Benefizkonzert in Buchloe

Beifallsstürme für die Profis

Klassik in rustikalem Ambiente: Auf Einladung des Buchloer Rotary Clubs spielte das Delian-Quartett bei zwei Benefizveranstaltungen zugunsten gefährdeter Streichquartette in der Alp-Villa.

Klassik in rustikalem Ambiente: Auf Einladung des Buchloer Rotary Clubs spielte das Delian-Quartett bei zwei Benefizveranstaltungen zugunsten gefährdeter Streichquartette in der Alp-Villa.

Bild: Klaus Dieter Treude

Klassik in rustikalem Ambiente: Auf Einladung des Buchloer Rotary Clubs spielte das Delian-Quartett bei zwei Benefizveranstaltungen zugunsten gefährdeter Streichquartette in der Alp-Villa.

Bild: Klaus Dieter Treude

Delian-Quartett spielt auf Einladung der Rotarier in der Buchloer Alp-Villa. Hohe Erwartungen zu Beginn der Veranstaltung
Klassik in rustikalem Ambiente: Auf Einladung des Buchloer Rotary Clubs spielte das Delian-Quartett bei zwei Benefizveranstaltungen zugunsten gefährdeter Streichquartette in der Alp-Villa.
Von Klaus Dieter Treude
02.10.2020 | Stand: 09:25 Uhr

Die Probleme, die das Corona-Virus mit sich brachte, sind vielfältig und wohl noch lange nicht vorbei. Auch Musiker hatten und haben unter den Corona-Einschränkungen zu leiden, viele von ihnen müssen mit existenziellen Problemen kämpfen. Aber auch den Konzertliebhabern ging durch den Lockdown ein Stück Lebensqualität verloren, konnten sie doch über Monate hinweg zunächst gar nicht und dann nur sehr eingeschränkt Live-Musik genießen.

Um die Not gefährdeter Streichquartette zu lindern, fanden im Allgäu und angrenzenden Oberbayern insgesamt 17 Benefizkonzerte statt, deren Erlös über das Rotary Hilfswerk den Ensembles zugutekommt. Schirmherrin Anne-Sophie Mutter schrieb: „Viele Ensembles gibt es in einigen Monaten nicht mehr, wenn wir sie nicht unterstützen.“ Für das Projekt hatten die Rotarier zehn der besten deutschen Ensembles gewonnen, die laut Schirmherrin „aus Solidarität für die freischaffenden Kammermusiker spielen“.

In der Alp-Villa in Buchloe, garantierte Christian Knie mit seinen Mitarbeitern dank seines Hygienekonzepts sorglosen Musikgenuss. Das „Delian-Quartett“ trat dort gleich zweimal auf. Die vier Musiker – Adrian Pinzaru und Andreas Moscho (Violine), Lara Albesano (Viola) und Hendrik Blumenroth (Violincello) – spielten nach dem Lockdown erstmals wieder im August live vor Publikum. Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 entfachen sie wahre Begeisterungsstürme auf den großen und angesagten Bühnen Europas. So werden sie schon in wenigen Wochen wieder in der Berliner Philharmonie auftreten.

Von Berlin nach Buchloe

Zuvor aber stand ausgerechnet Buchloe im Terminkalender des Quartetts. „Buchloe fängt ja wie Berlin auch mit ‚B’ an“, meinte die neue Präsidentin des Buchloer Rotary-Clubs, Sabine Eichinger, zur Begrüßung und erklärte weiter: „Musiker sind immer die ersten, die sich für Benefiz-Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Mit unseren Konzerten wollen wir ihnen etwas zurückgeben.“

Mit den Worten, das Publikum dürfe sich auf Musikstücke freuen, „die man nicht an jeder Ecke hört“, schraubte Andreas Moscho, der charmant allerlei Interessantes und Wissenswertes zu Künstlern und Werken in seine Moderation einflocht, die Erwartungen gleich zu Beginn sehr hoch. Dass er nicht zu viel versprochen hatte, zeigte sich bereits bei den ersten Werken von William Byrd und Henry Purcell. Bei Joseph Haydns Streichquartett in G-Dur op. 77 brandeten dann endgültig auch in Buchloe Beifallsstürme auf.

Vater des Streichquartetts

Geschickt versetzten die Musiker ihre Zuhörer in melancholische, andächtige, feierliche und getragene Stimmungen, wussten aber auch die manchen Werken innewohnende Heiterkeit und Lebensfreude trefflich zu vermitteln. Und dass Joseph Haydn nicht ohne Grund als „Vater des Streichquartetts“ (Moscho) bezeichnet wird, kann jeder bestätigen, der dessen bereits genannten „Höhepunkt seines Schaffens – gespielt von den vier virtuosen Musikern des Delian-Quartetts – miterleben durfte. Am Ende zeigte sich Sabine Eichinger „sehr zufrieden“ mit der Resonanz auf die beiden Konzerte.