Schachspiel

Das Schweigen der Könige: Schachclub Buchloe pausiert

Kein Bauernopfer: Öffentliches Schach wie im Bild beim Internationalen Schachfestival in Bad Wörishofen findet derzeit außer im Internet nicht statt.

Kein Bauernopfer: Öffentliches Schach wie im Bild beim Internationalen Schachfestival in Bad Wörishofen findet derzeit außer im Internet nicht statt.

Bild: Axel Schmidt (Symbolbild)

Kein Bauernopfer: Öffentliches Schach wie im Bild beim Internationalen Schachfestival in Bad Wörishofen findet derzeit außer im Internet nicht statt.

Bild: Axel Schmidt (Symbolbild)

Der Schach-Sport boomt zurzeit – aber nur im Internet. Was der Vorsitzende des SC Buchloe darüber denkt, hat er im Interview erzählt.
13.01.2021 | Stand: 12:01 Uhr

Wie alle Sportarten ist auch Schach von der Corona-Pandemie betroffen. Dennoch ist das königliche Spiel momentan sehr präsent, und zwar im Internet. So forciert Weltmeister Magnus Carlsen gerade seine virtuelle Präsenz und heuer gab es die erste Online-Schacholympiade. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden des Schachclubs Buchloe, Jörg Weißbrod, über die Situation.

Wie sieht momentan die Situation beim SC Buchloe aus – ruht der Betrieb komplett?

Jörg Weißbrod: Der Spiel- und Trainingsbetrieb ruht komplett. Es finden auch keine sonstigen Veranstaltungen statt.

Sind dem SCB aufgrund der Pandemie und der dadurch verursachten Spielpause Leute abgesprungen? Oder melden sich deshalb weniger an?

Weibrod: Nein, uns sind keine Leute abgesprungen. Es gibt sogar mehr Interessenten, aber das kann Zufall sein. Wir haben derzeit etwa 40 Mitglieder.

Im Internet boomt Schach – bietet der SCB auch etwas im Netz an?

Weißbrod: Nein, nur eine umfangreiche Website.

Sehen sie mit dem Internet eine Chance für den Schachsport – oder wird es dann noch mehr als abgehobener Sport gesehen?

Weißbrod: Internet ist ideal als zusätzliches Standbein für Schach, erst recht während einer Pandemie. Ich selbst betreibe aber nur Schach am Brett. Ich glaube, dass das Internet das Schach zu den Leuten „herunterholt“.

Wie sehen sie die derzeitige sportliche Situation von Schach in Deutschland?

Weißbrod: Da das Internet ein anderes Schach bietet und das Nahschach auf Dauer nicht ersetzen kann, ist die derzeitige Situation sehr betrüblich, auch weil man nicht weiß, wie lange diese Durststrecke dauert.

Und wann kommt der nächste Großmeister aus Buchloe…?

Weißbrod: Wir haben vielen sehr starken Spielern das Schachspielen beigebracht, die vielleicht irgendwann Großmeister werden, aber leider liegt es in der Natur der Sache, dass diese Spieler lange vorher zu einem stärkeren Verein wechseln.

Wer etwas Abwechslung zum Schach sucht, findet hier einige Spiel-Tipps unserer Redakteure.