Kultur in Landsberg

So sieht eine Kunstaktion in Zeiten von Corona aus

Kultur in Zeiten der Pandemie: Kunstaktion im Cafe Zirnheld

Ralf Sartori und Andrea Nisch tanzen während der Kunstaktion im Café Zirnheld.

Bild: Café Zirnheld

Ralf Sartori und Andrea Nisch tanzen während der Kunstaktion im Café Zirnheld.

Bild: Café Zirnheld

Aus einer Kunstaktion im Landsberger Café Zirnheld entsteht eine Idee. Was sich hinter dem Kulturschaufenster verbirgt und wo es demnächst auf Reisen geht.
##alternative##
Redaktion Buchloer Zeitung
16.04.2021 | Stand: 06:33 Uhr

Eine Kunstaktion ohne Publikum fand vor Kurzem im Landsberger Café Zirnheld an der Alten Bergstraße statt: Unter Einhaltung aller Hygienevorschriften traten der Bildhauer Timur Dizdar, der Musiker (erste Bratsche bei den Münchner Symphonikern) und Komponist Martin Honsalek, die Malerin und Gastronomin Andrea Nisch, sowie der Tangolehrer, Kulturveranstalter und Autor Ralf Sartori auf.

Aufgrund der schnell steigenden Corona-Zahlen wurde die Performance ohne geladenes Publikum durchgeführt und auf Video festgehalten. Darüber hinaus konnte sie von zufällig vorbeigehenden Passanten durch die geöffneten Fenster verfolgt werden.

Ungenutztes Café Zirnheld in Landsberg war für die Künstler der ideale Ort

Das derzeit ungenutzte Café Zirnheld mit seinen großen Fensterflächen erschien als idealer Ort für diese Aufführung. Der Inhaber Peter Ulrich war schnell von der Idee begeistert, den Raum für die Kunstaktion zur Verfügung zu stellen.

Ausgestellt wurden dabei sechs kinetische Objekte von Timur Dizdar, die über eine elektronische Steuerung gestartet und so gleichzeitig oder versetzt in Bewegung gebracht werden konnten. Die formale Komposition der Getriebe und Armaturen im Zusammenspiel mit der Rotation regte Martin Honsalek an, dafür eigens die Komposition „Taumel“ für Solo-Bratsche zu kreieren. Das Konzert zwischen den bewegten Objekten war von außen durch die geöffneten Fenster zu hören.

Künstlerpaar tanzt Tango in Landsberg

Im Anschluss daran bezog sich das Künstlerpaar Andrea Nisch und Ralf Sartori in ihren getanzten Tangos auf diese Exponate. Dabei nahm der Tanz die Rotation und kontrollierte Bewegung der Maschinen auf, erfolgte jedoch intuitiv und ohne hörbare Musik, die sie durch die Bewegung in die Stille hinein visualisierten (das Konzept: der hörbare Taumel und der sichtbare Ton).

Lesen Sie auch
##alternative##
Protest unter Corona-Regeln

Fridays for Future rüstet sich für globalen Klimastreik

Im Anschluss an diese Performance hatten Andrea Nisch und Ralf Sartori die Idee, nun mit ihrem Angebot des Kulturschaufensters in Form einer „Sozialen Skulptur“ in und um Landsberg sowie in der Ammersee-Region, auf Reisen zu gehen. Ihr Konzept ist ein sehr flexibles sowie kreatives und kann beitragen, sowohl Künstler (dadurch die Kultur) als auch kleine Läden, Cafés, Kreativ-Werkstätten, Ateliers, Kneipen, sowie Kultur-Bühnen, die aufgrund der derzeitigen Auflagen weiter geschlossen bleiben müssen, wieder in die öffentliche Wahrnehmung zurückzubringen.

Im Zuge dieses Konzepts binden Ralf Sartori und Andrea Nisch auch den Tanz mit ein – in Form des Tango vom Rio de la Plata –, der eines von Sartoris Haupt-Arbeitsfelder darstellt.

Lesen Sie auch: In Bad Wörishofen ist ein Zentrum für religiöse Kunst geplant.