Bildung in Buchloe

Jungredakteure der Schülerzeitung der Mittelschule Buchloe

Ausgezeichnet (von links): Betreuungslehrerin Catharina Mücke und die Jungredakteure Ernya Stadler, Lara Knie, Kim Tröbner und Adrian Schmid mit ihrer preisgekrönten Schülerzeitung „Nachsitzer“.

Ausgezeichnet (von links): Betreuungslehrerin Catharina Mücke und die Jungredakteure Ernya Stadler, Lara Knie, Kim Tröbner und Adrian Schmid mit ihrer preisgekrönten Schülerzeitung „Nachsitzer“.

Bild: Markus Frobenius

Ausgezeichnet (von links): Betreuungslehrerin Catharina Mücke und die Jungredakteure Ernya Stadler, Lara Knie, Kim Tröbner und Adrian Schmid mit ihrer preisgekrönten Schülerzeitung „Nachsitzer“.

Bild: Markus Frobenius

Nachsitzer haben die Nasen vorn: Die Jungredakteure über ihre Arbeit an der preisgekrönten Schülerzeitung der Mittelschule Buchloe
30.03.2021 | Stand: 05:15 Uhr

„Hier spielt die Musik“, sei ein typischer Lehrerspruch an der Mittelschule Buchloe. Aber was dort die Schüler wirklich interessiert scheinen eher der Klimawandel und Lady Gaga, die Französische Revolution und Koby Bryant, die neuesten Influencer und Brad Pitt oder gar alles rund um Halloween zu sein. Das zumindest schreiben die „Nachsitzer“. Das sind nicht etwa Schüler, die nicht wissen, wo die Musik spielt, sondern ganz im Gegenteil: Es sind die Jungredakteure der gleichnamigen Schülerzeitung der Mittelschule, deren Produkt bei Deutschlands größtem Schülerzeitungswettbewerb einen dritten Platz belegt hat.

Der Wettbewerb wird von der Jugendpresse Deutschland organisiert, von den Bundesländern veranstaltet und von diversen Institutionen und Verbänden – darunter den Zeitungsverlegern – unterstützt. In allen Bundesländern gibt es Vorentscheidungen. „Wir waren in den Top Fünf in Bayern, das reichte für den Bundeswettbewerb“, berichtet Catharina Mücke, die die AG Schülerzeitung an der Mittelschule betreut. Im Finale wurden die drei besten Printprodukte der sechs verschiedenen Schultypen ausgezeichnet sowie ein paar Sonderpreise verliehen. Bei den Mittelschulen landeten die „Nachsitzer“ auf Platz drei. Die Preisverleihung soll im September stattfinden – für das Preisgeld gebe es noch keine konkreten Pläne, aber „ein schönes Essen“ soll auch drin sein, meint Mücke.

Von Anfang an dabei

Der Preis freut sie natürlich sehr, erklären vier Jungredakteure: Denn Lara Knie (15), Adrian Schmid (16), Ernya Stadler (16) und Kim Tröbner (16) waren hauptsächlich für die Zeitung verantwortlich. Das Quartett ist seit Anfang an dabei – inzwischen gab es vier Ausgaben des Nachsitzers. Vor vier Jahren erschien die Schülerzeitung erstmals, damals als Produkt der gesamten Klasse von Catharina Mücke, erzählt Schmid: „Ab der zweiten Ausgabe machten wir das freiwillig in der AG“. So wurde für jedes Schuljahr gleichsam ein Magazin editiert. „Am Anfang des Schuljahres setzen wir uns zusammen und besprechen die Themen. Danach wird jeder für bestimmte Themenbereiche eingeteilt“, erklärt Lara Knie.

Bei der preisgekrönten Ausgabe waren zum Beispiel Kim Tröbner für den Komplex Klimawandel inklusive der Buschbrände in Australien und Adrian Schmid für den Sport, ein Besuch beim Derby des ESV Kaufbeuren gegen Ravensburg, verantwortlich. „Der ESVK ist ein großes Thema an der Schule“, sagt Schmid. Lara Knie wiederum kümmerte sich um für Aktuelles, darunter ein Porträt des verstorbenen Basketballers Koby Bryant, und Ernya Stadtler für Gesellschaftliches wie Oscars, Music Awards und Influencer. „Das ist von großem Interesse für die Schüler“, berichtet Stadler.

Nach dem Schreiben die Kärrnerarbeit

Nach der Themenvergabe, dem Recherchieren und Schreiben, dem Sammeln weiterer Artikeln von Mitschülern kommt aber noch die Kärrnerarbeit: redigieren, korrigieren, die Seiten planen, Fotos aussuchen und beschreiben, erläutert Knie. Das Ergebnis sei dann die Jahresausgabe mit 150 Exemplaren – möglich auch nur mithilfe der Sponsoren, erläutert Mücke. Aber auch die Mitschüler helfen: Deren Resonanz sei überwiegend positiv. „Aber manche haben auch Verbesserungsvorschläge, die wir berücksichtigen“, erklärt Schmid. Zudem liefern die Leser auch Fotos, Malereien und Texte – wie etwa eine ehemalige Mitschülerin über den französischen Revolutionär Arno Victor Dorian.

Zwischen Kataster und Ballett in Zukunft

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Ohnehin muss die Betreuungslehrerin jetzt auf neue Redakteure an der Mittelschule setzen. „Alle vier sind Abschlussschüler, aber es ist fest geplant, die AG weiterzuführen. Ich hoffe, ich bekomme Nachwuchs“, sagt die 36-Jährige. Unterstützung würde ihr das Quartett, so lange das Schuljahr dauert, noch geben. „Mir hat es Spaß gemacht, Themen auszusuchen und zu gestalten“, resümiert Tröbner, die eine Ausbildung zur Erzieherin machen wird. Zudem haben die vier ihre Arbeit gut aufgeteilt, betont Schmid, der als Kataster-Techniker im Vermessungsamt anfängt. „Wir arbeiten gerne zusammen – sogar nach Schulschluss“, versichert Knie. Sie ist Balletttänzerin und will an die Fachoberschule Bad Wörishofen wechseln – das gilt auch für Stadler. „Und wenn die Zeitung fertig ist, ist man stolz“, fügt Stadler an – vor allem, wenn es dafür auch noch einen Preis gibt.