Bahnübergang Dillishausen

Gemeinderat diskutiert über mehr Sicherheit am Bahnübergang

Beim beschrankten Bahnübergang an der Eschenlohstraße in Dillishausen kann es an der engen Einmündung zur Straße „An der Bahn“ zu gefährlichen Rückstaus auf die Gleise kommen.

Beim beschrankten Bahnübergang an der Eschenlohstraße in Dillishausen kann es an der engen Einmündung zur Straße „An der Bahn“ zu gefährlichen Rückstaus auf die Gleise kommen.

Bild: Hieronymus Schneider

Beim beschrankten Bahnübergang an der Eschenlohstraße in Dillishausen kann es an der engen Einmündung zur Straße „An der Bahn“ zu gefährlichen Rückstaus auf die Gleise kommen.

Bild: Hieronymus Schneider

Der Lamerdinger Gemeinderat überlegt, wie die bisherige Verkehrsführung an der Bahnkreuzung in Dillishausen möglichst erhalten werden kann.
Beim beschrankten Bahnübergang an der Eschenlohstraße in Dillishausen kann es an der engen Einmündung zur Straße „An der Bahn“ zu gefährlichen Rückstaus auf die Gleise kommen.
Von Hieronymus Schneider
24.10.2020 | Stand: 17:08 Uhr

Das wichtigste Thema in der jüngsten Sitzung des Lamerdinger Gemeinderats war die Verkehrssituation am Dillishausener Bahnübergang. Der Punkt wurde nach einem Ortstermin kurzfristig auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung gesetzt. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, sagte der Vertreter der Deutschen Bahn, Bernhard Blaas. Nach ausführlicher Erörterung der Experten bestünde am Bahnübergang Süd Eschenloher-Amberger Straße ein hohes Gefahrenpotenzial für die Verkehrsteilnehmer.

Änderung der Verkehrsführung am Dillishausener Bahnübergang als kurzfristige Lösung

Als kurzfristige Lösung müsse eine Änderung der Verkehrsführung erfolgen. Dies hätte zur Folge, dass „An der Bahn“ eine Einbahnstraßenregelung entsteht. Der Verkehr – beschränkt auf Fahrzeuge und Gespanne unter sieben Meter Länge – dürfe in die Straße einfahren, jedoch wäre eine Ausfahrt künftig nur über den nördlich gelegenen Bahnübergang erlaubt. Langfristig müsse eine Lösung gefunden werden, bei der nur noch Bahnüber- oder -unterführungen das Ziel seien. Weiter müsse eine alternative Zufahrtsmöglichkeit für „An der Bahn“ geschaffen werden. Die könne beispielsweise über die Straße „Am Krebsbach“ oder durch Ausbau des westlich davon gelegenen Feldweges ermöglicht werden. Die Beteiligten der Verkehrsschau schlugen als einzige Möglichkeit eine Einbahnstraßenregelung vor, weil die Einmündung zu eng sei, sodass bei Begegnung von zwei größeren Fahrzeugen ein gefährlicher Rückstau entstehe. Dieser Vorschlag fand aber im Gemeinderat wenig Zustimmung.

Bürgermeister Manuel Fischer erwiderte, dass diese Lösung praxisfern sei und auf großen Widerstand in der Bevölkerung stoßen könnte. Er erläuterte, dass die Bahn und die Verkehrsbehörden auf eine schnelle Lösung des Problems drängen, weil eine Gefährdung am Bahnübergang gegeben sei. Auch Fischer plädierte für weitere Alternativen, etwa eine bauliche Änderung am Bahnübergang, um die bisherige Verkehrsführung beizubehalten. So soll zunächst ein Praxistest durchgeführt werden, um diesen Vorschlag zu prüfen.

Dillishausens Entwicklung

Um die künftige Entwicklung des Ortsteils Dillishausen ging es auch bei den weiteren Punkten der Tagesordnung. Bei der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden gab es keine wesentlichen Einwände gegen die Änderung des Flächennutzungsplans und die Erweiterung des Bebauungsplanes „Dillishausen Nord“. Der Gemeinderat billigte die Abwägung der Stellungnahmen und fasste einstimmig die Beschlüsse zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Satzung des Bebauungsplans „Dillishausen-Nord“. Auch der überarbeitete Entwurf für den Bebauungsplan „Dillishausen Süd“ wurde nach Abwägung der Stellungnahmen einstimmig gebilligt. Aufgrund der Änderungen beim Schutz vor Verkehrslärm, zur Behandlung von Niederschlagswasser und zum Bodenschutz ist eine verkürzte öffentliche Auslegung von zwei Wochen erforderlich. Das in einer Stellungnahme angeführte Probleme der Erschütterung des Anwesens eines Anliegers durch Schwerlastverkehr bei der Erschließung wird durch eine Messung untersucht und gegebenenfalls werden Maßnahmen veranlasst. Bürgermeister Fischer kündigte den Beginn der Tiefbauarbeiten im Frühjahr 2021 an. „Eine frühere Ausschreibung war wegen der Probleme mit dem Lärmschutz an der Bahnlinie nicht möglich“, erklärte er dazu. Der Bau der Wohnhäuser könne somit erst im Herbst des kommenden Jahres beginnen.

Absage von Veranstaltungen

Die Informationsveranstaltung „Check dein Haus“ des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (EZA) und der Gemeinde am Donnerstag, 22. Oktober, musste abgesagt werden. Auch die geplante Einweihung der Fertigstellung des Kindergartenanbaus St. Martin in Lamerdingen mit geladenen Gästen und Segnung durch den Pfarrer fällt aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklung und der derzeitigen Siebentage-Inzidenz im Landkreis Ostallgäu aus. „Grundsätzlich gilt es, Versammlungen und Veranstaltungen sowie private Zusammenkünfte zu meiden. Eine Durchführung der gemeindlichen Veranstaltungen ist zum Schutz der Bevölkerung nicht zu verantworten. Der Gemeinde obliegt eine Vorbildfunktion, auch daher mussten wir schweren Herzens eine Absage aussprechen“, erläuterte Bürgermeister Fischer.