Nachruf auf Jakob Rohrmayer

Jakob Rohrmayr brannte für seinen Beruf als Pfarrer

Pfarrer Jakob Rohrmayr

Im Dezember 2019 hatte Pfarrer Jakob Rohrmayr (rechts im Bild) zusammen mit Lektor und Kommunionhelfer Fritz Baumann (links) dessen Abschied aus dem liturgischen Dienst gefeiert.

Bild: Georg Dedler

Im Dezember 2019 hatte Pfarrer Jakob Rohrmayr (rechts im Bild) zusammen mit Lektor und Kommunionhelfer Fritz Baumann (links) dessen Abschied aus dem liturgischen Dienst gefeiert.

Bild: Georg Dedler

Der langjährige Weichter Seelsorger Jakob Rohrmayr stirbt im Alter von 90 Jahren. Welches Lebensmotto er verfolgte.
11.08.2021 | Stand: 19:00 Uhr

Er war ein Pfarrer mit Ecken und Kanten, doch er war beliebt und brannte für seinen Beruf: Am Sonntag verstarb der langjährige Seelsorger von Weicht, Weinhausen und Beckstetten, Pfarrer Jakob Rohrmayr, im Alter von 90 Jahren.

Dass er den Priesterberuf ergreifen wollte, war für den gebürtigen Gaulzhofener (bei Aindling im Landkreis Aichach-Friedberg) bereits als Kind klar. Mit vier Jahren habe er nach einem Sonntagsgottesdienst auf dem Heimweg zu seiner Mutter gesagt: „Ich will Pfarrer werden“, berichtete er bei einem früheren Treffen.

Jakob Rohrmayer wollte Mönch werden

Benediktinermönch in der Mission – das war sein Weg, der ihn nach St. Ottilien ins Noviziat führte. Allerdings merkte er kurze Zeit später, dass er „aus gesundheitlichen Gründen“ für das relativ strenge Ordensleben nicht geeignet ist. „Der Weggang von St. Ottilien war sicher der schwärzeste Tag meines Lebens“, erinnerte er sich.

Ab 1962 Pfarrer in Weicht

So wechselte er ins Priesterseminar nach Dillingen, wo er am 29. Mai 1960 zum Priester geweiht wurde. Bereits zwei Jahre später übernahm Rohrmayr im Jahr 1962 eine eigene Pfarrei: Weicht-Weinhausen; kurz darauf kam Beckstetten dazu und zwei Jahre später half er auch noch in Stockheim aus.

In seine Amtszeit fallen vier großen Kirchenrenovierungen in Weicht, Weinhausen, Beckstetten und Stockheim sowie der Aus- und Aufbau der Weichter Bücherei St. Vitus. Diese hatte er von seinem Vorgänger Michael Leising mit etwa 200 Büchern übernommen; heute inzwischen bilden tausende unterschiedliche Bücher und andere Medien den Bestand der Bücherei. Eine Buchhandlung sei für ihn „die größte Versuchung“, sagte er einmal.

Krankenhaus-Seelsorger in Buchloe

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Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2005 blieb er in Weicht, ehe er zusammen mit seiner langjährigen Haushälterin und Bücherei-Mitarbeiterin, Paula Merbeler, nach Buchloe zog. Dort war er weiter als Krankenhaus-Seelsorger tätig. Nach dem plötzlichem Tod seiner Haushälterin zog er ins sogenannte Paterhaus beim Krankenhaus St. Josef in Buchloe.

"Gott hat sich in mich verknallt"

Anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums im Juli 2010 betonte er, sein Beruf sei für ihn eine Lebensaufgabe: „Ich habe einmal Ja gesagt und zu diesem Ja stehe ich auch.“ Auch um markige Sprüche war der Seelsorger nicht verlegen. So meinte er beim Priesterjubiläum-Festgottesdienst in seiner Heimatgemeinde: „Gott muss, als er mich berufen hat, sich in mich verknallt haben.“

"Krankheiten nie sehr ernst genommen"

Neun Jahre später, im Dezember 2019, ließ er es sich nicht nehmen, den Gottesdienst anlässlich der Verabschiedung von Fritz Baumann als Lektor und Kommunionhelfer mitzufeiern. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Pfarrer Rohrmayr in Aichach. Gefragt nach einem Geheimrezept für seine Rüstigkeit bis ins hohe Alter sagte er einmal: „Ich habe meine Krankheiten nie sehr ernst genommen.“ Vielleicht sei es auch seine Lebenseinstellung gewesen. „Ich habe mich nie jagen lassen. Erst wenn eine Sache abgeschlossen ist, fange ich die nächste an.“ Abgeschlossen hat der beliebte Seelsorger am Sonntag mit seinem irdischen Leben.