Versammlung zum B12-Ausbau

Lindenberger befürchten hohe Lärmbelastung

Bewohner aus Orten, die entlang der B 12 liegen, tauschten sich beim Lindenberger Gennachstadion über die Ausbaupläne für die Bundesstraße (im Hintergrund) aus.

Bewohner aus Orten, die entlang der B 12 liegen, tauschten sich beim Lindenberger Gennachstadion über die Ausbaupläne für die Bundesstraße (im Hintergrund) aus.

Bild: Armin März

Bewohner aus Orten, die entlang der B 12 liegen, tauschten sich beim Lindenberger Gennachstadion über die Ausbaupläne für die Bundesstraße (im Hintergrund) aus.

Bild: Armin März

Versammlung der Grünen: Anwohner der Bundesstraße 12 tauschen Argumente gegen den Ausbau aus. Aufruf zu einer Protestaktion.

Bewohner aus Orten, die entlang der B 12 liegen, tauschten sich beim Lindenberger Gennachstadion über die Ausbaupläne für die Bundesstraße (im Hintergrund) aus.
Von Buchloer Zeitung
08.08.2020 | Stand: 12:15 Uhr

Trotz starker Regenfälle haben sich am Montagabend 30 betroffene Anwohner vor allem aus Lindenberg, aber auch Buchloe, Jengen und Weinhausen am Lindenberger Gennachstadion in der Nähe der B 12 getroffen. Sie waren der Einladung des Buchloer Ortsverbands der Grünen gefolgt, um sich zum Stand des geplanten Ausbaus der B 12 auszutauschen.

Ortssprecherin der Grünen und Dritte Bürgermeisterin, Elfi Klein, informierte über die Bedenken, die die Stadt Buchloe gegen die im Planfeststellungsverfahren vorgelegten Ausbaupläne erarbeitet hat. Aus Sicht der Stadt müsse vor allem in den Bereichen Lärm-, Hochwasser- und Trinkwasserschutz nachgebessert werden. „Die Stadt soll ein Gegengutachten erstellen lassen“, forderte ein Anwohner. Für ihn seien die Verkehrsprognosen und die daraus resultierenden Lärmberechnungen wenig nachvollziehbar.

Die Anwesenden waren sich einig, dass eine autobahnähnliche B 12 mehr Durchgangsverkehr auf sich zieht. „Niemand von Osten kommend wird den Umweg über die A 7 nehmen, wenn er auf der B 12 schneller in Kempten ist. Auch der Verkehr von der B 17 wird sich zu uns verlagern“, meinte ein Lindenberger. Außerdem sorgen sich viele, dass die vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen unzureichend sind, wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung durch den Ausbau aufgehoben wird.

"Fatales Zeichen"

In der Runde wurden weitere Argumente gegen den Ausbau genannt. Er sei ein fatales Zeichen, sowohl bei der klimapolitisch notwendigen Verkehrswende als auch bezüglich der immensen Ausgaben in Zeiten der coronabedingten Wirtschaftskrise. „Mich schmerzt – nicht nur persönlich – vor allem die landwirtschaftliche Fläche, die durch diesen überdimensionierten Ausbau verloren geht“, sagte Michael Haußer, der von den Einwendungen des Bayerischen Bauernverbands berichtete. „Dieser Flächenfraß ist ein massiver Eingriff in Natur- und Artenschutz, weshalb auch der Bund Naturschutz Einwendungen schreiben wird“, ergänzte Gerhard Ruf.

„Es kommt auf jede persönliche Einwendung an, auch wenn die Stadt und die Verbände ihre Bedenken formuliert haben“, betonte Elfi Klein und warb dafür, dass jeder Betroffene bis spätestens 17. August – „oder lieber zwei Tage eher“ – seine Einwände der Regierung von Schwaben schickt. Klein berichtete außerdem, dass in den kommenden Tagen das überparteiliche Aktionsbündnis „B 12-Aubau – so nicht!“ mit einer Postkartenaktion ebenfalls zur Einreichung von Einwänden aufruft.