Wasser-Zweckverband

Haushalt: Zweckverband der Singoldgruppe investiert 600.000 Euro

Besonders in Instandhaltung und Erneuerung der Rohrleitungen investiert der Wasser-Zweckverband.

Besonders in Instandhaltung und Erneuerung der Rohrleitungen investiert der Wasser-Zweckverband.

Bild: Karin Hehl (Symbol-Foto)

Besonders in Instandhaltung und Erneuerung der Rohrleitungen investiert der Wasser-Zweckverband.

Bild: Karin Hehl (Symbol-Foto)

Der Wasser-Zweckverband Obere Singoldgruppe tagt unter erschwerten Bedingungen. Wie die finanzielle Lage in Corona-Zeiten ist.
Von Klaus Dieter Treude
17.12.2020 | Stand: 15:38 Uhr

„Unter erschwerten Bedingungen“ fand die jüngste Sitzung des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Oberen Singoldgruppe (ZV) statt, meinte der Waaler Bürgermeister Robert Protschka mit Blick auf die verschärften Corona-Schutzmaßnahmen.

Im Vereinsheim Honsolgen hatten sich die Zweckverbandsmitglieder eingefunden – auf Abstand und unter Masken. Das Landratsamt habe der Durchführung der Versammlung zugestimmt, allerdings möge man „die Sitzung kurzhalten“, informierte Protschka eingangs. Nach seiner Wahl zum Waaler Bürgermeister hat er auch den Zweckverbandsvorsitz von seinem Vorgänger Alois Porzelius übernommen. Porzelius wurde gleich zu Beginn der Sitzung formell entlastet. Die Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Anna Diem-Sickinger, hat über die Durchführung der örtlichen Kassen- und Rechnungsprüfung Ende November berichtet. Fragen, sagte sie, konnten ohne Beanstandungen direkt geklärt werden.

Vor wenigen Tagen fand seit langer Zeit außerdem eine überörtliche Prüfung bei den Stadtwerken Landsberg statt. Von dort aus wird der Zweckverband kaufmännisch und technisch geführt. Das Ergebnis liege zwar noch nicht vor, sagte Christof Lange, Kaufmännischer Vorstand der Stadtwerke, die Überprüfung sei aber aus seiner Sicht zufriedenstellend verlaufen.

Jahresabschluss und Haushaltspläne

Lange trug als Beauftragter für die Kaufmännische Betriebsführung der Singoldgruppe den Jahresabschluss 2019 wie auch die Haushaltssatzungen und Haushaltspläne 2020 und 2021 vor.

Für 2019 konnte er in der Gewinn- und Verlustrechnung mit knapp 55.000 Euro einen deutlich höheren Gewinn als in den Vorjahren verkünden. Zu dem bereits im November 2019 beschlossenen Haushalt 2020 hatte das Landratsamt Ostallgäu wegen zwei Rundungsfehlern Einwände erhoben. Daraufhin wurden eine Nachbesserung und erneute Beschlussfassung nötig, was ärgerlich war, meinte Lange. Die Verbandsversammlung stimmte der überarbeiteten Haushaltssatzung 2020 sowie der entsprechenden Mittelbereitstellung zu und ermächtigte Protschka, die Satzung in Kraft zu setzen.

Der Haushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 687 600 Euro, 426 .700 Euro wurden als Kreditrahmen für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen bewilligt. Damit der Haushalt 2021 nicht auch auf eine „Strafrunde“ geschickt wird, hatte Lange diesen zuvor mit dem Landratsamt abgesprochen. Vom Amt sei bereits Zustimmung signalisiert worden. Deshalb taten sich die Verbandsdelegierten nun leicht, Haushaltssatzung und Haushaltsplan 2021 zu beschließen. Für 2021 kalkuliert Lange mit einem Gewinn von 102 500 Euro. Der Vermögensplan schließt mit 776 .400 Euro (Einnahmen und Ausgaben), als Kreditrahmen wurden rund 521. 000 Euro genehmigt.

Besonders in Rohrleitungen werde investiert

Die dauernde Leistungsfähigkeit des Zweckverbandes sei als gut zu bezeichnen, sagte Lange. Investitionen würden vor allem für die Instandhaltung und Erneuerung der Rohrleitungen fällig.

Hierzu trug Martin Michl, ebenfalls von den Stadtwerken Landsberg, seinen Bericht zur technischen Betriebsführung vor. Dabei ging er auch auf Schäden ein, die durch Störungen, zum Beispiel durch Gewitter, ausgelöst wurden. Im Jahr 2020 wurden die Rohrnetze in Honsolgen und Unterdießen erweitert, in Ober- und Unterdießen wurden auch schadensanfällige Wasserhauptleitungen erneuert. Auch in Waal wurde ein Teil der Wasserleitung erneuert.

Im Jahr 2021 sind Netzerweiterungen in Waal und Dornstetten mit einer Investitionssumme von rund 70 000 Euro geplant. Die Kosten für Wasserleitungserneuerungen liegen etwa bei 470 000 Euro. Für die Erneuerung und Herstellung von Wassergrundstücksanschlüssen in den Gemeinden sind laut Michl knapp 100 000 Euro eingeplant, für Hydranten und neue Hauswasserzähler gut 20 .000 Euro.

Bis 2024 sind jährlich 600. 000 Euro für Investitionen eingeplant. Da das Rohrnetz und ein Teil der Anlagen größtenteils über 50 Jahre alt sind, wird der jährliche Investitionsbedarf von rund 600. 000 Euro auch über das Jahr 2024 hinaus notwendig sein.