Buchloe

Einer, der auf Menschen zugeht

Fastenzeit

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Bild: Claudia Goetting

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Kirche Buchloer und Weggefährten freuen sich über die Ernennung von Dr. Bertram Meier zum neuen Augsburger Bischof. Er hat immerhin eine ganz besondere Verbindung zur Stadt
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Von Claudia Goetting
29.01.2020 | Stand: 17:38 Uhr

Dr. Bertram Meier, der neue Bischof des Bistums Augsburg, ist gebürtiger Buchloer. Auf der damals noch existierenden Geburtsstation des Krankenhauses St. Josef hat er am 20. Juli 1960 das Licht der Welt erblickt. Bei der Eröffnung der Sternsingeraktion des Bistums, die 2008 in Buchloe stattfand, das Motto „Kinder suchen Frieden“ und Drachen als Symbol hatte, sagte er: „Der Drache des Friedens hat für mich in Buchloe angefangen.“ Auch wenn er in Kaufering aufgewachsen ist, hielt er über die Jahre regen Kontakt mit seiner Geburtsstadt. Dementsprechend positiv sind die Reaktionen auf seine Ernennung in Buchloe und bei Weggefährten.

Rosalia Walter freut sich sehr über die Entscheidung. „Er ist ein Mann, der ausgewogen ist und sich hier auskennt. Ich glaube, dass nun Kontinuität einkehrt. Und ich weiß, dass er Buchloe liebt“, sagt die Geistliche Leiterin des Kolpingwerks Deutschland und frühere Vorsitzende der Buchloer Kolpingsfamilie. Er sei außergewöhnlich oft in Buchloe gewesen, beispielsweise 2004 bei der Komödie der Kolpingbühne „Ein richtiger Pfarrer oder Jedes Jahr im August“ (aus der Feder von Manfred Dempf) sowie der darauf folgenden Diskussionsrunde über das heutige Priesterbild. Auch beim 100-Jahr-Jubiläum der Kolpingsfamilie (2009) besuchte er Buchloe, ebenso als Ökumene-Referent der Diözese Augsburg bei einem Informationsabend zum Ökumenischen Kirchentag (2010).

Heute wird Rosalia Walter dem neuen Bischof persönlich zu seiner Ernennung gratulieren. Als Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist die 61-Jährige bei der Synodalversammlung dabei, an der alle deutschen Bischöfe teilnehmen, also auch Dr. Bertram Meier. „Ich möchte ihm sagen, dass er Freude an seinem Amt haben soll, dann kann er es auch gut ausfüllen. Vermutlich haben viele hohe Erwartungen an ihn. Ich hoffe, dass er sich nicht beschlagnahmen lässt, sondern in Ruhe seinen Weg geht.“

Pater Roman Löschinger kennt den neuen Bischof bereits seit der Schulzeit. Bei einer diözesanen Jugendveranstaltung sind sich die beiden zum ersten Mal begegnet. Löschinger ist in Buchloe aufgewachsen, zur Schule gegangen, seine Eltern leben immer noch in der Stadt. „Die Schwestern im Krankenhaus St. Josef werden sich sehr über diese Entscheidung freuen. Es ist ja nicht alltäglich, dass ein Buchloer Bischof wird“, sagt der Direktor des Bildungszentrums im Kloster Roggenburg. Er habe gestern mehrere positive Reaktionen auf die Entscheidung bekommen – auch von evangelischen Christen. Er selbst sei ebenfalls höchst erfreut. „Ich habe mir diese Entscheidung gewünscht, aber nicht unbedingt damit gerechnet. Er ist menschlich offen, kann auf Leute zugehen und fremdelt nicht“, sagt Löschinger. Dem neuen Bischof hat der 56-Jährige, dem bewusst ist, dass die „Aufgabe nicht nur Spaß bedeutet“, gleich gestern Nachmittag per E-Mail gratuliert. Darin stehe unter anderem: „Ich freue mich sehr fürs Bistum und werde noch mehr für Dich beten.“

Der neue Buchloer Stadtpfarrer Dieter Zitzler ist Bertram Meier vor allem in seiner Zeit, als er noch Dekan in Dillingen war, öfter begegnet. Über den neuen Bischof sagt er: „Er ist ein erfahrener Mann, kennt sich in der Seelsorge aus und kommt aus dem Bistum. Ich glaube, er kann das ganz gut.“ Zitzler wünscht sich, dass „wir gemeinsam Wege für die Zukunft suchen, dass jeder seinen Platz in der Kirche findet und dass sich alle Gremien, vor allem auch Laien, einbringen können“.

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Als Susanne Zinth die Nachricht gestern Mittag im Radio gehört hat, war ihr erster Gedanke: „Das ist eine sehr gute Entscheidung.“ Sie kenne Dr. Bertram Meier zwar nicht persönlich, findet es aber ausgesprochen gut, dass er aus der Region kommt, also auch weiß, wie die Leute hier sind und was sie bewegt. Die Buchloer Pfarrgemeinderatsvorsitzende glaubt, dass er „sehr aufgeschlossen ist und auf die Leute zugeht“. Und sie hofft, dass er sich „anhört, was die Menschen denken und sich wünschen“.

Nicht nur Vertreter der katholischen Kirche nehmen die Neuigkeit positiv auf. „Ich freue mich sehr über die Nachricht und hatte auch gehofft, dass er es wird. Das ist ein gutes Signal für die Ökumene“, sagt der evangelische Stadtpfarrer Christian Fait, der bereits mehrmals mit Meier Kontakt hatte. „Bei den Treffen und Diskussionen ist immer sehr deutlich geworden, dass es ihm ein Anliegen ist, dass die Ökumene weiterkommt. Jedes Mal, wenn man angefragt hat, ist er gekommen, sofern es terminlich gepasst hat.“ Man könne mit ihm reden, er sei nah an den Menschen dran und umgänglich. „Für die Katholiken in Schwaben und vor allem in Buchloe ist das gut.“»Erste Seite, Bayern

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