Kein Public Viewing 2021

So können Buchloer die EM-Spiele anschauen

Beim Public Viewing war die Buchloer Sparkassenarena 2016 voll. Coronabedingt müssen Buchloer die Fußballabende der EM 2021 etwas anders gestalten.

Beim Public Viewing war die Buchloer Sparkassenarena 2016 voll. Coronabedingt müssen Buchloer die Fußballabende der EM 2021 etwas anders gestalten.

Bild: Michael Lindemann (Archivfoto)

Beim Public Viewing war die Buchloer Sparkassenarena 2016 voll. Coronabedingt müssen Buchloer die Fußballabende der EM 2021 etwas anders gestalten.

Bild: Michael Lindemann (Archivfoto)

Trotz niedriger Inzidenz sind Public Viewings zur Fußball-EM 2021 verboten. Wo und mit wie vielen Freunden Buchloer trotzdem Fußball schauen können.
11.06.2021 | Stand: 12:12 Uhr

Fußballfans sitzen dicht gedrängt auf Bierbänken. Die Blicke sind starr auf die große Leinwand gerichtet. Und dann: Tooooor! Alle liegen sich in den Armen, die aufgeschminkte Deutschlandflagge verteilt sich von der eigenen Wange auf die des Sitznachbarn. Solche Szenen vom Public Viewing – beispielsweise in der Eishalle oder bei BayWa – sind wohl vielen Buchloern in bester Erinnerung. Bei dieser besonderen Fußball-Europameisterschaft werden die Siege der Nationalmannschaft wohl nicht derart zelebriert werden – ganz aufs gemeinsame EM-Spektakel verzichten, müssen Buchloer trotzdem nicht.

Public Viewing ist in ganz Bayern verboten

Public Viewing Veranstaltungen sind „nicht nur im Landkreis Ostallgäu, sondern bayernweit nicht zulässig“, sagt Thomas Brandl, Pressesprecher des Landratsamtes. Das Bayerische Infektionsschutzgesetz erlaube – trotz niedriger Inzidenz – öffentliche Veranstaltungen nur, „wenn diese einen von Anfang an klar begrenzten und geladenen Personenkreis haben“, erklärt Brandl. Das sei beim klassischen Public Viewing nicht der Fall. Markus Salger, Geschäftsstellenleiter der VG Buchloe, betont auch, dass beim Public Viewing der Eventcharakter im Vordergrund stehe – in diesem Fall wäre eine solche Veranstaltung auch im Rahmen der Außengastronomie verboten.

„Ist allerdings der Verzehr von Speisen und Getränken der Hauptzweck und wird das jeweilige Sportereignis auf beispielsweise einem Fernseher im Hintergrund gezeigt, so ist dies im Rahmen des Gastronomiebetriebs zulässig“, teilt Salger mit. Wer also hauptsächlich wegen der Verpflegung ins Restaurant oder den Biergarten gehe, könne auch nebenher das Fußballspiel schauen – natürlich unter Berücksichtigung der jeweiligen Hygieneregeln.

Im Buchloer Café Morizz beispielsweise möchte Inhaber Francisco Lorenzo die Deutschlandspiele im Rahmen des Erlaubten ausstrahlen. Das hat auch der Amberger Hof vor. Je nach Wetter werde dort im Innen- oder Außenbereich Fußball gezeigt.

Zehn Personen erlaubt beim heimischen EM-Abend

Und auch die Weichen für den heimischen EM-Abend mit Grill und Freunden sind gestellt. Da die Sieben-Tage-Inzidenz im Ostallgäu nur noch bei 5,7 liegt (Stand: 10. Juni) ist das „Private Viewing“ mit maximal zehn Personen aus beliebigen Hausständen erlaubt. Genesene, Geimpfte und Kinder unter 14 Jahren zählen dabei nicht mit. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender übertragen die Partien der Deutschen Elf – es gibt also kein Streamingdienst-Durcheinander wie üblich in Bundesliga und Champions League.

Lesen Sie auch
##alternative##
Public Viewing bei der EM

Marktoberdorf fiebert EM-Start mit Kevin Volland entgegen

„Momentan gehen wir von einer ruhigen EM aus“, sagt Bernhard Weinberger, Chef der Buchloer Polizeiinspektion. Das begründet er mit dem Verbot von Feiern auf öffentlichen Plätzen und Public Viewings. „Wir werden jedoch den Turnierverlauf im Blick haben“, sagt Weinberger.

Sind die deutsche, die türkische oder die italienische Mannschaft erfolgreich, könnte es zu spontanen Feiern kommen. Da werde die Buchloer Polizei mehr Personal im Einsatz haben. Weinberger hofft trotz möglicher Fußball-Euphorie auf die Vernunft und sagt: „Gerade jetzt, wo sich die Zahlen so gut entwickelt haben, sollten wir das nicht wieder leichtsinnig aufs Spiel setzen.“

Ostallgäuer Supermärkte rechnen 2021 mit weniger Andrang auf Deutschland Fanartikel

Wer nach dem langen Abstand zur vorigen Meisterschaft seine Fanartikel nicht mehr findet, kann in den Supermärkten neue kaufen. Teils ist das Angebot jedoch nicht so präsent wie gewöhnlich. „Wir haben wesentlich weniger als bei EM oder WM üblich“, sagt Christian Huber, Filialleiter des Buchloer V-Marktes. Deutschland-Schminke oder Spezialeditionen von Süßigkeiten finden Kunden in den jeweiligen Abteilungen.

Im Feneberg ist nichtsdestotrotz eine Fan-Ecke aufgebaut und geschmückt. Dort gebe es laut Unternehmenssprecherin Sonja Kehr auch kein abgespecktes Angebot. Die Artikel, die ursprünglich für die EM 2020 bestellt waren, wurden von den Lieferanten eingelagert und heuer angeliefert.

Andreas Morhart richtet im Feneberg vor dem Auftakt der Fußball Europameisterschaft noch die Fanecke her.
Andreas Morhart richtet im Feneberg vor dem Auftakt der Fußball Europameisterschaft noch die Fanecke her.
Bild: Alexandra Hartmann

„Die Nachfrage nach Fanartikeln ist im Moment noch sehr verhalten, das hat sicher mit der Pandemie zu tun“, sagt Kehr. Als eine Variable sehe die Sprecherin jedoch das Abschneiden der Nationalelf. „Wenn das Team erfolgreich ist, könnte das Interesse an Fanartikeln im Laufe des Turniers noch steigen.“

Lesen Sie auch: "Ab und an auch eine Kabinenparty" - Buchloer Sportvereine geben Tipps zur Fußball-EM

News zur Fußball-EM lesen Sie hier.