Arbeitsmarkt in Buchloe

Buchloer Eisdiele weitet wegen Personalmangels Ruhetage aus

Die Sonne scheint, doch die gelben Stühle von Mr. Gelato bleiben leer. Wegen Personalmangels muss das Buchloer Eiscafé zeitweise schließen.

Die Sonne scheint, doch die gelben Stühle von Mr. Gelato bleiben leer. Wegen Personalmangels muss das Buchloer Eiscafé zeitweise schließen.

Bild: Alexandra Hartmann

Die Sonne scheint, doch die gelben Stühle von Mr. Gelato bleiben leer. Wegen Personalmangels muss das Buchloer Eiscafé zeitweise schließen.

Bild: Alexandra Hartmann

Probleme wegen Personalmangels ziehen sich durch alle Branchen. Nun trifft es auch ein Buchloer Eiscafé – bei bestem Sommerwetter ist der Laden tageweise zu.
19.08.2022 | Stand: 14:00 Uhr

Die Freibäder in Neugablonz und Mindelheim mussten schließen, in Lamerdingen gab es Probleme mit der Postzustellung und der Pflegebereich ächzt bekanntlich schon lange. Die Branchen sind unterschiedlich, doch sie eint ein Problem: Personalmangel. Nun muss auch das Buchloer Eiscafé Mr. Gelato tageweise die Reißleine ziehen.

Weil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen, bleibt das Café an der Bahnhofstraße geschlossen – und das in den Sommerferien, teilweise bei bestem Wetter.

Eiscafé an Buchloer Bahnhofstraße im Sommer normalerweise voll

Normalerweise sind die sonnigen Plätze in der Bahnhofstraße voll und auf den Tischen türmen sich Eisbecher. Neuerdings ist die Terrasse von Mr. Gelato allerdings oft verwaist. „Wir entschuldigen uns für den aktuellen Service“, steht auf einem Zettel an der geschlossenen Tür. „Wir haben momentan Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu finden“, so die Erklärung.

Seit wenigen Wochen bleibt das Lokal tageweise geschlossen. Es sei sehr schwierig, Stellen nachzubesetzen, sagt Ramona Dacosta. Zwei Mitarbeiter hätten zeitgleich aufgehört und sie könne die Arbeit nicht allein stemmen. Darum müsse sie Ruhetage einführen. Auf einen bestimmten Wochentag wolle sie sich nicht festlegen.

Gerade Gastronomie-Betriebe müssen Ruhetage ausweiten oder in Betriebsurlaub gehen

Schließungen wegen Personalmangels seien der Agentur für Arbeit Kaufbeuren nicht bekannt, wie Pressesprecherin Monika Ambronn mitteilt. Bekannt sei jedoch: Gerade Gastronomiebetriebe weiteten wegen Personalmangels ihre Ruhetage aus, und kleine Lokale machten Betriebsurlaub, da sie die Urlaubstage der Angestellten personell nicht kompensieren können.

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Ambronn bestätigt, dass alle Branchen Fachkräftemangel melden. Besonders gravierend sei dieser in der Gastronomie, im gesamten Handwerk sowie in der Pflege. Zum Stichtag im Juli dieses Jahres gab es in Buchloe 147 freie Arbeitsstellen: 47 für wirtschaftliche Dienstleistungen inklusive Zeitarbeit, 30 im Baugewerbe, 19 im Handel und 13 im Gesundheits- und Sozialwesen. Zeitgleich waren im Stadtgebiet 221 Personen arbeitslos gemeldet (Stand im Juli 2019: 176).

Viele Arbeitskräfte während der Pandemie abgewandert in andere Branchen

Eine Theorie für den Personalmangel in der Gastronomie ist, dass während der Corona-Pandemie viele Arbeitskräfte in andere Bereiche abgewandert sind. Das liegt laut Ambronn etwa daran, dass die Restaurants und Bars von den Lockdowns besonders betroffen waren. Das habe zu großer Unsicherheit geführt. Zudem seien Servicekräfte oft abhängig vom Trinkgeld, das bei der Berechnung des Kurzarbeitergeldes nicht berücksichtigt wird. „Die Gastronomiemitarbeitenden konnten dementsprechend nur ein verhältnismäßig geringes Kurzarbeitergeld beziehen“, so Ambronn. Das Problem bestätigt Dacosta. Zudem seien immer weniger Leute bereit, an den Wochenenden zu arbeiten, während das Geschäft samstags und sonntags boomt.

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