Impfung Ostallgäu

Langes Warten auf Termin und Impfstoff im Ostallgäu

Wer geimpft werden will, braucht Geduld in doppelter Hinsicht: wegen der Terminvergabe und wegen des fehlenden Impfstoffs. Archivfoto: Ulrich Wagner

Wer geimpft werden will, braucht Geduld in doppelter Hinsicht: wegen der Terminvergabe und wegen des fehlenden Impfstoffs. Archivfoto: Ulrich Wagner

Wer geimpft werden will, braucht Geduld in doppelter Hinsicht: wegen der Terminvergabe und wegen des fehlenden Impfstoffs. Archivfoto: Ulrich Wagner

9000 Ostallgäuer über 80 Jahren wurden wegen der Impfung angeschrieben. Feste Termine gibt es jedoch keine. Was das Landratsamt für die Registrierung empfiehlt.
19.01.2021 | Stand: 06:01 Uhr

„Kannst Du mir mal helfen?“ Und schon setzt sich im Idealfall ein Elternteil neben das Kind, das über einer Hausaufgabe grübelt. Derzeit kehrt sich die Bitte in vielen Haushalten um: „Kannst Du mir mal helfen?“, fragen die Eltern oft ihre Kinder, wenn es um die Online-Registrierung am Computer für die Corona-Schutzimpfung geht. Denn zur ersten Kategorie, die geimpft wird, gehört eine Generation, die nicht mit dieser Technik aufgewachsen ist: die über 80-Jährigen. Gut 9400 Ostallgäuer haben in diesen Tagen Post vom Landratsamt erhalten mit dem Hinweis, wie sie sich registrieren lassen können.

Eine spezielle Software des bayerischen Gesundheitsministeriums soll nach der Anmeldung einen Termin im zuständigen Impfzentrum vergeben. Für Bürger von Kaufbeuren und dem nördlichen Landkreis ist es das Impfzentrum in Kaufbeuren (Alte Weberei), für Bewohner des mittleren und südlichen Landkreises ist es das Impfzentrum in Marktoberdorf (Nordstraße 12).

Erheblicher Aufwand für die Mitarbeiter

Wenn sich jemand telefonisch über das BRK, das die Impfzentren in Marktoberdorf und Kaufbeuren betreibt, meldet, erhält er nicht sofort einen Termin. „Auf die Vergabe hat unser Impfzentrum keinen unmittelbaren Einfluss“, sagt die Behörde. Vielmehr werden alle Personen, die sich über die Hotline registriert haben, zunächst nur erfasst. Sobald Impfstoff verfügbar ist, werden sie vom Impfzentrum kontaktiert. Für die Mitarbeiter ein erheblicher Aufwand.

(Lesen Sie auch: Impfteams stehen am Klinikum Kaufbeuren für Mitarbeiter bereit.)

Die Termine stehen und fallen damit, ob überhaupt genügend Impfstoff vorrätig ist. Im Moment ist die Lage im Ostallgäu laut Landratsamt „nach wie vor sehr angespannt“. Wann im Impfzentrum mit den Impfungen begonnen werden kann, steht daher noch nicht fest. Aufgrund der Rationierung des Impfstoffs erhalte der Landkreis in der kommenden Woche wenigstens ausreichend Dosen, um die anstehenden Zweitimpfungen auszuführen. Weitere Erstimpfungen könnten erst dann angeboten werden, sobald weiteres Vakzin geliefert wird.

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Auch die Marktoberdorfer Senioren warten auf ihre Impfung

Seit Weihnachten sind die mobilen Impfteams in den Ostallgäuer Altenheimen unterwegs. In einer Einrichtung ist die Erstimpfung noch nicht erfolgt, bei den anderen stehen bereits die ersten Zweitimpfungen an. Diese soll, so die Empfehlung, nach zwei bis drei Wochen erfolgen, um die volle Schutzwirkung zu erzielen.

Bundesgesundheitsministerium überlegt wohl, Zweitimpfung hinauszuzögern

Weil der Impfstoff jedoch noch knapp ist, gibt es seitens des Bundesgesundheitsministeriums nach Rücksprache mit dem Hersteller Überlegungen, diese Zweitimpfung hinauszuzögern, um genug Dosen als Erstimpfung zu haben. Das ist allerdings umstritten, weil die Schutzwirkung nur bis zum Zeitraum von 21 Tagen nach der ersten Impfung getestet wurde.

Unterdessen laufen immer mehr Impfwünsche ein. Schon nach wenigen Tagen hatten sich im Ostallgäu 2000 Personen über 80 Jahren online registriert. Hinzu kommen täglich etwa 500, die bei der Registrierungsstelle anrufen. Um dort durchzukommen, braucht es Geduld. Manchmal sehr, sehr viel Geduld. „Die Terminhotline ist belastet“, umschreibt das Landratsamt die Situation. Sechs Personen sind damit beschäftigt, die Anrufe entgegenzunehmen. Etwa zehn Anrufe pro Person und Stunde können bearbeitet werden. Deshalb appelliert das Landratsamt: „Wir bitten dringend, dass sich die Impfinteressierten selbst online registrieren und dabei gegebenenfalls die Hilfe von Angehörigen suchen, die im Umgang mit modernen Medien erfahren sind.“ Also wieder zurück in der Schulzeit: „Kannst Du mir mal helfen?“

So können Impftermine vereinbart werden

  • Telefonisch Das Impfzentrum in Marktoberdorf ist erreichbar unter der Telefonnummer 08342/ 911-990, das Impfzentrum in Kaufbeuren unter 08341/9082351 (täglich von 8 bis 16 Uhr).
  • Formulare zur Online-Terminvereinbarung sind auf der Internetseite des Kreisverbandes Ostallgäu des Bayerischen Roten Kreuzes unter www.brk-ostallgaeu.de zu finden.
  • Online-Service Eine Impfung ist nur mit Termin möglich. Die Registrierung erfolgt über das Internetportal impfzentren.bayern.
  • Nötige Angaben Zur Anmeldung gehört die Angabe von Daten, wie beispielsweise Alter und Berufsgruppe. Die Vergabe der Termine orientiert sich an der Zugehörigkeit zur Prioritätengruppe. So soll sichergestellt werden, dass die besonders gefährdeten Menschen zuerst geimpft werden.
  • Kontakt Wer registriert ist, wird automatisch kontaktiert, sobald er an der Reihe ist. Eine weitere Kontaktaufnahme mit dem Impfzentrum ist nicht erforderlich.

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