Verkehr

Bürger verärgert über künstliche Fehlzündungen von Autos

Etwas muss groß sein: Zu getunten Autos gehören auch meist entsprechende Abgasanlagen.

Etwas muss groß sein: Zu getunten Autos gehören auch meist entsprechende Abgasanlagen.

Bild: Wolfgang Widemann

Etwas muss groß sein: Zu getunten Autos gehören auch meist entsprechende Abgasanlagen.

Bild: Wolfgang Widemann

Bewusst herbeigeführte künstliche Fehlzündungen von Autos verärgern die Bürger. Die von der Polizei verhängten Strafen sind marginal.
Etwas muss groß sein: Zu getunten Autos gehören auch meist entsprechende Abgasanlagen.
Redaktion Buchloer Zeitung
15.10.2020 | Stand: 17:00 Uhr

Es knallt und knattert – röhrende Auspuffe und knallende Fehlzündungen. Doch was manche Autobesitzer für toll halten, wird von zuhörenden Passanten nicht immer goutiert. So merken auch in Buchloe zwei BZ-Leser an: „Muss das sein?“ und „was soll dieser Krach?“. Und sie fragen, „ist das überhaupt erlaubt, dass bei immer mehr Autos künstliche Fehlzündungen gemacht werden?“.

Eigentlich nicht, teilt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mit: „Wenn im Vorfeld gewollter Fehlzündungen technische Veränderungen am Fahrzeug durchgeführt werden, kann es zum Erlöschen der Betriebserlaubnis kommen“, erklärt Polizeihauptkommissar Dominic Geißler vom Präsidialbüro.

Dazu verweisen die Prüfstellen für Fahrzeuge wie TÜV oder Dekra auch auf die Straßenverkehrszulassungsordnung zum Thema Geräuschentwicklung: „Ich würde Absatz 1 so interpretieren, dass künstliche Fehlzündungen verboten sein müssten – da hier die Geräuschentwicklung ,das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß’ ja wohl übersteigt“, meint Wolfgang Sigloch, Pressesprecher Automobil Dekra.

Marginale Ordnungswidrigkeit

Die Polizei verfolgt das auch – allerdings eher nur als Randnotiz, die vor allem bei getunten Autos auftaucht, die ohnehin in das Visier der Beamten geraten sind. „Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit der Ahndung von absichtlich herbeigeführten Fehlzündungen. Der übermäßige Lärm beim Gebrauch eines Kraftfahrzeugs kann bei fahrlässiger Begehung mit 10 Euro, bei vorsätzlicher Herbeiführung mit 20 Euro geahndet werden“, berichtet Polizeihauptkommissar Geßler.

Akustisches Tuning

Besondere Statistiken zu absichtlich produzierten Fehlzündungen bestehen aber nicht – das gilt auch für die Prüfstellen. „Zahlen zur Verbreitung haben wir nicht – ich bin noch nicht einmal sicher, ob die Aussage, dass das bei ,immer mehr Autos’ ein Thema ist, wirklich objektiv zutrifft“, erläutert Sigloch. Ob das akustische Tuning etwas kompensieren soll oder nicht, darüber will Dekra-Pressesprecher Sigloch aber lieber kein Urteil abgeben: „Über die Motivation von Autofahrern, ihren Fahrzeugen mehr Geräusch zu entlocken als nötig, kann man nur spekulieren, was nicht unsere Art ist“.