Dorferneuerung

Der lange Weg zur neuen Denklinger Ortsmitte

Inzwischen rollt der Verkehr wieder: Die neu gestaltete Dorfmitte von Denklingen wird am Sonntag offiziell eingeweiht. Die Straßen und Plätze wurden mit Granit gepflastert.

Inzwischen rollt der Verkehr wieder: Die neu gestaltete Dorfmitte von Denklingen wird am Sonntag offiziell eingeweiht. Die Straßen und Plätze wurden mit Granit gepflastert.

Bild: Christian Rudnik

Inzwischen rollt der Verkehr wieder: Die neu gestaltete Dorfmitte von Denklingen wird am Sonntag offiziell eingeweiht. Die Straßen und Plätze wurden mit Granit gepflastert.

Bild: Christian Rudnik

Am Sonntag wird in Denklingen der neue Rathausplatz eingeweiht. Das Projekt war kein einfaches, wurde aber bereits mit zwei Preisen ausgezeichnet.
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Von Margit Messelhäuser und Daniel Weber
17.09.2021 | Stand: 17:34 Uhr

Fünf Jahre lang hat sich die Neugestaltung des Rathausplatzes in Denklingen hingezogen. Am Sonntag, ab 10 Uhr, wird das Millionenprojekt mit einem Gottesdienst eingeweiht, anschließend findet ein gemütliches Beisammensein auf dem neuen Platz statt. Viel hat sich getan auf dem Rathausplatz in Denklingen. Der Bereich rund ums Rathaus wurde neu gepflastert, und es steht auch wieder ein Brunnen beim Kriegerdenkmal. Letzteres wurde angehoben und die Mauern links und rechts davon abgerissen. Auch können die Bürger nun einen neuen Fußweg rund ums Rathaus benutzen. Dass der Platz vor dem Rathaus neu gestaltet werden soll, hatte der Gemeinderat bereits 2016 entschieden, noch unter Bürgermeister Michael Kießling (CSU). Ins Rollen gekommen ist das Projekt durch den Ankauf des ehemaligen Gasthauses Hirsch, das die Gemeinde mittlerweile zum Rathaus umgebaut hat. So konnte der gesamte Platz neu gestaltet werden. 2017 wurde dazu ein Wettbewerb ausgelobt, im Vorfeld waren Bürger zu einem Workshop eingeladen. Die Jury hatte sich eindeutig für das Münchner Büro Terra nova ausgesprochen, das später auch vom Gemeinderat beauftragt wurde. Ursprünglich war eine umfangreiche Neugestaltung geplant, doch dann erwies sich das Projekt als zu teuer. Eine Summe von rund 3,5 Millionen Euro hatte das Ergebnis der Ausschreibungen erbracht, und so stoppte der Gemeinderat das Projekt im März 2019 erst einmal.

Kosten zwischne 2,2 und 2,4 Millionen Euro

Die Maßnahmen wurden reduziert und auch der Bereich, den man neu gestalten wollte, verkleinert. Schließlich landete man bei rund 2,5 Millionen Euro. Immer noch eine stolze Summe, aber die Gemeinde durfte sich über eine Millionen Euro Zuschuss freuen. Dieser stammt vom Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Orts- und Stadtkerne“. Bis zum Abschluss der Arbeiten erhielt die Gemeinde noch weitere Fördergelder: Insgesamt müsse die Gemeinde vermutlich rund 60 Prozent der Kosten nicht selbst tragen, wie Bürgermeister Andreas Braunegger der BZ berichtet. Er rechne mit 2,2 bis 2,4 Millionen Gesamtkosten für den Platz.

Auch für kleine Märkte und Veranstaltungen konzipiert

Die Gesamtfläche beträgt etwa 5450 Quadratmeter, der Großteil sind Straßen, Wege und Plätze. Doch es gibt auch 600 Quadratmeter Frei- und Grünflächen. „Dem Rathaus wurde ein einheitliches Umfeld gegeben und es wurde allseitig in einer großzügigen Pflasterfläche verankert“, sagt Braunegger. Der Dorfplatz, die zentrale Mitte, sei durch den Vorplatz des Rathauses, das Kriegerdenkmal und den neuen Rathausgarten definiert. Der Hof ist multifunktional angelegt. Eine Stufenanlage erschließt das tiefer liegende Niveau. Dieser Bereich könne für kleine Märkte oder Veranstaltungen genutzt werden, sagt der Bürgermeister. Die Straßen seien auf die Mindestbreite für dörfliche Hauptstraßen zurückgebaut worden, erklärt Braunegger, die überdimensionierten Einmündungen der Nebenstraßen auf das notwendige Maß. Der Rathausgarten ist als Natur-Staudengarten angelegt, der ganzjährig blühen soll, zwei Parkbänke laden zum Verweilen ein. Im Garten wurde auch ein Wartebereich für Busfahrgäste platziert. Die seitlichen Mauern und Einfassungen am Kriegerdenkmal wurden zurückgebaut, um das Denkmal in seinen ursprünglichen Abmessungen freizustellen und die Schrift lesbar zu machen. Der Dorfbrunnen besteht aus Granit. Und das gesamte Projekt ist auch preisgekrönt: Neben dem „Preis für Baukultur 2020“ von der europäischen Metropolregion München wurde es nun auch in der Kategorie „Klimagerechte Sanierung“ vom Umweltbundesamt mit einer Anerkennung ausgezeichnet.