:20 Uhr

Zur Eröffnung der Uli-Stein-Ausstellung saßen die knapp einhundert Besucher coronakonform in Abständen auf dem Vorplatz des Schwabmünchner Museums. Ein etwas surrealer Anblick, der für den vor Kurzem gestorbenen Cartoonisten Uli Stein wahrscheinlich eine Steilvorlage gewesen wäre.

Doch die Abstandsregeln hatten auch ihren Vorteil. Nicht nur, dass die Eröffnungsbesucher beim ersten Blick viel Platz hatten, um die Werke Steins zu genießen. Viele nutzten auch die Zeit, um einen Blick auf die weiteren Ausstellungen im Schwabmünchner Museum zu werfen.

Spitzfindiger Blick auf den Mittelstand

Alle Besucher zog es in „Uli Steins Tierwelt“, einer Kombination aus Cartoons und Fotografien. Die Ausstellung zeigt die Vielfalt des begnadeten Zeichners und hoch talentierten Fotografen. Die Comics, stets eine Mischung aus knollennasigen Menschen und knuddeligen Tieren, zeichnen ein scharfes Bild des deutschen „Otto-Normal-Verbrauchers“. Kein Wunder, dass Stein damit so erfolgreich war. Sein spitzfindiger Blick auf das Leben des Mittelstands hält den Betrachtern oft einen Spiegel vor. „Das Personal seiner Comics macht einen wesentlichen Teil des Erfolges Ulis Steins aus“, erklärte Museumsleiterin Sabine Sünwoldt zur Eröffnung. „Denn durch diese verkehrte Welt schafft Stein eine Distanz, um über die Dinge des Alltags auch dann lachen zu können, wenn sie einen selbst treffen.“

Meister der (Selbst-)Vermarktung

Genau so hat es Uli Stein geschafft, einen humoristischen Blick auf den „spießbürgerlichen“ Alltag zu werfen, der ankommt. So gut und so erfolgreich, dass rein statistisch jeder Deutsche mindestens einen Uli-Stein-Artikel sein Eigen nennen könnte. Denn Stein war auch ein Meister der Vermarktung. Bücher, Postkarten, Kalender, Kaffeetassen – selbst Torten, Schnaps und Wein gibt es.

Seit einigen Jahren zeigte er auch eine weitere Seite seines Könnens – die Tierfotografie. Bereits 2016 waren im Zuge der Ausstellung „Wow! Wau!“ neben seinen Comics Hundeporträts in Schwabmünchen zu sehen. Diesmal wird ein Schnitt quer durch die Tierwelt vor Steins norddeutscher Haustüre präsentiert. Und auch hier ist er seinem grundsätzlichen Wesen treu geblieben. Die Fotos zeigen nicht einfach nur schön gemachte Tieraufnahmen. Sie haben das gewisse Etwas, sind mehr als nur eine Momentaufnahme. Beim Anblick der Fotos lässt sich spüren, wie nah Stein den Tieren im Innern war – eine Verbundenheit, die er nicht nur mit seiner Stiftung für Tiere in Not bewies. So zeigt es auch seine Beziehung zu einem Pferd im Nachbardorf. Dazu schrieb Uli Stein über einen Vertrag zwischen ihm und dem Isländerpferd mit dem Namen „Gaukür“: „Jeden Tag eine frische Möhre für die Bilder. Bis ans Lebensende, seins oder meins“. „Gaukür“ empfängt friedlich grasend die Besucher noch vor der Tür zur Ausstellung. Ohne Möhre.

Vergangene Woche wurde bekannt, dass Uli Stein im Alter von 73 Jahren gestorben ist. Sein Tod kam überraschend.

Bilderstrecke

Uli Stein - Der wohl bekannteste Cartoon-Zeichner Deutschlands