Natur um Buchloe

Die Furcht der Landwirte vor dem Wolf

Wanderzeit der Wölfe: Zweite bestätigte Sichtung 2018

Wölfe sorgen beim Bayerischen Bauernverband Landsberg für Unruhe.

Bild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa (Symbolfoto)

Wölfe sorgen beim Bayerischen Bauernverband Landsberg für Unruhe.

Bild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa (Symbolfoto)

Der Bauernverband Landsberg bittet die Politik um Hilfe im Landkreis Landsberg. Wölfe und Weidehaltung seien derzeit nur schwer vereinbar.
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Von Thomas Wunder
03.05.2021 | Stand: 15:35 Uhr

Mit einem Schreiben hat sich der Bayerische Bauernverband (BBV) Landsberg an Bundestagsabgeordneten Michael Kießling (CSU) gewandt und um Unterstützung in Sachen Wolfsmanagement zu bitten. Die Ausbreitung des Wolfes gefährde die Weidetierhaltung, so der Tenor des Schreibens. Wie berichtet, war Anfang Januar ein Wolf auf der A96 bei Igling angefahren worden.

Die bisher angebotenen Schutzmaßnahmen und Förderungen reichen bei Weitem nicht aus, um einen angemessenen Schutz für Weidetiere zu gewährleisten, sagt Kreisobmann Johann Drexl. So würden zwar die Kosten für die Errichtung von Zäunen übernommen, die Betriebskosten dieser extrem aufwendigen Bauten verblieben jedoch beim Tierhalter.

Aber nicht nur die Weidehaltung wäre gefährdet, sondern auch viele Tier- und Pflanzenarten, die auf Beweidung angewiesen sind. Im Sinne der Biodiversität sei eine Weidehaltung unabdingbar. Deren Halter seien nicht bereit, ihre Tiere als „Wolfsfutter“ in die freie Natur zu lassen.

Kreisbäuerin will den Schutzstatus vom Wolf reduzieren

Die Gesellschaft muss lernen, dass nach dem absoluten Schutz einer gefährdeten Tierart und deren Bestandserholung dieser Schutzstatus reduziert werden und ein Management dieser Tierart erfolgen muss, sagt Kreisbäuerin Rita Behl. Dies gelte auch und gerade für die Tierart Wolf, deren Bestand bereits jetzt weit über die vorgegebene Zielmarke von 1000 Tieren in Deutschland angewachsen sei.

Das Tier, das Anfang Januar auf der A 96 unweit des Stoffersbergs bei Igling angefahren und dabei tödlich verletzt wurde, rechnet das Landesamt für Umwelt in Augsburg der Alpenpopulation zu, also dem genetischen Typ Wolf, der vor allem in den Alpen vorkommt. Woher das Tier kam, konnte nicht bestimmt werden.

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