Kraftakt für den Kunstsommer

Bad Wörishofen: Innenstadt wird fünf Wochen lang zum Kunst-Museum

Mit Kran und vereinten Kräften bugsierte das Aufbauteam eine drei Meter hohe Stele mit dem Titel „Cut“ an ihren Platz beim Kunstsommer.

Mit Kran und vereinten Kräften bugsierte das Aufbauteam eine drei Meter hohe Stele mit dem Titel „Cut“ an ihren Platz beim Kunstsommer.

Bild: Franz Issing

Mit Kran und vereinten Kräften bugsierte das Aufbauteam eine drei Meter hohe Stele mit dem Titel „Cut“ an ihren Platz beim Kunstsommer.

Bild: Franz Issing

Mit großem Aufwand gestalten Kunstverein und Stadt Bad Wörishofen die Fußgängerzone ab 15. Juli zur Freiluft-Galerie um. Zu sehen sind 21 Skulpturen.

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Von Franz Issing
15.07.2022 | Stand: 12:00 Uhr

Wenn es auf der Einkaufs- und Flaniermeile entlang des Wörthbaches bisweilen wie auf einer Großbaustelle zugeht, die Fußgänger auf der Zufahrt zum Kurhaus Kleinlastern und Kranwagen ausweichen müssen und sich über die Ladung wundern – dann ist wieder Kunstsommer in der Stadt. Mit 21 Skulpturen und Installationen beladen steuerten die Fahrer exponierte Standorte rund um Kurhaus und Kneippstraße an und luden ihre kunstvolle Fracht ab, die bis zum 18. August die Fußgängerzone zur Freiluft-Kunstgalerie macht.

16 Künstler zeigen ihre Werke

Beim Aufbau der Exponate packten Harald Bos, der Vizevorsitzende des Kunstvereins, seine Mitstreiter wie auch Georg Specht und Thomas Seidel vom städtischen Betriebshof kräftig mit an. Und auch die 16 bei diesem „Freiluft-Event“ ausstellenden Künstler aus dem badischen und südbayerischen Raum halfen tatkräftig mit und so mancher bekam da auch schon mal nasse Füße.

220 Kilo schweres Objekt namens „Wasserwelten“

Wie Benedikt Zint aus Dietershofen, als er mit Hilfe eines städtischen Arbeiters sein 220 Kilo schweres Objekt, namens „Wasserwelten“ direkt im Wörthbach verankerte. Da hatte es Margot Marquard aus Mehring schon viel leichter. Sie stellt auf der Grünfläche neben dem Kurhaus ein Kunstwerk aus gebürstetem Stahl mit dem Titel „Bogen der Zeit“ aus. Es soll Sinnbild für den Lebenslauf des Menschen mit offenem Ende sein. Auf dem Skulpturenpfad nicht zu übersehen ist das Werk der Künstlerin Petra-Ariane Ehinger aus Bad Waldsee.

Einschnitte: Corona, Krieg und Klimawandel

Eine drei Meter hohe Stele aus Eichenholz namens „Cut“ mit weißen Kerben soll auf Einschnitte hinweisen, wie sie derzeit den Menschen von der Politik angesichts von Corona, Krieg in der Ukraine und Klimawandel verordnet werden.

Außerdem am Wochenende 16. und 17. Juli: Das ist beim Waaler Kunsthandwerkermarkt geboten.

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Die Zerstörung ukrainischer Städte prangert auch Stephan Rustige aus Wiggensbach auf sechs Betonbuchstaben an, die den Schriftzug „Amused“ (amüsiert) tragen. Einschusslöcher auf den Buchstaben machen deutlich: Auf das Vergnügtsein wird derzeit scharf geschossen. So recht ins Bild der „Kunstgalerie unter freiem Himmel“ passen auch drei weiße Marmorsäulen, die Ditmar Schuster aus Illertissen ausstellt. Sie symbolisieren Wandlung und Entwicklung in Natur, Geist und Kunst.

An einem Baum auf der Wiese beim Kurhaus hat Johanna Gingele aus Erkheim ein Gemälde aufgehängt, auf dem sie mit Pinsel und Acrylfarben schöne Erlebnisse einer Russlandreise und ihre Freundschaft mit den Hunden „Joschi“ und „Marti“ festgehalten hat. Die Blicke auf sich zieht auch eine aus Putzbeton und blau bemalte Skulptur der Wörishofer Künstlerin Margarita Markin, die sich recht „verdreht“ gibt.

Ein Hauch von Erotik

Gleich daneben thront am Wasserrad auf einem Podest ihre „große Schwester“, die zurecht die „Stolze“ genannt wird. Wer genauer hinschaut, nimmt einen Hauch von Erotik wahr. Isolde Egger aus Frankenhofen hat auf einer Fahne im Wintergarten des Kurhauses Kneipp‘s Vermächtnis, seine fünf Therapien mit moderner Symbolik und recht farbig inszeniert.

Auch 2022 bietet der Kunstsommer wieder viel Stoff für heiße Diskussionen. Sein Skulpturenweg weist in eine bessere Zukunft. So auch das Plakat, das eine mehr als vier Meter Pappel-Skultur am Denkmalplatz zeigt, die der Windacher Bildhauer Franz Hämmerle als „Liebesharfe“ betitelte.

Die Vernissage der Ausstellung, die vom 16. Juli bis 18. August geöffnet ist, findet am Freitag, 15. Juni, um 17 Uhr am Musikpavillon vor dem Kurtheater statt. Bei dieser Veranstaltung werden von der Stadt Bad Wörishofen und dem Rotary-Club zwei mit jeweils 500 Euro dotierte Kunstpreise vergeben.

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