Großkitzighofen

Faible für das Große

Alexander Wei�haarbei der Ehrung 2019 in Wôrzburg

Alexander Wei�haarbei der Ehrung 2019 in Wôrzburg

Bild: HWK Schwaben

Alexander Wei�haarbei der Ehrung 2019 in Wôrzburg

Bild: HWK Schwaben

Handwerk Alexander Weißhaar aus Großkitzighofen ist Bayerns bester Kraftfahrzeugmechatroniker
Von Markus Frobenius
03.01.2020 | Stand: 16:22 Uhr

21 Jahre ist Alexander Weißhaar jung und doch gehört der Großkitzighofer bereits zu den alten Hasen auf dem Gebiet der Kraftfahrzeugmechatronik. Denn einerseits hat er seine Lehre bereits beendet und probt seine Kenntnisse erfolgreich an seinem Oldtimer. Andererseits wurde Weißhaar als bester Geselle seines Faches auf schwäbischer Ebene ausgezeichnet – und danach auch als „Landessieger 2019“ beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks in Bayern.

Weißhaar wuchs im beschaulichen Großkitzighofen auf – in dem Ortsteil von Lamerdingen betreibt Vater Bernhard eine Kfz-Werkstatt. Und schon früh habe der Jugendliche gewusst, was er wollte: „Nach dem Realschulabschluss 2015 in Buchloe ging er in die Lehre zu seiner Wunschausbildung bei Mercedes zum Kraftfahrzeugmechatroniker, Fachrichtung Pkw“, berichtet sein Vater. Eine Lehrstelle fand der Sohn bei einer Vertragswerkstatt in Schwabmünchen. Dort schloss Alexander Weißhaar die Ausbildung im Februar 2019 ab, und das gleich als schwäbischer Innungssieger. Immerhin gab es damals 422 Absolventen. Zur Belohnung ging es für den Großkitzighofer nach Würzburg.

Dort lud die unterfränkische Handwerkskammer zum Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks im Fachbereich Kraftfahrzeugmechatronik. „Nach einem langen Prüfungstag setzte sich Alexander gegen alle anderen Kammersieger durch und errang den bayerischen Landessieg“, berichtet Vater Bernhard Weißhaar.

Und auch das blieb nicht ohne Anerkennung: Die besten Nachwuchshandwerkerinnen und -handwerker aus 103 verschiedenen Ausbildungsberufen des Handwerks – und damit die diesjährigen Sieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks auf bayerischer Ebene – wurden in die Mainfrankensäle nach Veitshöchheim geladen. Dort wurden sie in einer gemeinsamen Feier des Bayerischen Handwerkstages und der Handwerkskammer für Unterfranken ausgezeichnet. „Sie sind die besten Nachwuchstalente Bayerns“, lobte der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Franz Xaver Peteranderl. Angesichts des derzeitigen Nachwuchsmangels im Handwerk – wie überall auch – appellierte Peteranderl an die Gesellen: „Bitte helfen Sie mit, das Image des Handwerks zu stärken, und begeistern Sie auch andere junge Menschen für eine Ausbildung“.

Der Präsident ehrte in Veitshöchheim auch Alexander Weißhaar persönlich. Neben dem Großkitzighofer gab es weitere 21 Junghandwerkerinnen und -handwerker aus Schwaben, die sich in den 103 Sparten mit den besten Prüfungsergebnissen, Bewertungen ihrer Gesellenstücke oder in praktischen Wettbewerben durchgesetzt hatten. Mit ihnen trat Weißhaar im Leistungswettbewerb auf Bundesebene an. In dem haben sie sich mit Berufskollegen aus ganz Deutschland gemessen. Dieser Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks findet jedes Jahr in rund 120 Ausbildungsberufen des Handwerks statt. „Er soll die Leistungen des dualen Ausbildungssystems in die Öffentlichkeit tragen und zeigt dessen hohe Ausbildungsqualität. 2019 trägt der Leistungswettbewerb das Motto ,Zukunft kommt von Können’“, teilen die Veranstalter mit.

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Weißhaar war im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden zumindest vorne mit dabei: Vor den Augen des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und des Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, erreichte er den achten Platz.

Aber der Großkitzighofer hat schon das nächste Ziel vor Augen: Sein großes Interesse an der Fachrichtung Elektronik werde ihm bei den zukünftigen Herausforderungen in der Automobiltechnik hilfreich sein. Und heuer hat er auch noch etwas vor, nämlich die Meisterprüfung. Später will Alexander Weißhaar dann die Werkstatt seines Vaters übernehmen. Dann muss er seinen Oldtimer nicht mehr mit Fahrten nach Schwabmünchen strapazieren. Denn Weißhaar schraubt neben der Arbeit in seinem Ausbildungsbetrieb auch an einem 30 Jahre alten Mercedes – er habe eine „große Markenliebe“ zu dem Hersteller. Und diesen Oldtimer fährt der 21-Jährige auch im Alltag.