Ein weiterer Bericht

Jengen ist schon lange kein Schuldensorgenkind mehr

Zufahrt Tierheim Beckstetten

Zufahrt Tierheim Beckstetten

Bild: Landkreis Ostallgäu

Zufahrt Tierheim Beckstetten

Bild: Landkreis Ostallgäu

Bürgerversammlung Franz Hauck berichtet bei seiner Abschiedstour von positiven Entwicklungen, nicht nur bei den Finanzen
##alternative##
Von rapl
28.10.2019 | Stand: 16:59 Uhr

Franz Hauck begann seine Abschiedstour als Bürgermeister im nahezu voll besetzten Höfler-Saal in Jengen. In seinem letzten Bericht als Gemeindeoberhaupt hatte er beeindruckende Zahlen dabei.

Der Schuldenstand verringert sich im Haushaltsjahr 2019 um 274 000 Euro auf 937 974 Euro. Somit liegt die Pro-Kopf-Verschuldung Ende des Jahres bei nur noch 380 Euro. Vor zehn Jahren waren es noch 2169 Euro. Die aktuelle Jengener Pro-Kopf-Verschuldung liegt deutlich unter den 2017er Zahlen des Freistaats Bayern und des Landkreises Ostallgäu für Gemeindegrößen zwischen 1000 und 3000 Einwohnern. Hauck erinnerte daran, dass Jengen vor etwa 20 Jahren noch die Gemeinde im Ostallgäu mit der zweithöchsten Pro-Kopf-Verschuldung war. Für diese Tatsache erhielt der Bürgermeister viel Applaus. Hauck betonte, dass dies auf die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat aber auch durch Mithilfe von Vereinen und Bürgern zurückzuführen ist.

Die Einwohnerzahl stieg von 2018 auf 2019 von 2457 auf 2467 Personen. 102 davon sind Ausländer. In den Kindertagesstätten in Beckstetten und Weinhausen werden 83 Kinder betreut. Im Schuljahr 2019/20 besuchen 88 Kinder die Jengener Grundschule, somit zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Schätzungen für das Schuljahr 2023/24 zeigen eine weitere Steigerung um etwa elf Prozent. Eventuell ist dann eine zweite 1. Klasse notwendig. Auch die Anzahl gemeldeter Hunde wächst seit 2015 kontinuierlich auf aktuell 169 Tiere. Die Hundesteuereinnahmen betragen 7900 Euro – der erste Hund kostet 40 Euro, der zweite 80 Euro und jeder weiterer 100 Euro. Es wurde, l wie jedes Jahr, auf die Hinterlassenschaften auf Wegen und Wiesen hingewiesen. Hauck appellierte zum wiederholten Mal an die Besitzer, den Hundekot einzupacken und zu Hause in der Mülltonne zu entsorgen.

Folgende Wortmeldungen kamen von den Bürgern: Wie kommen die im Haushaltsplan aufgezeigten 21 000 Euro Kostenbeteiligungen für die Kinderbeförderung mit dem Schulbus zustande? Die Antwort: „Grundsätzlich rechnet sich der eigene Gemeindebus für unsere Kinder; Schulkinder werden kostenlos befördert, Kindergartenkinder bezahlen monatlich 25 Euro.“ Der Bürgermeister erklärte auch mit etwas Stolz, dass sich der Gemeindebus für Jengen gut rechnet, und dass sich im Kreis Ostallgäu keine Gemeinde den Luxus erlaube, einen eigenen Bus für die kostenlose Schülerbeförderung nutzt. Eine Bürgerin, die werktags mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Buchloe fährt, wünscht speziell in der dunklen Jahreszeit eine Beleuchtung im Mausloch. Der Bürgermeister erklärte, dass das Mausloch nicht auf Gemarkung Jengen, sondern auf der Gemarkung Schöttenau liegt – und Schöttenau zu Lindenberg/Buchloe gehört. Gerne werde er aber bei einer schriftlichen Anfrage diese an seine Kollegen von Buchloe weiterleiten. Aus dem Publikum wurde bemerkt, dass sich der Verlauf des jetzt unüberschaubaren Feldweges wohl mit dem Neubau der B 12 grundsätzlich verändert.

Ein Bürger wünscht sich einen kleinen Fitness-/Trimm-dich-Platz, beispielsweise mit Klettergerüst und Klimmzugstange. Der Bürgermeister versprach, das Thema im Gemeinderat zu behandeln.

Lesen Sie auch
##alternative##
Musikkapelle

Gegen den Nachwuchsmangel: Gemeinde Wald führt Bläserklasse ein

Gaby Emmerling von der LEW TelNet GmbH und ein Kollege stellten nochmals die Vorteile des nur jetzt im Rahmen des Projektes kostenlosen Glasfaseranschlusses ins Haus vor. Sie erwähnten, dass mit aktuell etwa 25 Prozent Beteiligung die geforderte Quote von 35 Prozent noch lange nicht erreicht ist, und weitere Anmeldungen zur Realisierung des Projektes unbedingt notwendig sind. Der Zeitraum für die Vorvermarktung endet am Donnerstag, 31. Oktober. Auch Hauck sieht dieses Projekt als einmalige und vor allem kostenneutrale Chance für Bürger, auf die Telekommunikationszukunft vorbereitet zu sein. Er erwähnte, dass Marktführer wie die Telekom AG über Jahre nicht die Kapazität haben für eine flächendeckende Glasfaserverlegung zu sorgen. Über die Hausanschlusskosten, die dann sicherlich nicht kostenlos sind, kann heute noch keine Aussage gemacht werden.