Ermittlungen gegen Ostallgäuer

„Was soll groß passieren, habe ich gedacht“ - Betrüger erschwindeln sich Ausweis-Foto von Ostallgäuer

Ein Mann aus dem Ostallgäu hat großen Ärger, nachdem er auf Internet-Betrüger hereinfiel und ihnen ein Foto seines Ausweises schickte.

Ein Mann aus dem Ostallgäu hat großen Ärger, nachdem er auf Internet-Betrüger hereinfiel und ihnen ein Foto seines Ausweises schickte.

Bild: Jochen Lübke/dpa (Symbolbild)

Ein Mann aus dem Ostallgäu hat großen Ärger, nachdem er auf Internet-Betrüger hereinfiel und ihnen ein Foto seines Ausweises schickte.

Bild: Jochen Lübke/dpa (Symbolbild)

Ein Ostallgäuer bietet einen Artikel an und schickt einer vermeintlichen Interessentin ein Bild seines Ausweises. Nun benutzen Kriminelle seine Identität.
08.09.2022 | Stand: 18:57 Uhr

Im Dezember 2020 interessierte sich eine Frau für seinen Artikel auf „eBay Kleinanzeigen“. Das Geld wollte sie dem Anbieter aus Waal (Kreis Ostallgäu) überweisen und forderte ein Foto seines Ausweises – zu ihrer Sicherheit. Der 50-Jährige dachte nicht lange nach und schickte ihr die Dateien. Seitdem wird seine Identität von Betrügern genutzt und wegen derer Umtriebe bundesweit gegen ihn ermittelt.

„Was soll groß passieren, habe ich gedacht“, erinnert sich der Mann, der anonym bleiben möchte. Er habe häufig Artikel im Internet verkauft und bis dato keine schlechten Erfahrungen gesammelt. Nachdem er der vermeintlichen Käuferin das Ausweisfoto geschickt hat, sei der Kontakt abgebrochen.

Identitätsdiebstahl: Mann aus dem Ostallgäu bundesweit Ziel von Ermittlungen

Nur eine Woche später rief eine Frau an, die eine Nähmaschine kaufen und sich vor der Überweisung rückversichern wollte. Der Waaler hatte aber gar keine Nähmaschine angeboten. Im Gespräch kam heraus: Jemand muss einen Facebook-Account mit seinen Daten erstellt haben. „Da habe ich mir gedacht: Da ist was faul.“ Er informierte die Polizei, die ihm riet, einen neuen Ausweis zu beantragen.

Wenig später der nächste Anruf: Ein Mann aus Dänemark wollte Konzerttickets von ihm gekauft haben und vermisste seine bezahlte Ware. „Er hat mir den Facebook-Chatverlauf gezeigt“, berichtet der Ostallgäuer. Die Betrüger haben, um Seriosität zu suggerieren, seine Ausweisbilder verschickt. Als die Ware nicht eintraf, habe der Däne die Nummer des „Verkäufers“ im Internet gesucht und angerufen. Das hätten einige noch vor der Überweisung gemacht. Sie konnte der Ostallgäuer über den Identitätsklau aufklären und Betrugsversuche vereiteln.

Polizei-Chef von Buchloe: Bisher 15 Ersuche aus ganz Deutschland

Doch offenbar sind andere auf die Masche hereingefallen. Wie der Buchloer Polizeichef Bernhard Weinberger mitteilt, wird immer wieder gegen den Waaler ermittelt: „Ich schätze, dass es bislang 15 Ersuche aus dem gesamten Bundesgebiet waren.“ Der Betroffene bekommt davon in der Regel nichts mit, da die Polizei um den Identitätsklau weiß. Ihm bekannte Fälle hat er angezeigt – jedoch vergeblich. Die Ermittlungen liefen bislang erfolglos.

„Mich wundert es, dass man da nichts machen kann“, sagt er. Die angegebenen Konten seien zwar gesperrt, über die Bank jedoch keine Tatverdächtigen ermittelt worden. Es handle sich um ein Geldinstitut, das damit wirbt, dass jeder mobil in weniger als acht Minuten ein Girokonto eröffnen kann. Der 50-Jährige geht davon aus, dass die Kriminellen auch dafür seinen Ausweis nutzen.

Die Polizei rät, keine Fotos von Dokumenten zu verschicken. Auch Käufer sollen vorsichtig sein und anderweitig Kontakt mit dem Verkäufer aufzunehmen – etwa über die Nummer im Telefonbuch.

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