Hilfsprojekt aus Buchloe

Buchloer Benefiziat: Das Schulgebäude in Nigeria wächst

Auf Initiative des Buchloer Benefiziaten Dr. Ambrose Ikwuagwu wird in seiner nigerianischen Heimat ein Bildungszentrum errichtet. Dank zahlreicher Spenden, auch aus Buchloe, sind die Baufortschritte inzwischen deutlich sichtbar.

Auf Initiative des Buchloer Benefiziaten Dr. Ambrose Ikwuagwu wird in seiner nigerianischen Heimat ein Bildungszentrum errichtet. Dank zahlreicher Spenden, auch aus Buchloe, sind die Baufortschritte inzwischen deutlich sichtbar.

Bild: Ambrose Ikwuagwu

Auf Initiative des Buchloer Benefiziaten Dr. Ambrose Ikwuagwu wird in seiner nigerianischen Heimat ein Bildungszentrum errichtet. Dank zahlreicher Spenden, auch aus Buchloe, sind die Baufortschritte inzwischen deutlich sichtbar.

Bild: Ambrose Ikwuagwu

Der Buchloer Benefiziat Ambrose Ikwuagwu freut sich über Spenden: Der Rohbau des Erdgeschosses in der Savanne steht bereits, aber der Pfarrer hat noch viel vor.
16.04.2021 | Stand: 12:29 Uhr

Allmählich wird der Traum des Buchloer Benefiziaten Dr. Ambrose Onwumere Ikwuagwu Wirklichkeit: Die Wände des Schulgebäudes in seinem Heimatdorf Ishiagu in Nigeria sind hochgemauert. Seit November 2020 arbeitet eine Arbeitskolonne von Einheimischen, darunter Geschwister, Verwandte und Freunde von Dr. Ambrose, am Bau des Schulzentrums mitten in der afrikanischen Savanne.

Das Gelände musste als erstes mit einem Schutzzaun aus mannshohen Betonpfeilern mit Maschendraht und einem abschließbaren, zweiflügeligen Eisentor gesichert werden. Das ist in Nigeria notwendig und landestypisch, um sich vor Diebstahl oder Überfällen zu sichern, schildert der Benefiziat. Das Tor schmiedete eine einheimische Schlosserei. Nach den Erdarbeiten mit Pickel, Schaufel und Schubkarren wurden die Streifenfundamente mit Beton gegossen, der Beton handgemacht. Dann wurden die Mauern mit Hohlblocksteinen und Stahlbetonsäulen hochgezogen.

Homepage in Arbeit

Auf den letzten Bildern, die auf dem Smartphone von Nigeria kamen, sieht man die Arbeiter beim Vorbereiten des Baustahls für das Betonieren der Decke. Leider ist die Auflösung der Handy-Fotos zu gering für einen klaren Abdruck in der Zeitung. Buchloer Freunde des Benefiziaten arbeiten zurzeit an einer Homepage, damit Spender im Internet die Baufortschritte anschaulich in Bildern mitverfolgen können.

„Ich bin als Waisenkind in Ishiagu aufgewachsen, einem Dorf, das im christlichen dominierten Süden von Nigeria liegt. Meine Mutter und mein Vater starben, als ich noch ein Baby war. Ich habe Armut am eigenen Leib erfahren. Mein älterer Bruder hat mich und meine zwei Geschwister versorgt und mir die Schule bezahlt“, schildert Benefiziat Ambrose in einem Flyer, in dem er sich und das Projekt vorstellt. Das Grundstück habe er von einem befreundeten Bauern geschenkt bekommen. „Mein Traum ist es, auf dem Gelände ein Bildungszentrum für Kinder, Schüler und Studenten zu erreichten. Auch eine Kirche soll nicht fehlen.“

Schutzzaun und Rohbau errichtet

Das geplante Grundschulgebäude ist etwa 30 Meter lang und neun Meter breit und soll in zwei Stockwerken insgesamt sechs Klassenzimmer für etwa 300 Schüler haben. In Nigeria geht die Grundschule, die sogenannte Primary School, bis zur sechsten Klasse. Für den ganzen Schulneubau sind etwa 50 000 Euro veranschlagt. Bisher wurden für den Schutzzaun und den Rohbau des Erdgeschosses circa 18 000 Euro verbaut. Später sollen noch ein Kindergarten für etwa 200 Kinder und eine weiterführende Schule für etwa 600 Schüler dazu gebaut werden.

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Spender, die wissen, das Investitionen in Bildung am wichtigsten und effektivsten sind, haben den Bau dieser Schule möglich gemacht; über 60 an der Zahl aus dem Buchloer Raum. Gerne hätte sich der Benefiziat bei jedem persönlich bedankt, aber er weiß leider nicht jeden Spendernamen. Aus Datenschutzgründen dürfen die Namen nicht bekannt gegeben werden.

Die Spende sei gut angelegt

Um den Weg der Spenden nach Afrika zu sichern, laufen die Gelder über Treuhandkonten von OPAM, einem eingetragenen deutschen Verein zur Förderung der Alphabetisierung, an eine nigerianische Stiftung „Star Voice of Hope Foundation“, die Pfarrer Ambrose in Ishiagu begründet hat. Beide Stiftungen arbeiten ehrenamtlich, sodass jede Spende fast zu 100 Prozent dem Schulprojekt zugute komme. Lediglich 1,24 Prozent fließen in Werbung und Verwaltung. OPAM (www.opam.de) habe in den 40 Jahren seit seiner Gründung viel Erfahrung gesammelt über die Planung und Unterstützung von über 570 Projekten in unterentwickelten, benachteiligten Regionen unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das Schulprojekt von Pfarrer Ambrose hat die Nummer 574, diese sollte bitte auf der Banküberweisung angegeben werden. OPAM lege auch Wert auf eine verlässliche, sichere und transparente Verwendung der Spenden. Der Verein überwache die laufenden Baumaßnahmen ständig, fordere regelmäßig Rechenschaftsberichte an und informiere die Spender mit einem Informationsblatt „OPAM-abc“. Dazu komme, dass Pfarrer Ambrose seine Vertrauenspersonen vor Ort in Nigeria hat.

Jeder Spender, der seine Postanschrift auf dem Banküberweisungsformular angibt, bekommt von OPAM zum Jahresende eine Spendenquittung. Firmen erhalten die Quittung innerhalb vier Wochen.

Der Traum des Buchloer Benefiziaten wird noch nicht so schnell in seiner Gänze verwirklicht sein, er will nämlich ein ganzes Bildungszentrum mit Sekundarschule, Hochschule, Internat, Sportgelände und einer Kapelle errichten.