Blaulichttag am Samstag

Gaffen erlaubt: Feuerwehr in Buchloe zeigt ihr Können

Retten, löschen, bergen, schützen: Die Aufgaben der Feuerwehr sind vielfältig – wie auf dem Foto die Bekämpfung des Brandes einer Lagerhalle in Buchloe. Das will die Wehr der Stadt bei ihrem Blaulichttag am 29. Juni zeigen.

Retten, löschen, bergen, schützen: Die Aufgaben der Feuerwehr sind vielfältig – wie auf dem Foto die Bekämpfung des Brandes einer Lagerhalle in Buchloe. Das will die Wehr der Stadt bei ihrem Blaulichttag am 29. Juni zeigen.

Bild: Moritz Frank (Archiv)

Retten, löschen, bergen, schützen: Die Aufgaben der Feuerwehr sind vielfältig – wie auf dem Foto die Bekämpfung des Brandes einer Lagerhalle in Buchloe. Das will die Wehr der Stadt bei ihrem Blaulichttag am 29. Juni zeigen.

Bild: Moritz Frank (Archiv)

Zu etwa 200 Einsätzen pro Jahr muss die Feuerwehr Buchloe ausrücken. Die Freiwilligen der größte Wehr im nördlichen Ostallgäu erleben dabei immer öfter, dass auch sie blöd angemacht oder gar beschimpft werden. Der Ton wird rauer - vom üblen Phänomen der Gaffer ganz zu schweigen. Am kommenden Samstag wollen die Floriansjünger aber gerne einen Einblick in ihre Arbeit geben. Zum Blaulichttag mit anderen Hilfsorganisationen gilt ausdrücklich das Motto: zuschauen erwünscht!
01.06.2021 | Stand: 15:32 Uhr

Grausige Bilder und dramatische Einsätze – damit können Feuerwehrleute genauso konfrontiert werden wie mit der Rettung einer Katze von einem Baum, erzählt Brandinspektor Herbert Mayer, Vorsitzender des Feuerwehrvereins Buchloe. Doch was ihm und seinen Kollegen derzeit zu schaffen machen, sind Gaffer und andere rücksichtslose Leute bei Einsätzen.

„Wir wollen helfen und Menschen retten und werden dafür blöd angemacht“, ärgert sich Mayer. Um den Menschen mal einen Einblick in die Praxis der Feuerwehr zu geben, veranstaltet der Buchloer Verein am Samstag, 29. Juni, wieder einen Blaulichttag. „Da wollen wir den Bürgern unsere Arbeit zeigen.“

Blaulichttag 2019
Veranstalter: Freiwillige Feuerwehr Buchloe
Termin: Samstag, 29. Juni, von 10 Uhr bis 17 Uhr.
Teilnehmer: Feuerwehr Buchloe, Polizei, Bayerisches Rotes Kreuz, Wasserwacht, Abschleppdienst (Autobahn).
Programm: Schauübungen, an denen auch Besucher teilnehmen können, technische Darbietungen, Hausführungen, Unterhaltungsprogramm für Kinder.
Mehr Infos: www.feuerwehr-buchloe.de

Der Alltag der Buchloe Feuerwehrleute sei zunächst wie bei anderen Leuten auch: Zumeist mit einer geregelten Arbeit gefüllt, denn die Mitglieder der Wehr sind alle Freiwillige. Zum Glück seien die Arbeitgeber in der Region verständnisvoll, wenn plötzlich einzelne Mitarbeiter bei einem Alarm weg müssen, erklärt Mayer. Der 59-Jährige wiederum ist bei der Berufsfeuerwehr Augsburg als Gruppenführer im Einsatz und Ausbilder. „Ein Großteil der Bevölkerung respektiert oder akzeptiert unsere Arbeit“, berichtet Mayer.

Lüstern und entwürdigend

Aber tendenziell werde der Umgangston vor Ort rauer. „Kommt in die Gänge“, werde ihnen da zugerufen. Und immer mehr Gaffer behindern die Arbeit der Wehr, weil sie am Ort des Geschehens mit Handy oder Smartphone fotografieren oder filmen wollen. „Das ist sensationslüstern und für die Opfer einfach entwürdigend“, ärgert sich Mayer. Obendrein werde die Arbeit – Löschen oder Retten – erschwert, dabei stünden Leben oder Güter auf dem Spiel – und die Gesundheit der Retter obendrein. Von Handgreiflichkeiten hat Mayer allerdings noch nichts in der Region gehört.

Dabei haben die Retter manchmal sogar Probleme, überhaupt einen Einsatzort zu erreichen, weil etwa Verkehrsteilnehmer keine Rettungsgasse freigelassen haben. „Das hat sich aber inzwischen gebessert, da hat unsere Aufklärungsarbeit auch durch die Medien geholfen“, berichtet Mayer. Dafür gebe es ein anderes kurioses Problem – dass nämlich Pkw-Fahrer nach den Rettungskräften die freie Gasse benutzen, um sich nach vorne zu drängeln. Erst kürzlich brummte die Polizei nach einem Unfall auf der A 96 bei Wiedergeltingen einem Verkehrsteilnehmer ein Bußgeld auf, der genau das gemacht hatte.

Durchschnittlich 200 Einsätze pro Jahr

Wer dagegen die Arbeit der Feuerwehr authentisch, aber legal miterleben will, hat dazu am Blaulichttag Gelegenheit. Der veranstaltende Feuerwehrverein hat etwa 140 aktive und 360 passive Mitglieder. Die Buchloer Wehr mit neun Fahrzeugen inklusive einer Drehleiter hat durchschnittlich 200 Einsätze pro Jahr.

„Wir sind für verschiedenste Einsätze gewappnet und haben auch eine Höhensicherungsgruppe“, erklärt Mayer. Buchloe ist zudem Stützpunktwehr, da sie die größte im nördlichen Ostallgäu ist und deshalb umliegende Gemeinden bei Großeinsätzen unterstützen muss. Was die Wehr alles zu bieten hat, können die Bürger nicht nur vor Ort und bei Demonstrationen anschauen. „Bei einigen Übungen können Besucher auch selbst teilnehmen“, sagt Mayer.

Das gilt sogar für Kinder beim Zielschießen mit der Löschspritze. „Es soll auch den Charakter eines Familientages haben“, erklärt der Vereinsvorsitzende weiter.

Wenn dann wieder ein paar tausend Zuschauer wie bei den vorherigen Blaulichttagen zu dem Gelände im Buchloer Osten kommen und bei den Übungen zuschauen, fotografieren oder filmen, sei das auch erlaubt, schließlich ist es die Feuerwehr der Bevölkerung, betont Mayer. "Wir wollen den Bürgern ihre Feuerwehr präsentieren, die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr freiwillig für sie da ist. Denn es geht um deren Gesundheit und Hab und Gut."